Titel: Koechlin und Heilmann, Beschreibung mechanischer Webestühle
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. LV. (S. 185–194)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/ar042055

LV. Beschreibung der mechanischen Webestühle der HHrn. André Koechlin und Comp. und des Hrn. Josué Heilmann, nebst Bemerkungen über die verschiedenen im Dpt. des Oberrheins gebräuchlichen Systeme bei diesen Maschinen.

Aus dem Bulletin de la Société industrielle de Mulhausen N. 14. S. 323.

Mit Abbildungen auf Tab. III und IV.

Die Société industrielle hat einen Ausschuß beauftragt, die verschiedenen Systeme mechanischer Webestühle, welche im Dpt. des Oberrheins angewandt werden, zu untersuchen und unter sich zu vergleichen. |186| Bei der bald gewonnenen Ueberzeugung, daß jedes System in allen Etablissements vollkommen gut arbeitet, fand der Ausschuß es sehr schwierig sich zu Gunsten des einen oder des anderen auszusprechen, um so mehr, weil das Garn, dessen man sich zur mechanischen Weberei bedient, bedeutenden Einfluß auf den guten Fortgang der Arbeit hat. Es ist hiezu, nach der Bemerkung des Berichterstatters, Hrn. Emile Dollfus, mehr als bei jeder anderen Verwendung, eine vorzüglichere Qualität desselben, sowohl für Kette als für Einschuß erforderlich. Ein anderer wichtiger Gegenstand ist die Maschine zum Schlichten der Kette. Dieses Schlichten ist der wichtigste Punkt in der mechanischen Weberei und verdient daher vor Allem die Beachtung derjenigen, die sich diesem Geschäft widmen wollen: um davon jeden zu überzeugen, brauchen wir nur zu bemerken, daß es unmöglich ist, das geringste Resultat mit schlecht geschlichteter Kette, deren Faden von schlechter Qualität ist, zu erhalten, während man, wenn diese gut zubereitet ist und nichts zu wünschen übrig läßt, auf jedem mechanischen Webestuhl gutes Gewebe und viel davon erzeugen kann. Wenn es also auf die Wahl des einen oder des anderen Systems ankommt, so sind hauptsächlich die Localität, die Größe und Höhe der Webestühle, deren Preis und die erforderliche Triebkraft zu berüksichtigen; bei lezterer ist man jedoch auf die unverläßlichen Versuche mit der Hand beschränkt.

Die HHrn. A. Koechlin und Comp. haben den englischen Webestuhl des Hrn. Roberts im Dpt. des Oberrheins eingeführt; die Construction ist bei denselben solider als bei allen bis jezt bekannt gewordenen. Sein Gang ist sehr regelmäßig; die Lade arbeitet ohne den geringsten Stoß, was bei Maschinen dieser Art wegen des Schiffchens eine sehr wichtige Sache ist. Der für lezteres gelassene Raum ist aber so eng, daß es ihn kaum passiren kann, ohne den oberen Theil der Kette zu streichen; diese muß daher in großer Spannung erhalten werden, wodurch die Geschirre mehr abgenüzt werden, als bei den Webestühlen von Heilmann und Jourdain. Mehrere Theile desselben sind schwer zu reguliren; wenn er jedoch einmal gehörig zugerichtet ist, erfordert er wenig Aufmerksamkeit von Seite des Aufsehers. Wegen seiner beträchtlichen Höhe sind aber größere und stärkere Arbeiter als bei den Stühlen nach den Systemen von Heilmann und Jourdain nöthig. Die HHrn. A. Koechlin und Comp. haben an diesem Webestuhl unlängst eine Verbesserung angebracht; sie verlängerten nämlich die Lade, damit das Schiffchen beim Anlangen am Ende seines Laufes mehr freien Raum hat und so besser im geregelten Laufe erhalten wird; einen solchen Webestuhl liefern sie für 350 Franken.

