Titel: Ueber das hämmerbare Gußeisen des Hrn. Oberstlieutenants Fischer zu Schaffhausen
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. CIV./Miszelle 3 (S. 386–387)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/mi042104_3

Ueber das hämmerbare Gußeisen des Hrn. Oberstlieutenants Fischer zu Schaffhausen

befindet sich im Bulletin de la Société industrielle de Mulhausen N. 18 S. 313 ein von Hrn. E. Thierry erstatteter Bericht, aus welchem jedoch, da das Verfahren des Hrn. Fischer noch immer geheim gehalten wird, nicht viel wesentliches Neues hervorgeht. Die von Hrn. Fischer der Gesellschaft eingesendeten Stüke bestanden aus zwei Schubladenschlüsseln und einem Stiefelhakengriffe; er versprach auch ein Schloßblatt eines Ordonnanzkarabiners einzusenden, welches, bis auf die Federn, ganz aus hämmerbarem Gußeisen bestehen soll. Hr. Fischer sagt nicht, ob er diese Gegenstände direct schon beim Gießen erhält, oder ob sie nach dem Gießen erst noch eine weitere Behandlung erleiden müssen. Der Bruch seines hämmerbaren Eisens hat große Aehnlichkeit mit jenem des gewöhnlichen deutschen, geschmiedeten Stahles; es läßt sich durch kaltes Hämmern ausdehnen, und, gehörig erhizt, läßt es sich ziehen, biegen und sehr leicht schmieden, es scheint sogar, daß es sich schweißen läßt. Von der Feile wird es vor und nach dem Erhizen angegriffen, und in den Stüken, welche geschmiedet worden, zeigte sich keine Veränderung des Kornes. Hr. Thierry versuchte es, einen der beiden Schlüssel in Paketen zu härten; der Versuch gelang sehr gut, indem der |387| Schlüssel nach dem Härten von der Feile nicht mehr angegriffen wurde. – Wir übergehen hier die historischen Daten, welche Hr. Thierry anführt, um zu beweisen, daß die Erfindung eines Verfahrens, um das Gußeisen hämmerbar zu machen, eine französische Erfindung ist, und zwar dem berühmten Réaumur angehöre; uns Deutschen ist dieser historische Theil hinlänglich bekannt; auch bleibt der hier geführte Beweis immer noch sehr zweifelhaft. – Wir wollen daher nur noch bemerken, daß das Härten des Gußeisens in Paketen im Elsaß bedeutende Fortschritte macht. Die HHrn. Brüder Japy zu Beaucourt verfertigen z.B. Kaffeemühlen, deren vorzügliche Theile aus solchem Gußeisen bestehen, und von denen das Stük nur 8 Franken kostet. Hr. Albert Schlumberger wendet in seiner Baumwollspinnerei lauter in Paketen gehärtete Triebstöke an.

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