Titel: Thorp, Verbesserung an dem Laufkappen-Spinner.
Autor: Thorp, John
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. IV. (S. 23–26)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/ar043004

IV. Verbesserung an dem, am 13. Junius 1829 patentirten, Laufkappen-Spinner (Running-Cap-Spinner), auf welche sich John Thorp zu Providence, Rhode Island, Vereinigte Staaten am 11. November 1830 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Franklin Journal im Repertory of Patent-Inventions, October 1831, S. 94.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Meine gegenwärtige Erfindung besteht in Verbesserungen an meinem Laufkappen-Spinner (Running-Cap-Spinner), auf welchen ich mir am 13. Junius 1829 ein Patent ertheilen ließ; sie begründet eine neue Methode die Drehung des Garnes zu hemmen, indem sie bewirkt, daß dasselbe von der Kappe abfällt, und auf der Spule aufgewunden wird.

Die Spindel, deren ich mich bediene, ist die gewöhnliche Drosselspindel (throstle spindle); an jenem Theile derselben, über welchen |24| die Spule gewöhnlich läuft, sind jedoch zwei hervorragende Lippen (lips) angebracht. Diese Lippen befinden sich an den gegenüber liegenden Seiten der Spindel; sie laufen mit einander parallel, und bilden Vorsprünge von beiläufig 1/16 Zoll. Sie erstreken sich jedoch nicht weiter, als die Basis der Spule, wenn sich dieselbe in ihrer höchsten Stellung befindet, so daß über denselben noch hinreichender Raum an der Spindel bleibt, um die Spule über diese Lippen hinauf heben zu können, damit sie sich an der Spindel drehen kann, wenn sie z.B. zum Anstüken etc. Garn abgeben soll.

Die gewöhnliche Drosselfliege habe ich in das verwandelt, was ich die Kappe oder den Hut (cap) nenne, indem ich an den unteren Enden ihrer Arme in horizontaler Richtung einen Ring anbrachte, welchen ich den Verbindungsring nenne, und der so weit ist, daß die Spule durch dieselbe auf und nieder gehen kann. Dieser Ring leitet das Garn auf die Spule und vertheilt es auf derselben. Das Garn steht mit der Kappe in keiner Verbindung, sondern dreht sich frei um deren Oberfläche.

Die Spule, die ich anwende, ist die gewöhnliche Drosselspule, nur hat sie an einer jeden Seite ihres durchgebohrten Loches eine Rinne oder einen Falz, durch welchen die oben beschriebenen Lippen der Spindel gehen, und der bewirkt, daß sich die Spule mit der Spindel dreht. Man kann auch an jeder Spindel eine Röhre von der Länge der Spule, und in dieser die eben erwähnten Rinnen oder Falzen anbringen; an dieser Röhre müßte sich dann am Grunde ein großer Kopf oder Halsring, auf welchem die Spule lose aufliegen würde, befinden. Diese Röhre kann aus Eisenblech, und so verfertigt werden, daß sie nicht ganz geschlossen, und an einen Kopf oder Halsring aus gleichem Materiale angelöthet ist; in diesem Falle kann die Oeffnung in der einen Seite der Röhre die Stelle einer Rinne oder eines Falzes versehen so daß dann die andere Rinne und die zweite Lippe ganz entbehrlich wird. Die Reibung der Basis der Spule auf diesem Kopfe oder Halsringe wird hinreichen, um die Spule in Bewegung zu sezen, und da die Spule sich um diese Röhre drehen kann, so wird sie jedes Mal Garn abgeben, wenn es nothwendig ist, wie z.B. beim Anknüpfen etc. Man kann ferner an der Spindel statt der Lippen die Rinnen oder Falzen, und zur Bewegung der Spule einen Halsring anwenden, der ungefähr so groß wie die Basis der Spule ist, lose auf der Spindel gleitet, und von dessen Aushöhlung zwei Lippen hervorragen, welche in die Rinnen der Spindel passen, und bewirken, daß der Halsring sich mit der Spindel umdreht.

Das Wesentliche meiner Erfindung liegt jedoch in einem feststehenden spiralförmigen Rande oder Reifen, welche ich den Einhälter (check) |25| nenne. Das obere Ende dieses Einhälters befindet sich innerhalb des Verbindungsringes, und ein Theil desselben bleibt ober, der andere hingegen unter diesem Ringe. Der Raum zwischen der inneren Seite dieses Ringes und der Außenseite des Einhälters muß groß genug seyn, um dem Garne volle Freiheit zu gestatten, sich in demselben zu drehen.