|187|

Der Webestuhl des Hrn. Jourdain in Altkirch unterscheidet sich von allen bisher gebauten dadurch, daß er keine Kurbelwelle hat. Die Bewegung wird der Lade von der Hauptwelle durch zwei Aerme mitgetheilt, welche durch zwei Krummzapfen bewegt werden, wovon der eine an der Triebrolle, der andere an dem Rade festsizt, welches die Achse der excentrischen Rollen regiert. Hr. Jourdain hat hierdurch die Kosten des Webestuhles verringert, allein seinem Stuhle fehlt dagegen das für gleichförmige Bewegung so wesentliche Flugrad; er ist niedrig, leicht, nimmt wenig Raum ein und kann durch Kinder behandelt werden, wie derjenige von Heilmann, von welchem später die Rede seyn wird. Er erfordert wenig Triebkraft und nüzt die Geschirre nicht sehr ab. Dieser Stuhl macht sehr wenig Geräusch und ist nicht schwer zu handhaben; wegen seines leichten Baues geräth er aber auch leicht in Unordnung und ein Aufseher kann nicht viele solcher Webestühle besorgen. Hr. Jourdain liefert seinen Webestuhl für 290 Franken.

Ein drittes System von mechanischen Webestühlen ist dasjenige des Hrn. Dixon in Cernay; es ist eine große Anzahl solcher Stühle in unserem Departement in Thätigkeit. Der Ausschuß bedauert, denselben nicht in Gang gesehen zu haben und nur nach einem bei seinem Erbauer aufgestellten Stuhle urtheilen zu können. Man hat versucht auf diesem feinere und breitere Tücher als gewöhnlich zu weben und wie verlautet, war das Resultat befriedigend; übrigens scheint der Stuhl viel Triebkraft zu erfordern.

Ein viertes System von mechanischen Webestühlen wurde von Hrn. Josué Heilmann erfunden. Dieser mechanische Webestuhl ist wohl der einfachste von allen bis jezt bekannten und hat in dieser Hinsicht einen großen Vorzug vor allen anderen. Einige wollen ihm jedoch, und vielleicht nicht mit Unrecht, vorwerfen, daß das Flugrad dabei weggelassen wurde, welches bei mechanischen Webestühlen ein so wesentlicher Theil ist. Der Stuhl des Hrn. Heilmann gewährt den großen Vortheil, daß er die Geschirre wenig abnüzt; dann hat der Weber nicht erst nöthig die Stellung der Batterie zu beobachten, wenn er das Schiffchen wechselt, wodurch viel Zeit erspart wird; überdieß arbeitet er gut und erfordert wenig Triebkraft. Die HHrn. A. Koechlin und Comp. verfertigen gegenwärtig diese Stühle um 300 Franken. Sie haben das Flugrad damit verbunden.

Die HHrn. Nicolas Koechlin und Gebrüder, welche die Stühle des Hrn. Heilmann zu Massevaux anwenden, haben eine neue Verbesserung eigener Erfindung daran gemacht, die die besten Resultate zu liefern scheint. Sie wenden nur Eine Hauptwelle an, welche alle Verrichtungen zugleich macht; diese führt zwei excentrische Scheiben, |188| welche die Lizen so wie das Schiffchen mittelst eines an die Scheiben gegossenen Daumens in Bewegung sezen.

Der Ausschuß schlug vor, Hrn. Heilmann mit der goldenen Medaille zu beehren, weil er der Erste in Frankreich war, welcher ein von den bis dahin aus England gekommenen Webestühlen verschiedenes System schuf; dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Folgende Tabelle zeigt die Menge der Arbeit, welche die verschiedenen Webestühle liefern, die Abnüzung einzelner Theile u.s.w.

Vergleichende Tabelle.

Textabbildung Bd. 42, S. 188
|189|

Erklärung der Abbildung eines von André Koechlin und Comp. in Mülhausen nach dem System von Roberts gebauten Webestuhls (mit der Bewegung des Schüzen von Oben.)

Abbildungen auf Tab. IV.

Dieselben Zahlen bezeichnen dieselben Gegenstände in allen Figuren.

Auf Tab. V.32) ist N. 1. ein Querstük aus Gußeisen in Bogenform.

