Titel: Buffon's Tabelle für die wahrscheinliche Dauer des Lebens eines Menschen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. XXVI./Miszelle 26 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/mi042026_26

Buffon's Tabelle für die wahrscheinliche Dauer des Lebens eines Menschen.

Es dürfte bei der gegenwärtig allgemein verbreiteten, und wirklich bis in's Lächerliche gehenden, Furcht vor der viel besprochenen und beschriebenen Cholera wohl schon einigen unserer Leser in den Sinn gekommen seyn, sich zu Gunsten ihrer Familie in eine der Lebensversicherungsanstalten einschreiben zu lassen. Damit nun diese sehen, worauf sie beiläufig noch zu rechnen haben, wenn sie nicht aus Furcht vor der Cholera zu Grunde gehen, wollen wir hier die Tabelle abdruken lassen, die der unsterbliche, und um das Menschengeschlecht so hoch verdiente, Buffon schon vor vielen Jahren nach den Sterbregistern von drei Pfarreien zu Paris, und von zwölf Pfarren in der Umgegend von Paris verfertigte, und aus welcher hervorgeht, auf wie viel Jahre man mit einiger Wahrscheinlichkeit in einem bestimmten Alter noch rechnen kann. Wir haben uns überzeugt, daß diese Tabelle in den meisten Gegenden Deutschlands entweder gar nicht gekannt, oder schon lang vergessen ist, daß die wenigen, die sie kennen, uns gewiß entschuldigen werden, daß wir dieselbe hier wieder in Anregung bringen.

Die erste Columne der Tabelle enthält das Alter der Person, die zweite die Zahl der Jahre und Monate, auf welche Jemand, der sich in dem voranstehenden Alter befindet, mit einiger Wahrscheinlichkeit noch zählen kann.

Alter. Dauer
des Lebens
Alter Dauer
des Lebens
Alter. Dauer
des Lebens
Jahre. Jahre. Mon. Jahre. Jahre. Mon. Jahre. Jahre. Mon.
0 8 0 29 28 6 58 12 3
1 33 0 30 28 0 59 11 8
2 38 0 31 27 6 60 11 1
3 40 0 32 26 11 61 10 6
4 41 0 33 26 3 62 10 0
5 41 6 34 25 7 63 9 6
6 42 0 35 25 0 64 9 0
7 42 3 36 24 5 65 8 6
8 41 6 37 23 10 66 8 0
9 40 10 38 23 3 67 7 6
10 40 2 39 22 8 68 7 0
11 39 6 40 22 1 69 6 7
12 38 9 41 21 6 70 6 2
13 38 1 42 20 11 71 5 8
14 37 5 43 20 4 72 5 4
15 36 9 44 19 9 73 5 0
16 36 0 45 19 3 74 4 9
17 35 4 46 18 9 75 4 6
18 24 8 47 18 2 76 4 3
19 34 0 48 17 8 77 4 1
20 33 5 49 17 2 78 3 11
21 32 11 50 16 7 79 3 9
22 32 4 51 16 0 80 3 7
23 31 10 52 15 6 81 3 5
24 31 3 53 15 0 82 3 3
25 30 9 54 14 6 83 3 2
26 30 2 55 14 0 84 3 1
27 29 7 56 13 5 85 3 0
28 29 0 57 12 10
|78|

Hieraus ergibt sich, daß man mit Wahrscheinlichkeit annehmen kann, daß ein neugebornes Kind 8 Jahre, ein Kind von 1 Jahre noch 33, ein Kind von 2 Jahren noch 38, ein Mann von 20 Jahren noch 33 Jahre und 5 Monate u.s.f. leben werde. Buffon zieht hieraus folgende Schlüsse: 1) daß man mit sieben Jahren noch auf die längste Lebensdauer rechnen könne, indem man 1 gegen 1 wetten kann, daß ein Kind mit 7 Jahren noch weitere 42 Jahre und 3 Monate leben wird. 2) daß man mit 12–13 Jahren den vierten Theil, mit 28–29 Jahren die Hälfte, und mit 50 Jahren drei Viertheile seines Lebens verlebt habe. Dieß gilt aber bloß für das physische Leben; denn in Hinsicht auf das moralische Leben muß man die ersten 15 Jahre abziehen, so daß man in Bezug auf dieses mit 25 Jahren den vierten Theil, mit 38 die Hälfte und mit 56 drei Viertheile davon zurükgelegt hat.

Man darf übrigens nicht glauben, daß die Resultate Buffons ganz genau und überall richtig sind; es gibt Schwankungen nach den klimatischen Verhältnissen und Sitten der Völker. Die Nachforschungen Necker's, Süßmilch's, Moheau's, de Pommelles's, Villermé's, Short's, Price's, Malthus's, und vorzüglich die neueren genauen Angaben von Benoiston de Chateauneuf und mehreren Gesellschaften in England, wie der Highland-Society, haben wesentliche Veränderungen hervorgebracht, die in allen Lebensversicherungs-Anstalten bekannt seyn müssen, wenn dieselben gehörig eingerichtet sind. Wir wünschten sehr, daß unsere deutschen Lebensassecuranzen jährlich, oder wenigstens alle 5 Jahre, Berichte Herausgaben, die in alle Details eingingen, deren Kenntniß von allgemeinem Nuzen seyn könnte.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: