Titel: Ueber die Vorzüge hölzerner Fensterrahmen vor eisernen an Glashäusern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. LXXXV./Miszelle 7 (S. 310)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/mi042085_7

Ueber die Vorzüge hölzerner Fensterrahmen vor eisernen an Glashäusern.

Hr. J. Thompson gab im Horticultural Register einen Aufsaz über die Vorzüge der hölzernen und metallenen Fensterrahmen an Treibhäusern, in welchem er die lezteren wegen der Wärmeleitung und der Zusammenziehung und Ausdehnung des Metalles in der Kälte oder Wärme durchaus verwirft. Er sagt, daß er ein gußeisernes Ananashaus sah, dessen Metall sich im Winter so zusammenzog, daß die Zwischenräume mit Moos und Wolle ausgestopft werden mußten, und daß dessen ungeachtet an einigen Stellen innerhalb der Fenster sich Reif zeigte; während im Sommer die Ausdehnung so groß war, daß die Fenster nur mit großer Schwierigkeit gelüftet werden konnten. Ueberdieß machte die Wärmeleitungsfähigkeit des Eisens ein beständiges Hin- und Hergehen zur gehörigen Regulirung der Temperatur nöthig. – Ueber die Dauerhastigkeit hölzerner Fenster gibt Hr. Thompson folgende Beispiele: ein Ananashaus von 105 Fuß Länge, dessen Rahmen ganz aus Tannenholz bestanden, wurde 57 Jahre hinter einander benuzt, ehe Ausbesserungen nöthig wurden, mit welchen es wahrscheinlich noch 57 Jahre gebraucht werden kann. Der Neigungswinkel dieser Fenster beträgt überdieß bloß 26 Grade. Ein Trauben- und Pfirsich-Haus von 200 Fuß Länge, dessen Sparren aus Eichenholz, und dessen Rahmen aus Tannenholz bestanden, wurde 110 Jahre benuzt, ohne daß dessen Rahmwerk verfault oder zerbrochen ist; der Neigungswinkel des Daches desselben beträgt aber 45 Grade. – Wir wüßten nicht, daß bei uns irgendwo hölzerne Rahmen so lang dauern, und wissen dieß bloß der geringen Sorgfalt, die gewöhnlich auf Erhaltung derselben verwendet wird, zuzuschreiben.

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