Titel: Egerton Smith's Fernglas oder Opernguker.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. CIV./Miszelle 9 (S. 388–389)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/mi042104_9

Egerton Smith's Fernglas oder Opernguker.

Die gewöhnlich gebräuchlichen Taschenferngläser oder Opernguker haben den Nachtheil, daß man bei jeder Veränderung der Entfernung des Gegenstandes von dem Beobachter auch das Fernglas anders stellen muß, und daß man, um dieses zu bewirken, sehr oft, ja gewöhnlich gezwungen ist, das Glas von dem Auge wegzunehmen |389| da sich die Röhren wegen der Feuchtigkeit, die sie in der dunstigen Luft der Theater erlangen, entweder schwer oder stoßweise bewegen. Um diesem Uebelstande, der Zeitverlust und Ungenauigkeit veranlaßt, abzuhelfen, bedient sich Hr. Egerton Smith seit mehreren Jahren eines eigenen, von ihm erfundenen, einfachen und wohlfeilen Operngukers, der auf folgende Art verfertigt ist. Statt der sich in einander schiebenden Röhren nimmt er eine kegelförmige, elastische, zierliche Spiralfeder, an deren oberen Ende er das Ocularglas, und an deren unteren Ende er das Objectivglas anbringt. Diese beiden Gläser müssen bei dem Gebrauche des Instrumentes parallel mit einander gehalten werden, und dieß kann, wie viele Leute es fanden, sehr leicht geschehen. Man hält nämlich den Zeigefinger und den Daumen der einen Hand um den Rand des Objectivglases, und jene der anderen Hand um den Reif des Ocularglases, und verkürzt oder verlängert auf diese Weise in einem Augenblike die Entfernung der beiden Gläser von einander nach Bedarf von 1/1000 eines Zolles bis zu einer größeren Länge. Die äußeren, sich in einander schiebenden, Röhren sind ganz weggelassen, noch bedarf es irgend einer anderen äußeren Bedekung, indem die Hand statt derselben dient. Will man jedoch einen Ueberzug, so kann man ein Stük leichten Seidenzeuges an den Spiralgängen annähen. Ein solcher Opernguker soll nicht bloß sehr wohlfeil seyn, sondern er soll auch noch den Vortheil haben, daß man ihn in einen sehr kleinen Raum bringen kann, indem man das Ocularglas dem Objectivglase ganz nähert. (Aus dem Mechan. Magaz. N. 421 S. 425. Es wäre doch der Mühe werth, daß unsere Optiker einen Versuch mit dieser einfachen Vorrichtung machten.)

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