Die Reibung oder Spannung, welche erforderlich ist, um das Garn auf die Spule aufzuwinden, wird durch den oberen Rand des Einhälters hervorgebracht, über welchen das Garn gezogen wird, oder über welchen es bei jeder Umdrehung gehen muß. Der Einhälter besieht aus einem dünnen, flächlings gebogenen Metallstüke, welches eine Krümmung bildet, die einem Kreise entspricht, dessen Durchmesser geringer ist, als jener des Ringes; er ist an einem Knie befestigt, welches an einem feststehenden Stabe oder Riegel, der sich hinter der Spindel längs des Spinngestelles erstrekt, angebolzt, oder auf eine andere Weise befestigt ist. Mittelst eines, in diesem Knie angebrachten Geleises oder Zapfenloches kann der Einhälter nach Belieben hinaufgehoben oder herabgelassen werden, wodurch der obere Rand desselben mehr oder weniger hoch über den Grund des Verbindungsringes zu stehen kommt, und wodurch folglich ein größerer oder kleinerer Winkel in dem Garne hervorgebracht wird, so daß mithin die Reibung oder Spannung des Garnes vermehrt oder vermindert, und dasselbe mehr oder weniger fest auf die Spule aufgewunden wird. Dieser Einhälter soll sich zur Hälfte um die Spule erstreken, obschon eine größere oder geringere Ausdehnung auch ihren Zwek erfüllen wird.

Kleine polirte Einkerbungen oder Vorsprünge an dem oberen Rande des Einhälters werden eine vermehrte Spannung des Garnes hervorbringen. Das Garn gelangt an der äußeren Seite des Verbindungsringes oder dem unteren Rande der Kappe herab, geht dann zwischen diesem Ringe und dem Einhälter hinauf, und gelangt so über den oberen Rand dieses lezteren auf die Spule.

Unter den verschiedenen hier angegebenen Erfindungen nehme ich bloß den oben beschriebenen Einhälter, durch welchen das fortschreitende Drehen des Garnes aufgehalten, das Garn von der Kappe zum Abfallen gebracht und auf die Spule aufgewunden wird, als mein ausschließliches Eigenthum in Anspruch.

In Fig. 32, 33 und 34 ist A die Spindel; B die Kappe oder der Hut; C der Verbindungsring; D die Büchse, welche das obere Zapfenlager der Spindel bildet; E der Blok, auf welchem die Spindel steht; F die Spule; G der Kopf oder der Halsring, auf welchem die Spule ruht; H die Röhre, um welche sich die Spule lose dreht; II |26| der Einhälter, welcher das weitere Umdrehen des Garnes hemmt, indem er dasselbe von der Kappe abfallen macht, und bewirkt, daß es sich auf der Spule aufwindet; JJ zwei Lippen an der Spindel, die aus zwei an derselben angelötheten Drahtstüken bestehen. Diese Lippen schieben sich in zwei Rinnen oder Falzen in der Spule oder Röhre, und bewirken, daß sich die Spule mit der Spindel umdreht. K die Rolle; L ein Halsring, der lose an der Spindel hin und her gleitet. An seiner Aushöhlung befinden sich zwei hervorspringende Lippen, welche in die Rinnen oder Falzen der Spindel passen, und welche bewirken, daß sich der Halsring mit der Spindel umdreht. Die Spule ruht auf diesem Halsringe, und durch die Reibung ihrer Basis auf diesem Halsringe geräth die Spule in Bewegung. Dieser Halsring, so wie der Kopf oder der Halsring der Röhre H ruht auf dem Schaukelriegel (vibrating rail) oder Lüfter der gewöhnlichen Drosselmaschine, und bewegt sich mit demselben, so daß er dadurch das Garn gleichmäßig auf der Spule vertheilt. MM ist eine der Rinnen oder Falzen in der Spindel; die andere befindet sich dieser gerade gegenüber.

Will man die Spinnmaschinen, deren man sich gegenwärtig gewöhnlich bedient, oder Spinnmaschinen, an denen die Spindeln klein sind, hiernach umändern, so ist es besser, man bedient sich der vorspringenden Lippen statt der Rinnen oder Falzen, indem diese lezteren die Spindeln schwächen würden. Baut man hingegen neue Spinnmaschinen, so kann man an diesen die Spindeln stärker machen. Beide Arten arbeiten übrigens gleich gut.

Das Garn ist so vorgestellt, als wenn es durch die Schlinge über der Spindel ginge.

Fig. 34 stellt den Einhälter vor.

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