2. Ein gegossener Querriegel, auf der Hinterseite des Stuhles angebracht; er hält das aus Eisen gegossene Gestell zusammen.

3. Gegossene Welle, auf welcher die Schenkel 19 der Lade 49 befestigt sind und die sich frei in den Zapfenlagern 4 bewegen kann.

5. Doppelt excentrische Rolle aus Gußeisen; sie ist auf der Achse 31 mit Vorstekstiften befestigt, und dazu bestimmt, die Geschirre in Bewegung zu sezen, indem sie abwechselnd auf die in den Einschnitten der Schemmel 35 angebrachten Rädchen (kleinen Rollen) drükt. Die Eisendrähte 48, welche mittelst Querstiften in den besagten Schemmeln befestigt sind und nach Oben die hölzernen Querstüke 54 tragen, welche wieder durch Schnüre mit den Geschirren verbunden sind, theilen diesen lezteren die erforderliche senkrechte abwechselnde Bewegung mit.

6. Züge von starkem Eisendraht, oben mit messingenen Ringschrauben versehen, an welchen der Laufriemen 58 befestigt ist; dieser vereinigt sich, indem er über die Halbzirkel 7 hinläuft, mit dem Stüke 10, wo er mittelst eines Bolzens stark zurükgehalten wird. Zwei auf der Welle 31 befestigte Daumen 32, welche an ihrem äußersten Ende mit zirkelförmigen Einschnitten versehen sind, in denen sich die Rollen 33 befinden, drüken vermittelst dieser abwechselnd auf die Schemmel 38, an welchen die Züge 6 haften. Man begreift nun, daß wenn die durch die Rollen 33 gedrükten Schemmel 38 abwärts steigen, sie den Riemen 58 mittelst der Züge 6 mit sich fortführen und hiedurch der Welle 9, auf welcher das Stük 10 befestigt ist, eine hin und her gehende Bewegung mittheilen. Diese Welle kann sich nicht drehen, ohne den Stab 8, der mit seinem einen Ende auf ihr befestigt ist, mit sich zu bewegen und dieser wirst dann hiedurch vermittelst der mit dem Schüzenleder 56 verbundenen Schnüre 52 das Schiffchen.

11. Lager der Welle 9, welches auf dem Querstük 1 ruht.

12. Gekrümmter Stab aus geschmiedetem Eisen; er nimmt eine Schlinge auf, welche die Schnur 52 verhindern soll auf das Gewebe herunterzufallen, wenn sie durch die Bewegung des Stabes 8 abwechselnd auf der einen oder der anderen Seite aufhört gespannt zu seyn.

|190|

13. Sind die auf dem Querstük 1 befestigten Stüzen der Welle 14; sie sind mit hölzernen Rollen versehen, über welche die Riemen, die die Geschirre nach Oben festhalten, hinlaufen.

15. Gestell aus Gußeisen, welches die beiden Seiten des Webestuhls bildet.

16. Zwei Scheiben, wovon die äußere sich um ihre Achse 1; dreht, die innere aber auf dieser festsizt und den Stuhl durch einen Riemen mit dem Hauptgetriebe in Verbindung sezt; leztere hat ein aus Einem Stük mit ihr gegossenes Flugrad.

17. Kurbelwelle; sie bewegt die Lade 49 mittelst der gegossenen Ziehstangen 18, welche an beiden Enden mit Tazen von Messing versehen sind.

19. Schenkel oder Aerme der Lade; ihre Bewegung ist schwingend.

20. Ein Bolzen von geschmiedetem Eisen, welcher auf einem Schenkel der Lade festsizt und mit jedem Schlag derselben auf den Winkelhebel 43 stößt, welcher die Sperrkegel trägt.

21. Platte aus Gußeisen, welche gut am Ende der Lade befestigt ist. Sie nimmt eine Feder 22 auf, die in einem Oehr das eine Ende der Spindel 26, auf welcher das Schüzenleder hingleitet, stüzt.

23. Anwelle für den unter der Lade angebrachten geschmiedeten Stab 24. Lezterer ist beinahe eben so lang als die Lade und nahe an jedem seiner beiden Enden mit einem Daumen 24' versehen, welcher die Bestimmung hat, die Lade aufzuhalten, wenn das Schiffchen nicht gehörig in das Ziel seines Laufes gelangt. Das Spiel dieses Theiles besteht in Folgendem: Das Schiffchen ist, wenn es am Ende der Lade anlangt, genau zwischen zwei Baken gestellt, wovon der eine 25) aus Gußeisen verfertigt ist und mittelst Schieber naher oder entfernter gestellt werden kann; der andere, welchen man in der Zeichnung nicht sieht, ist aus Holz und kann sich frei um einen Drehstift bewegen. Dieser in einem Einschnitt des Holzstükes 60 angebrachte Baken (in welchem er mittelst einer Feder, die gegen den ebenfalls auf dem Stab 24 festsizenden Daumen 24'' andrükt, unterstüzt ist) – bildet gegen die Mitte eine Bauchung, auf welche das Schiffchen bei jedem Schuß preßt. Wenn nun das Schiffchen an den durch die Einbiegung des hölzernen Bakens verengten Raum anlangt, so entfernt es den Baken durch seinen Stoß; der hiedurch zurükgedrükte Daumen 24'' theilt seine Bewegung dem Stab 24 mit und hebt dadurch wieder einen Daumen 24', welcher nun vermöge seiner höheren Stellung frei über den Aufhalter 29 hingleiten kann. Das Gegentheil ereignet sich, wenn das Schiffchen, durch irgend eine Ursache in seinem Laufe aufgehalten, nicht so weit gelangt, um, indem es den hölzernen Baken zurükdrükt, den Daumen 24' in die Höhe zu |191| heben; dieser bleibt alsdann so weit geneigt, daß er in seinem Laufe dem Stüke 29 begegnet und so die Lade zurükhält, noch ehe das Blatt das Gewebe erreichen konnte. Das eine dieser Stüke 29 (jenes auf der Seite des Aushebers) führt eine Taze 29', die mit ihm aus Einem Stüke gegossen ist. Diese Taze stößt, indem sie über das Stük 59 hingleitet, welches zwei Einschnitte hat, in denen die Feder 28 abwechselnd ruht, gegen diese Feder, sobald das Stük 29 durch den Daumen getroffen wird. Die Feder verläßt alsdann den einen Einschnitt, legt sich in den anderen und führt den Ausheber 50 mit sich fort, welcher hierauf den Riemen auf die leere, sich um ihre Achse drehende Scheibe führt.

27. Schlußstük des Blattes; es ist durch zwei Bolzen auf den Ladenschenkeln befestigt.

30. Rahmen aus Gußeisen; er trägt die Anwelle 57, welche die Welle 31, auf der die excentrische Rolle 5 angebracht ist, in der Mitte unterstüzt.

33. Daumen, welche die Rollen 33 tragen, die die Schemmel 38 in Bewegung sezen.

34. Stüze mit Falzen für die Schemmel 35, um sie in senkrechter Bewegung zu erhalten.

36. Anwelle aus Gußeisen; sie ist auf dem Querriegel 2 befestigt und nimmt das eine Ende der Schemmel 35 auf.

37. Tazen aus Gußeisen; sie nehmen einen den Schemmeln 38 zur Achse dienenden Stift auf.

39. Zahnrad, auf der Welle 31 befestigt.

40. Zahnrad, welches zwei Mal weniger Zähne hat als das Rad 39 und in lezteres eingreift.

41. Sperrrad; es hat auf seiner Achse ein kleines Getriebe, welches in das auf dem Tuchbaum 42 befindliche Stirnrad 53 eingreift. Das Rad 41 wird durch den Sperriegel 43'', welcher auf dem Kniestük 43 befestigt ist, in Bewegung das Rad 41 zurükhalten, damit es sich nicht in entgegengesezter Richtung drehen kann. Der gebrochene Hebel 43 wird durch den Zug 20 bewegt und ist mit einem Gewicht 43''' belastet, welches ihn bei jedem Schlag in. seine frühere Stelle zurükführt.

