Titel: Ale-Bier aus Runkelrüben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. LXI./Miszelle 13 (S. 219–220)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/mi042061_13

Ale-Bier aus Runkelrüben.

Ein Correspondent des Mechan. Magaz., Homo von Laceby bei Grimsby unterschrieben, machte in diesem Blatte ein Verfahren bekannt, um aus Runkelrüben Ale-Bier zu bereiten. Seither erschien aber auch im Coventry-Herald ein Aufsaz des Hrn. William Lester von Woodhouse bei Loughborough, aus welchem das Mechan. Magaz. N. 407 S. 204 folgenden interessanten Auszug mittheilt. Hr. Lester sagt nämlich, daß er, seit er im Jahre 1829 in einer Zeitschrift einen Aufsaz las, der sich darüber verbreitete, wie man aus Runkelrüben ein gutes Getränk bereiten könne, viele Versuche hierüber angestellt habe, und daß er am Ende zu sehr glüklichen Resultaten gelangt sey. In dem, von Hrn. Lester angeführten, |220| Artikel stand, daß 10 Pfd. Rüben auf ein Gallon Flüssigkeit ein gutes Getränk geben; allein Hrn. Lester zu Folge geben 15 Pfunde auf ein Gallon ein vortreffliches Ale. Ein Zusaz von 2 Pfunden Syrup auf ein Viertelfaß sollen dasselbe noch bedeutend verbessern, und ein Drittheil Malz mit zwei Drittheilen Runkelrüben soll ein Capital-Ale geben, so daß auch auf diese Weise sich eine große Ersparniß erzielen ließe. Das Verfahren des Hrn. Lester besteht darin, daß er die Runkelrüben gut reinigt, den oberen Theil wegnimmt, die äußere Rinde abschabt oder abschält, und daß er dieselben dann zerkleinert und zerkocht, bis sie einen weichen Brei bilden; daß er ferner die Flüssigkeit aus dem Breie gut auspreßt, dieselbe mit beiläufig 6 Unzen Hopfen auf 9 Gallons siedet, und dann auf die gewöhnliche Weise mit Hefen in Gährung sezt. Hr. Lester glaubt, daß sich auf diese Weise jeder Landbewohner in seinem Ofen im Winter ein vortreffliches Getränk bereiten könne, welches er übrigens, da die Wurzeln sich an einem kühlen Orte recht gut aufbewahren lassen, auch zu allen übrigen Jahreszeiten für seinen Hausbedarf erzeugen könnte. Zugleich erhielt der Landwirth durch den Bau dieser Pflanze, deren Blätter sich im August und September ohne allen Nachtheil für das Wachsthum der Wurzel abpflüken lassen, ein sehr gutes Futter für Kühe und Schweine. Wir sind mit Hrn. Lester in lezterer Hinsicht, und auch darin einverstanden, daß man aus Runkelrüben ein sehr gutes Getränk verfertigen kann, nur soll man demselben einen anderen Namen, als den eines Bieres geben, da es nie ein solches seyn wird.

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