Titel: Silvester's neues Dampfboth.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. CIV./Miszelle 1 (S. 385–386)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/mi042104_1

Silvester's neues Dampfboth.

Hr. Silvester erbaute ein Modell einer neuen Art von Dampfboth, welches ohne Ruderräder getrieben werden kann, und gar keine Unruhe auf der Oberfläche des Wassers verursachen soll. Es wird nämlich durch sehr sonderbar und wissenschaftlich erbaute Räder, die ganz unter der Oberfläche des Wassers arbeiten, in Bewegung gesezt. Dampfbothe, die nach den Grundsäzen dieses Modelles erbaut sind, sollen sich mit aller Sicherheit auf Kanälen und kleinen Flüssen, von denen die gewöhnlichen Dampfbothe bisher ausgeschlossen waren, einführen lassen; auch soll man mit denselben, da sich die Ruder zusammengefaltet knapp an die Seiten legen lassen, durch sehr schmale Schleußen fahren können. Bei Anwendung der Silvester'schen Dampfbothe auf größeren Flüssen sollen viele der häufig vorkommenden Unglüksfälle verhindert werden, indem kein Aufwogen des Wassers durch dieselben hervorgebracht wird, indem sich kleinere Schiffe ohne alle Gefahr denselben nähern können, und indem man mit der größten Schnelligkeit und ohne alle Gefahr unter der größten Menge von Schiffen damit herumfahren kann. Auch zur Fahrt auf hoher See soll sich das neue Dampfboth besser eignen, weil die neuen Patent-Ruder auch dann noch arbeiten können, wenn die See für die Ruderräder zu stürmisch ist. Das neue Dampfboth soll sich von Außen durch gar nichts zu erkennen geben, und der Erfinder hofft, daß man in Folge seiner Erfindung bald nichts mehr von den häßlichen Ruderkästen der Dampfbothe sehen wird. – Es wurden mehrere Versuche mit dem Modelle, welches eine Miniaturdampfmaschine trägt, angestellt, und obschon die Reibung an so kleinen Maschinen jedes Mal verhältnißmäßig weit größer ist, als an großen, und ungeachtet der Schwierigkeit, die es macht, den Dampf in einem kleinen, in kaltes Wasser untergetauchten Gefäße zu erhalten, so gelangen diese Versuche doch so gut, daß alle Zweifel vor den Augen der Zuschauer verschwanden, und daß selbst praktische Mechaniker nicht mehr an der Möglichkeit der Ausführung des Planes zweifeln. – Hr. Silvester sucht gegenwärtig die nöthigen Fonds aufzutreiben, um nach seinem Modelle ein Dampfboth zu bauen, das zwischen Hungerford Market und Gravesend fahren soll. – Bemerkt muß noch werden, daß, da das neue Both kein Rükwasser erzeugt, und da es noch andere günstige Umstände darbietet, nur 2/3 jener Dampfkraft nöthig sind, deren man gewöhnlich bedarf, und daß mithin dadurch bedeutend an Raum, den die Maschine einnimmt, erspart wird. (Aus dem Mechan. Magaz. N. 421 S. 429.)

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Lebensversicherer für Dampfbothe und Paketbothe.

In den Times wird von einem Correspondenten vorgeschlagen, daß eine Acte in Betreff der besseren Einrichtung der Dampfbothe und anderer Fahrzeuge, die zum Transporte von Reisenden dienen, erlassen werden soll, nach welcher jeder Eigenthümer solcher Fahrzeuge gehalten seyn soll, sein Schiff mit so vielen Lebensrettern zu versehen, als sich Passagiere auf demselben befinden. Ebenderselbe schlägt ferner vor, diese Lebensretter aus Bambusstöken zu verfertigen, indem dieselben röhrenförmig sind, und daher schwimmen, und indem sie sich wegen ihrer glatten polirten Oberfläche länger in gutem Zustande erhalten lassen, als anderes Holz. Die Stöke können an den Gelenken abgeschnitten, durchbohrt, und auf diese Weise an Schnüren angefaßt werden, so daß man aus denselben eine Brustplatte verfertigen kann, welche über den beiden Achselhöhlen befestigt wird, über die ganze Brust geht, und bei warmem Wetter das Leben des Menschen wenigstens mehrere Stunden lang zu erhalten im Stande ist, während welcher Zeit vielleicht Hülfe geleistet werden kann. Hätte der neulich verunglükte Rothsay-Castle solche Vorrichtungen bei sich gehabt, so würde wahrscheinlich ein großer Theil seiner Equipage haben gerettet werden können. Es scheint uns, daß mehrere der, von uns bereits bekannt gemachten, Schwimmgürtel auf eine weit bequemere Weise dasselbe leisten. (Aus dem Mechan. Magaz. N. 421 S. 432.)

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