Titel: Tafeln zu Fußboden aus gebranntem Thone, Terra cotta.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. XXVI./Miszelle 9 (S. 71–72)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/mi042026_9

Tafeln zu Fußboden aus gebranntem Thone, Terra cotta.

Hr. James Bagshaw, Duchy Wharf, Savoy, Strand, stellte in dem National-Repository zu Charing Croß Platten zu Fußboden aus gebranntem Thone aus, von welchen das Register of Arts August S. 157 sagt, daß sie den Steinplatten weit vorzuziehen sind, indem sie die Wärme schlechter leiten, und daher die Zimmer wärmer erhalten. Uebrigens sollen sie auch weniger Feuchtigkeit aus der Luft anziehen, und dadurch die Gemächer weniger der Gefahr des Feuchtwerdens aussezen. Hr. Bagshaw schlägt vor, dieselben an einer oder an beiden Seiten zu glasiren, um dadurch das Aufsteigen von Feuchtigkeit von den Boden zu verhindern. Er macht dieselben von verschiedener Form; gewöhnlich jedoch verfertigt er Viereke, oder er schneidet diese Viereke in zwei gleiche Dreieke, die am besten in den Zimmern anwendbar sind. Zur Verzierung gibt er der Glasur jede beliebige Farbe. Der Yard dieser Bodenbekleidung kommt in England auf 13 Shill. 6 Penc. (8 fl. 6 kr.). – Wir haben in Deutschland schon längst ähnliche Platten, nur viel wohlfeiler, zu Fußboden verwenden sehen. Einer unserer wakersten Freunde schlug dieselben nicht bloß zur Bekleidung feuchter Fußboden, sondern auch dazu vor, um feuchte Wände, wenigstens an der inneren Oberfläche troken zu legen. Unsere Leser finden diesen Vorschlag, und den Bericht des Hrn. Feilner über denselben in den Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen 1831. 3. Heft S. 150. Wir erlauben uns gegen diesen Bericht zu bemerken, daß die Glasur wohl von dem Salpeterfraße, nicht aber von jeder anderen feuchten Wand zerstört werde. Ein Beweis dafür ist, daß man in vielen alten Burgen einzelne Zimmer findet, die eben nicht zu den trokenen gehören, und in denen sich Fußboden, die mit glasirten Thonplatten belegt sind, mehr als hundert Jahre vollkommen gut erhalten haben. Wir glauben mithin |72| daß diese Wandbekleidung zwar die Ursache des Feuchtwerdens der Zimmer nicht heben, allein die Bewohner solcher feuchter Zimmer in hohem Grade gegen die Wirkungen der feuchten Mauern schüzen würden.

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