44. Doppelte und offene Anwellen; sie sind durch keulenförmige Schließer 44' auf den Gestellpfosten 15 befestigt, welche an dieser Stelle auf einer der schmalen Seiten gekerbt sind, genau so, wie es auch die innere damit correspondirende Fläche der Hülse 44 ist. Bei dieser Anordnung kann man die Anwellen nach Belieben erhöhen oder niedriger stellen und mit der Schließe fest auf der gewünschten Höhe halten.

45. Hölzerne Welle, über welche die Kette hingeht und die in einer der Anwelken 44 sich dreht.

|192|

46. Kettenbaum, welcher mit Scheiben aus Gußeisen versehen ist.

47. Schlußhaken um den Tuchbaum in seiner Anwelle am Gestelle 15 festzuhalten.

48. Zug aus Eisendraht, der die Schemmel mit dem Geschirre verbindet.

49. Lade aus Tannenholz, jedoch dort, wo sie die Kette streift, mithartem Holz belegt. Sie ist auf den beiden Schenkeln mit Schraube und Mutter 64 befestigt.

50. Auslenker aus geschmiedetem Eisen; er dreht sich frei auf dem Bolzen 50'', welcher auf dem Stift 50' befestigt ist und leitet den Treibriemen. Ein kleiner Winkelhaken 50''' verbindet den Auslenker mit der Feder 28.

51. Scheibenförmige Gewichte aus Gußeisen, die in ihrer Mitte durchbohrt und dann so eingeschnitten sind, daß sie auf die Spindel 51', da wo sie ein wenig verjüngt ist, hingeschoben und von dieser dann aufgenommen werden können. Vermittelst dieser Einrichtung kann man nach Belieben die Spindel mit mehr oder weniger Scheiden beschweren, je nachdem man einen stärkeren oder schwächeren Druk auf den Kettenbaum 46 ausüben will.

52. Seil, welches die Schüzenleder in Bewegung sezt. Gewöhnlich nimmt man statt desselben einen starken Riemen.

53. Tuchbaum; er trägt auf der einen Seite das Rad 42 und bewegt sich in Einschnitten, welche in dem Gestelle 15 angebracht sind.

54. Stäbe von Holz; sie sind durch Schnüre unten an dem Geschirre verbunden und empfangen die Bewegung durch die Zugstängelchen 48.

55. Brustbaum, über welchen das Gewebe hingeht, ehe es sich auf den Tuchbaum 53 aufwindet.

56. Schüzenleder aus Häuten von Büffeln oder wilden Ochsen.

57. Anwelle, welche an das Querstük 30 gegossen ist und in der Mitte die Welle 31 stüzt.

58. Ein Zoll breiter Riemen, welcher dem Stab 8 seine Bewegung mittheilt.

59. Ein am Gestelle 15 befestigtes Stük aus Gußeisen, mit doppelten Einschnitten; es nimmt die Feder 28 des Auslenkers 50 auf.

60. Ein an der Lade befestigtes Holzstük, mit einem offenen Einschnitt, in welchen sich der hölzerne Verengerungsbaken legt.

61. Stellschraube, um den Stift 62 festzuhalten; leztere muß die Ziehstangen 18 zusammenhalten.

|193|

63. Bolzen, welcher den Schemmeln 35 zur Achse dient.

64. Bolzen, welcher mit einer Oeffnung versehen ist, deren eines Ende die Spindel 26 aufnimmt, die am anderen Ende in einer Vertiefung der Feder 22 befestigt ist.

Beschreibung des mechanischen Webestuhls des Hrn. Josué Heilmann.

(Abbildungen auf Tab. III.)

Auf Tab. III. zeigt Fig. 1 den Aufriß des Webestuhls im Profil von der Seite der Triebrollen und Fig. 2 den Aufriß von der entgegengesezten Seite. Fig. 3 ist eine Ansicht desselben von Vorne.

