Titel: Bereitung des Chromroths oder basisch chromsauren Bleioxyds von zinnoberrother Farbe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. CIV./Miszelle 11 (S. 389–390)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/mi042104_11

Bereitung des Chromroths oder basisch chromsauren Bleioxyds von zinnoberrother Farbe.

Die Darstellung des basisch chromsauren Bleioxyds auf nassem Wege ist bekannt. Es scheint auf diesem Wege niemals rein zinnoberroth, sondern stets nur in einer tiefen Nüance von Orange erhalten werden zu können, wiewohl schön genug, um in der Färberei Anwendung zu finden. Aber rein zinnoberroth und mit dem besten Zinnober an Höhe der Farbe wetteifernd, wird dieses Salz, wie Liebig und Wöhler gefunden haben, durch geeignetes Schmelzen des neutralen chromsauren Bleioxyds mit Salpeter erhalten. – Man bringt Salpeter bei ganz schwacher Glühhize zum Schmelzen und trägt nach und nach, in kleinen Antheilen, reines Chromgelb hinein. Jedes Mal entsteht starkes Aufkochen von entwikelten Gasen, und die Masse wird schwarz, weil das Chromroth, wie man das basische Bleisalz in der technischen Sprache nennen kann, schwarz erscheint, so lange es heiß ist. Man fährt mit dem Zuschütten von Chromgelb so lange fort, bis nur noch wenig Salpeter unzerstört übrig ist, indem man stets beachtet, den Tiegel nur gelinde glühend zu erhalten, weil bei zu starker Hize die Farbe weniger schön, ins Bräunliche ziehend, ausfällt. Alsdann läßt man den Tiegel einige Minuten lang ruhig stehen, damit sich das schwere Chromroth zu Boden seze, und gießt die noch flüssige, aus chromsaurem Kali und Salpeter bestehende Salzmasse davon ab, die man nachher wieder zur Bereitung von Chromgelb benuzen kann. Die Masse im Tiegel wird mit Wasser ausgezogen und das sich abscheidende Chromroth nach gutem Auswaschen. Bei dieser Behandlung mit Wasser ist es für die Schönheit der Farbe wesentlich, daß man die Salzauflösung nicht lange |390| über dem rothen Pulver stehen lasse, weil dadurch die Farbe an Höhe verliert und mehr orangeroth wird; das Pulver aber sezt sich wegen seiner Schwere und seines krystallinischen Zustandes jedes Mal so schnell ab, daß diese Vorsicht durch rasch wiederholtes Aufgießen von frischem Wasser sehr leicht zu befolgen ist.

Das so erhaltene Chromroth stellt ein prächtig zinnoberrothes Pulver dar und besteht, wie man bei Betrachtung im Sonnenschein sieht, aus lauter glänzenden Krystallpartikelchen. Es möchte keinem Zweifel unterliegen, daß, sobald man es wohlfeiler als den Zinnober wird darstellen können, es im Allgemeinen statt dessen gebraucht werden kann. (Poggendorff's Annalen der Physik 1831. Bd. XXI. S. 580.)

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