Titel: Aufblühen der Industrie in Australien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. CXVI./Miszelle 15 (S. 433–434)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/mi042116_15

Aufblühen der Industrie in Australien.

Die Sydney Gazette vom 16. September 1830 enthält die Rede, welche Sir John Jamison, der Präsident der Agricultural and Horticultural Society of New South Wales, bei der lezten Jahressizung hielt, und die einen Beweis gibt, wie schnell diese Colonie in ihrem Zunehmen fortschreitet. Wir wollen hier Einiges von dem ausheben, was das Mechanics' Magazine N. 424 S. 477 hierüber mittheilt. Nach mehrjähriger Anstrengung gelang es Hrn. S. Lord grobe Tücher und Leinenzeuge zu verfertigen, die sehr dauerhaft sind und starken Absaz haben. Hr. Robert Cooper errichtet außer seiner herrlichen Branntweinbrennerei auch eine Tuchfabrik, für welche er aus England geschikte Arbeiter und Maschinen kommen ließ. Hr. Jamison bemerkt hiebei, daß man die Dauerhaftigkeit und die Vorzüge der neuseeländischen Wolle erst dann erkennen wird, wenn man sie bei der Fabrikation nicht mehr mit der, unter ihr stehenden, europäischen Wolle mischt. Die Fabriken der HHrn. Dickson, Wilshire, Mackie und Aspinal erzeugen nicht bloß so viel Seife und Kerzen, als New South Wales bedarf, sondern sie führen von ihren Fabrikaten bereits nach Van Diemens Land aus. Die neuseeländische Seife kommt an Güte der besten englischen gleich, und die Kerzen sind auch fast gleich gut. Die Asche des Mangelbaumes, der an der ganzen Küste sehr häufig wächst, und einen beinahe unerschöpflichen Vorrath darbietet, soll, wie Hr. Mackie fand, beinahe eben so gute Soda geben als die spanische Barilla. Der Preis eines Pfundes der besten Seife kann aus diesem Grunde nie um mehr als einen Farthing höher werden, als jener des Talges ist, welcher gegenwärtig 6 bis 9 kr. pr. Pfund beträgt. Hr. Aspinal führte im lezten Jahre allein für 1200 Pfd. Sterl. Colonial-Barilla für seine Fabrik ein. Hr. Wilshire hat das Verdienst, zuerst eine Gerberei errichtet zu haben, in welcher er vergangenes Jahr 2000 Häute, 5000 Kangaru-Felle, 8000 Schaf-Felle und 7 Rollen Pergament, jede zu 60 Häuten, gerbte und bearbeitete. Er zahlte bloß für Einsammlung der Mimosa-Rinde zum Gerben 500 Pfd. Sterl., und hat so viele Concurrenten, daß nicht nur ganz New South Wales mit inländischem Leder versehen wird, sondern daß auch rohe Häute ausgeführt werden. Flachs wird in Neu-Seeland so viel erzeugt, daß er ausgeführt wird. Am Schlusse seiner Rede sagt Sir Jamison, daß in Kurzem der ganze Bedarf an Tuch, an geistigen Getränken, an Wein, Oehl und Bier |434| an Ort und Stelle erzeugt werden wird. Die Sydney-Gazette, die diese Notiz enthält, ist selbst ein Beweis der Fortschritte der Cultur in Australien; sie ist so groß, so gut gedrukt und so gut redigirt, wie die beste englische Zeitung, und erscheint wöchentlich drei Mal.

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