Titel: Pantechnicon zu London.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. XXVI./Miszelle 10 (S. 72)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/mi042026_10

Pantechnicon zu London.

Der berühmte Baumeister Seth Smith (der auch durch seine patentisirte Rauchfangfütterung bekannt ist) erbaute zu London in der Nähe des Belgrave-Square ein ungeheures Gebäude, welches sich von einer Seite der Motcomb-Street bis zur entgegengesezten Seite erstrekt, und welches er Pantechnicon nannte. Es ist vorzüglich bestimmt dem Mangel an Wagenremisen, der in den meisten Häusern Londons Statt findet, abzuhelfen; so daß daher nicht bloß Wagen zum Verkaufe in demselben aufgestellt, sondern auch Wagen einzelner Eigenthümer zur Aufbewahrung aufgenommen werden. Uebrigens werden auch Möbeln und verschiedene andere große und schwere Gegenstände zu demselben Behufe aufgenommen. Außer den hierzu bestimmten Gallerten enthält das Gebäude auch noch Reihen von Kaufladen, in welchen kleinere Gegenstände jeder Art verkauft werden, Gemählde-, Vorlese- und Versteigerungs-Säle; Weinkeller etc. Die nördliche Façade, welche im Mechanics' Magazine N. 49 S. 393 abgebildet, und sehr elegant und großartig im dorischen Style erbaut ist, ist 500 Fuß lang; ihre Breite ist, wegen der Ungleichheit des Bodens, nicht überall gleich; im Durchschnitte beträgt sie 60 Fuß. Das südliche Gebäude hat zwei Façaden, wovon die eine 117, die andere 112 Fuß lang ist. Am ganzen Gebäude ist Alles so viel als möglich aus Steinen und Eisen gebaut, damit es feuerfest ist. Die Boden sind mit Eisenplatten belegt, die, damit sie. nicht rosten, auf Filz liegen. Auch die Deken sind mit Eisenstangen beschlagen und mit einer Composition überzogen, die nicht angegeben ist, von der aber versichert wird, daß sie dem stärksten Feuer widersteht und nicht zerspringt oder herabfällt, wenn in der Hize Wasser darauf gegossen wird. Alle Schornsteine sind mit Hrn. Smith's Metallfütterung versehen. Man erwartet in London allgemein sehr große Vortheile von diesem herrlichen Gebäude, und befürchtet nur, daß sein Zwek wegen des griechischen Namens nicht schnell genug allgemein bekannt werden möchte. Möchte doch ein Mal die abgeschmakte Fabrikation griechischer Namen, die auch bei uns so in Schwung ist, aufhören!

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