Titel: Neues Spinnmaterial aus dem Weidenröslein (Epilobium).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. XXVI./Miszelle 29 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/mi042026_29

Neues Spinnmaterial aus dem Weidenröslein (Epilobium).

Hr. Victor Wagon, im Schlosse zu Amillis bei Coulommiers, zeigte der Société d'encouragement in ihrer Sizung vom 18. Mai an, daß er in dem |80| Weidenröslein (Epilobium), welches häufig an den Bächeu und Sümpfen wächst, ein Spinnmaterial gefunden habe, dessen Fasern mit dem schönsten Flachse von Anjou einen Vergleich aushalten. Wir hoffen bald Mehreres hierüber zu hören, und bedauern nur, daß Hr. Wagon nicht angegeben hat, mit welcher Art von Epilobium er seine Versuche machte, indem es deren sehr viele gibt, von welchen auch bei uns mehrere an allen Pläzen und Straßen wachsen, so daß sich sehr leicht Versuche damit anstellen ließen. Die Samen aller dieser Arten tragen eine ziemlich lange, feine, spinnbare Wolle, welche im Kleinen schon verschieden angewendet wurde, und aus der in den Polargegenden hier und da Lampendochte gemacht wurden. Wenn es richtig wäre, daß die Sumpfepilobien ein Flachssurrogat geben, so wäre dieß für Bayern äußerst wichtig; wir könnten dann unsere vielen Moser benuzen, die ungeachtet aller Vorstellungen wohl noch sehr lange nicht werden troken gelegt werden.

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