Titel: Englands Handel mit Uhren nach der Türkei, und Betrügereien dabei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. LXXXV./Miszelle 13 (S. 311–312)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/mi042085_13

Englands Handel mit Uhren nach der Türkei, und Betrügereien dabei.

Die englischen Uhren sind wegen der Güte und Dauerhaftigkeit, die sie seit ein Paar Jahrhunderten bewiesen, unter den Türken sehr geschäzt, und werden daher theurer als andere bezahlt. Noch jezt werden auch jene in England verfertigten Uhren, die den größten inneren Werth haben, meistens nach der Türkei ausgeführt, und man ist ängstlich besorgt, daß dieser, seit langer Zeit erworbene, Credit bei einer Nation, die so sehr am alten Herkommen hängt, und die noch nach Jahrhunderten ihren Bedarf dort holt, wo ihre Ur-Vorfahren gute Waare bekamen, in neuerer Zeit durch Speculanten ohne Grundsäze gefährdet werden möchte. Um sich die Gunst der Türken zu erhalten, verfertigen die Uhrmacher die für dieselben bestimmten Uhren jezt noch nach der vor alten Zeiten gebräuchlichen Form, und sezen statt ihres eigenen Namens jene ihrer berühmteren Vorfahren, deren Andenken an den Ufern des Bosporus noch in frischerem Andenken erhalten ist, als bei Hause, auf dieselben. Man hält es sogar für nöthig, daß man, obschon das Datum ein neues ist, den fingirten Namen des Verfertigers und dessen |312| gleichfalls fingirte Adresse mit derselben Art von Lettern auf die Uhren sezt, die man im 17 Jahrhunderte anwendete! (Mechanics' Magazine N. 421 S. 431.)

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