Titel: Oekonomischer und botanischer Garten zu Mülhausen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. LXI./Miszelle 17 (S. 222)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/mi042061_17

Oekonomischer und botanischer Garten zu Mülhausen.

Wir haben schon oft Gelegenheit gehabt unseren Lesern Beweise vorzulegen, wie wohlthätig die Société industrielle zu Mülhausen auf die Hebung der Industrie, des Akerbaues, der Civilisation und des Unterrichtes im Elsaß einwirkt, und wie sehr ihre Bestrebungen von eben so großer Liebe zur Verbreitung des Nüzlichen, des Guten und Schönen, als von großer Umsicht und Sachkenntniß zeigen, mit denen sie zu Erreichung ihres schönen Zieles zu Werke geht. Derselbe Geist, der die ganze Gesellschaft beseelt, zeigte sich neuerlich auch in den einzelnen Mitgliedern derselben. Hr. Koechlin-Schouch bot nämlich der Gesellschaft ein Stük Landes auf seinem Landgute in der Nähe von Mülhausen an, um auf demselben auf seine Kosten, und unter den Auspicien der Gesellschaft Versuche mit der Cultur verschiedener Färbe- und anderer Pflanzen, die im freien Lande gedeihen, und deren Einführung für den Akerbau und die Oekonomie des Departements einst von Nuzen seyn möchte, Versuche anzustellen. Die Lage und der Boden des großmüthig dargebotenen Landes lassen nichts zu wünschen übrig, und bei der Zwekmäßigkeit, mit welcher man bei der Anstellung der Versuche zu Werke gehen wird, läßt sich erwarten, daß das Departement auch in dieser Hinsicht in Hrn. Koechlin-Schouch einen thätigen Förderer seiner Interessen zu verehren haben wird. – Es konnte nicht fehlen, daß der Edelsinn des Hrn. Koechlin-Schouch den Wetteifer seiner Collegen erregen mußte; unmittelbar nach ihm erklärte Hr. Meyer-Dollfus, daß er auf seine Kosten, auf seinem Grund und Boden, unter der Leitung der Gesellschaft, einen botanischen Garten unterhalten wolle, in welchem sich junge Zeichner, und Leute, die sich dem Studium der Botanik und des nüzlichen Einflusses derselben auf so viele Zweige der Industrie widmen wollen, Kenntnisse sammeln könnten, und in welchen sich ebenso interessante, als Vortheil bringende Beobachtungen anstellen ließen. Der schöne Garten des Hrn. Meyer-Dollfus enthält bereits eine zahlreiche Gewächssammlung, ein Treibhaus, Orangerien, holländische und andere Treibkasten etc. – Beide Anstalten sind zwar nach dem Berichte, welchen Hr. Risler im Bulletin de la Société industrielle N. 17 S. 222 darüber erstattete, noch im Entstehen, allein bei der Unterstüzung, welche dieselben gewiß von den zahlreichen Förderern der Naturgeschichte und der Oekonomie zu erwarten haben, und bei dem Zuflusse, der ihnen auch aus den großen Sammlungen zu Paris zugesagt ist, werden sich dieselben bald auf einen Grad von Blüthe erhoben haben, der ihren Gründern eben so viel Genuß und Ehre, als den Bewohnern ihres Departements wahren Nuzen gewähren wird.

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