Titel: Analyse der Mangosamen und Bereitung einer Tinte aus denselben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. LXI./Miszelle 11 (S. 218–219)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/mi042061_11

Analyse der Mangosamen und Bereitung einer Tinte aus denselben.

Hr. Avequin machte im Journal de Pharmacie 1831 August S. 421 eine lange Reihe von analytischen Versuchen bekannt, die er mit den Samen des indischen Mango (Mangifera indica L.) anstellte. Das Resultat derselben ist, daß in 5 1/2 Pfd. frischen Mangosamens folgende Bestandtheile enthalten sind:

|219|
Unzen. Quent. Gran.
Vegetabilisches Eiweiß 22
Galläpfelsäure 8 6 36
Gerbestoff 2 48
Stärkmehl 32 4
Gummi 2 4 12
Fette Substanz (Stearinsäure), welche in heißem Weingeist,
Schwefelsäure und Essigsäure auflöslich ist und beim
Erkalten daraus krystallisirt


2




36
Grünes Harz 2
Braune harzartige Substanz 2 48
Butter 1 4 18
Extractivstoff, welcher in Wasser und Weingeist von 36°
auflöslich ist, und unkrystallisirbaren Zuker enthält
Extractivstoff
Gelber Färbestoff

4


Faserstoff 5 1 36
Wasser 25 2
Verlust 5 1 31
––––––––––––––––
Summe 5 Pfd. 8 Unz.

Um nun aus dem Mangosamen eine Tinte zu bereiten, welche einer guten Galläpfeltinte vollkommen an Güte gleichkommt, gibt Hr. Avequin folgende Vorschrift. Man nehme 4 Unzen Mangosamen-Pulver und eben so viel geraspeltes Kampeschenholz; gieße darauf 3 Pfunde Wasser, welches auf 40° R. erwärmt worden, und lasse es 24 Stunden in Infusion stehen; dann seihe man die Flüssigkeit durch ein Tuch und presse den Rükstand aus, worauf man die Flüssigkeit sich sezen läßt, und sie dann abgießt. In dieser Infusion löse man 1 1/2 Unzen gestoßenen arabischen Gummi und eben so viel schwefelsaures Eisen auf, und schüttle dieselbe von Zeit zu Zeit, bis die Auflösung vollkommen erfolgt ist. Um die Tinte vor dem Schimmeln zu verwahren, sezt man ihr am Ende noch 24 Tropfen Gewürznelken- oder Lavendel-Oehl zu.

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