Die Haupttheile, wodurch sich dieser Webestuhl von dem vorhergehenden unterscheidet, sind folgende:

1. Das Gestell.

2. Kurbelwelle, welche zugleich das Geschirr, die Lade und das Schiffchen in Bewegung sezt.

3. Zwei Rollen, wovon die eine auf ihrer Achse festsizt, während die andere sich um diese dreht; erstere ist auf ihrer Seitenfläche mit einem Falz von der Gestalt zweier sich umschreibender Kreise versehen, so daß er dem Stük, welches er führt, eine abwechselnde Bewegung ertheilt, die sich immer erst nach zwei Umdrehungen der Scheibe wiederholt.

4. Aerme, die zur Verbindung der Kniestüke der Welle 2 mit der Lade dienen.

5. Eiserner Arm; er sizt auf der Welle fest und dient dazu, das Schiffchen zu werfen, wie weiter unten erklärt werden wird.

6. Hölzerner Hebel, welchem der Arm 5 bei jeder Umdrehung der Welle begegnet und der durch seine aufsteigende Bewegung und vermittelst eines Riemens, das excentrische Stük 7 nachzieht.

7. Excentrisches Stük, über welches derselbe Riemen läuft.

8. Kleine bewegliche Welle, auf welcher das Stük 7 befestigt ist und die von diesem lezteren eine drehende Bewegung empfängt.

9. Zweiarmiger Hebel, in Gestalt eines 8; er ist in seiner Mitte auf der Welle 8 befestigt und dient als doppelte Geisel, um das Schiffchen von derjenigen Seite des Stuhles, wo es sich befindet, fortzuschnellen. Es ist zu bemerken, daß nach jedem Schlag das Gewicht des Stükes 7 die Welle 8 in ihre ursprüngliche Lage zurükführt.

10. Schlüssel oder Bolzen; er ist mit einem Kopf in Form eines Halbmondes versehen, der mit seinem einen Ende in dem oben beschriebenen Falz gleitet, mit dem anderen aber sich in einem am |194| Ende eines Hebels angebrachten Loch dreht; der Hebel vertritt hier die Stelle der Schemmel eines gewöhnlichen Webestuhls. (Diese Theile sind auf der Tafel besonders in größerem Maßstabe gezeichnet.)

11. Derselbe Hebel oder Schemmel.

12. Riemen, welcher über die geschweiften Enden dieses Hebels läuft.

13. Kleine Rolle, auf welcher dieser Riemen zurükgehalten wird.

14. Bewegliche Welle, auf deren Ende die Rolle 13 befestigt ist und die vermittelst des Hebels 11 und des Riemens 12 eine abwechselnde Kreisbewegung erhält, welche sie vermittelst zweier anderen Rollen den Geschirren mittheilt.

15. Diese beiden Rollen.

16. Zwei eiserne Aerme, welche die Lizen tragen und zwischen sich hinlänglich Raum lassen, damit der Arbeiter den Kettenbaum erreichen kann, ohne sich von seiner Stelle zu begeben, was bei anderen mechanischen Webestühlen nicht der Fall ist.

17. Eiserne bewegliche Stange, welche bei diesem wie bei allen anderen mechanischen Webestühlen hinter der Lade angebracht ist und eine leichte drehende Bewegung in dem Augenblik empfängt, wo das Schiffchen das Ende seines Laufes erreicht hat, aber unbeweglich bleibt, wenn dieses zurük ist.

18. Bewegliches Kniestük, welches den Stoß des Daumens 18 empfangt, sobald das Schiffchen zurükbleibt, und diesen dem Auslenker und dem Treibriemen mittheilt, wie man es leicht aus der Zeichnung ersieht. Da das Kniestük auf einem hölzernen Querstük aufliegt, welches den Stoß in der Mitte seiner Länge fängt, so wird das hiebei entstehende Geräusch bedeutend gegen dasjenige gemildert, welches bei anderen Webestühlen entsteht, wo der Stoß auf das gußeiserne Gestell ausgeübt wird.

|189|

Diese Kupfertafel wird mit dem nächsten Hefte ausgegeben. A. d. R.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln






Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: