Titel: Köchlin's Bericht über eine verbesserte Mange oder Rolle.
Autor: Köchlin, Joseph
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. XXIV. (S. 118–126)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/ar043024

XXIV. Bericht des Hrn. Joseph Köchlin über eine verbesserte Mange oder Rolle der HH. Witz, Blech und Comp. zu Cernay, welche von Hrn. Carl Dollfus erfunden und der Société industrielle de Mulhausen vorgelegt wurde.

Aus dem Bulletin de la Société industrielle de Mulhausen N. 18. S. 329.

Mit Abbildung auf Tab. II.

Die Mangen oder Rollen werden in den Kattunfabriken angewendet, um den Zeugen einen gleichmäßigen Glanz, zu geben, theils um sie dadurch zum Druken vorzubereiten, theils auch um der feinen Waare die lezte Zurichtung zu geben, und den Glanz der Farben zu erhöhen. Dieses Glanziren (satinage) ist nach dem Zweke, zu welchem |119| es geschieht, stärker oder geringer; man kann dasselbe in drei Hauptclassen bringen.

1) Bei jenen Zeugen, die vorgedrukt werden sollen, ist ein sehr starkes Glanziren nöthig, indem hievon die Reinheit und Regelmäßigkeit des Drukes, so wie die Genauigkeit des Rapports abhängt, wie unsere Fabrikanten durch lange Erfahrung gelernt haben. Wir brauchen daher hierüber nur noch zu bemerken, daß man die Stüke für den Vordruk in den meisten Maschinen zwei Mal durch die Walze und jedes Mal zwischen den zwei Papierwalzen durchlaufen läßt.

2) Jene Stüke, die bereits in Krapp oder anders gefärbt wurden, und die eingedrukt werden müssen, müssen viel weniger Glanzirung erhalten. Dieß ist ein allgemein anerkannter, und auch in Anwendung gebrachter Grundsaz, dessen Grund man wahrscheinlich darin zu suchen hat, daß der Druker, indem das Rechtet der Zeichnung durch das Auswaschen, und öfter auch durch die eigene Natur des Gewebes in Unordnung geräth, um seine Drukplatte gut auflegen zu können, und um wieder auf die bereits gedrukten Stellen zu kommen, gezwungen ist, das Stük bald in die Länge, bald in die Breite zu ziehen, was nicht geschehen könnte, wenn das Stük stark gewalzt wäre.

3) Der Grad des Glanzes, welchen man der vollendeten Waare gibt, ist nach dem Artikel, welcher fabricirt wurde, und nach der Mode sehr verschieden; gewöhnlich ist derselbe jedoch weit geringer, als jener, der für den Vordruk nöthig ist.

Die Rolle der HH. Witz, Blech und Comp. ist nun dazu bestimmt alle diese verschiedenen Grade von Glanzirung hervorzubringen. Die Verbesserungen, die wir an derselben bemerken, sind folgende:

1) daß zwei Stüke auf ein Mal durch dieselbe laufen können, und daß sie daher in derselben Zeit zwei Mal so viel arbeitet, als eine gewöhnliche Mange.

2) daß sie in Folge ihres mechanischen Zusammenlegers (plieur) den Arbeiter entbehrlich macht, der dieses Geschäft bisher verrichtete.

3) daß die vollendeten Zeuge auf eine Walze aufgerollt, und nicht, wie bisher beinahe allgemein geschah, zusammengefaltet werden.

4) daß in Folge einer sehr einfachen Vorrichtung die Hände der Arbeiter nicht von der Walze ergriffen werden können.

Die Kattunfabriken im Allgemeinen, und besonders jene des Elsaßes, sind in ihrem Betriebe sehr vieler Unregelmäßigkeit ausgesezt: sie sind bald mit Arbeiten überladen, bald stehen sie beinahe still. Die Nachtheile dieser Wandelbarkeit im Betriebe zeigen sich besonders in Fabriken, in denen mit Maschinen gearbeitet wird; denn in den anderen läßt sich die Zahl der arbeitenden Hände leicht vermehren. Es gibt daher gewiß wenige derlei Anstalten, die nicht oft zu außerordentlichen |120| Arbeiten gezwungen sind, und ihre Maschinen, besonders die Rolle, die Nacht oder den Sonntag hindurch arbeiten lassen müssen. Um diesem Nachtheile abzuhelfen, und um im Falle der Eile mit einer einzigen Maschine mehr Arbeit vollbringen zu können, haben die HH. Witz, Blech und Comp. wahrscheinlich die Einrichtung getroffen, daß mit ihrer Mange zwei Stüke auf ein Mal cylindrirt werden können. Diese Verbesserung würde mithin großen Nuzen und große Ersparniß bewirken, wenn sie, wie es auf den ersten Blik scheinen möchte, allgemein anwendbar wäre. Allein nach den Erkundigungen, welche wir bei verschiedenen Fabrikdirectoren eingezogen haben, scheint es, daß die Stüke, welche vorgedrukt werden sollen, immer zwei Mal hinter einander durch die Rolle, und jedes Mal zwischen den beiden Papierwalzen durchgehen; was eben so viel ist, als wenn man dieselben vier Mal zwischen einer einzigen Papierwalze durchlaufen ließe. Diese Herren versicherten ferner, daß man dieses starke Walzen durchaus nicht unterlassen darf, wenn es um einen schönen Druk zu thun ist, und daß man in gewissen Fällen (z.B. bei kleinen Dessins mit schwierigem Rapport) den Zeug sogar drei Mal durch die Walze gehen läßt.

Man könnte zwar gewiß einen eben so starken Glanz erhalten, wenn man die Stüke nur ein Mal und unter einer einzigen Papierwalze durchgehen ließe, und dafür die Pression vermehrte; allein daraus würden nach unserer Meinung zwei große Nachtheile entspringen. Erstens wird die Glanzirung, wenn man das Stük nur durch eine einzige Papierwalze laufen läßt, nie auf dem ganzen Stüke vollkommen gleich werden; denn, wie sorgfältig man auch zu Werk gehen mag, um die Walzen mit aller Genauigkeit abzudrehen, so drüken dieselben doch an der einen Stelle mehr als an der anderen, was bei zwei Walzen nicht der Fall seyn wird, indem die Mängel beider einander compensiren; zweitens muß man, um den Druk vermehren zu können, die Papierwalzen viel mehr schweifen, in welchem Falle sie dann nicht mehr für einen schwachen Druk taugen, so daß man fertige Stüke nicht mehr auf einer und derselben Maschine glanziren könnte, ohne daß dieselben in der Mitte einen sehr starken, und an den Seiten beinahe gar keinen Glanz erhielten. Dieser Einwurf ist so richtig, daß in Fabriken mit zwei Mangen oder Rollen, die eine derselben, die für die fertige Waare gebraucht wird, wenig geschweifte, die ändere hingegen, die zum Glanziren der Stüke, die vorgedrukt werden sollen, bestimmt ist, stärker geschweifte Papierwalzen besizt.

Alles dieses gilt jedoch nur in der Voraussezung, daß man die zum Vordruk bestimmten Stüke in den gewöhnlichen Maschinen zwei, |121| in der verbesserten hingegen vier Mal durchlaufen lassen muß. Allein die HH. Witz, Blech und Comp. haben es dahin gebracht, daß sie ihre Zeuge nur zwei Mal durch die Rolle gehen lassen, und daß sie daher mit ihrer Rolle wirklich zwei Mal so viel leisten, als mit der gewöhnlichen. Diese Verminderung des Cylindrirens oder Rollens ist zwar keine Folge von Aenderungen, die sie an ihrer Maschine anbrachten, sondern sie kann von einer größeren Genauigkeit der Walzen, oder von anderen Umständen, die mit der Einrichtung der Rolle nichts zu schaffen haben, herrühren, und verdiente, als eine wahrhafte Ersparniß an Arbeit, überall eingeführt zu werden, wenn durch dieselbe die Schwierigkeiten beim Druken nicht vermehrt werden. Beiden bereits vorgedrukten, und jenen gefärbten Zeugen, welche eingedrukt werden müssen, hat die Maschine mit doppelter Wirkung weniger Schwierigkeiten, indem schon ein Durchlaufen durch eine einzige Walze für solche Waaren hinreicht.

Besonders überraschend an dieser Rolle schien uns, daß ein einziger Arbeiter hinreicht, um dieselbe zu dirigiren. Man legt 6 bis 8 Stüke, deren Enden nicht zusammengenäht, sondern bloß auf die gewöhnliche Weise um eine halbe Elle beiläufig gekreuzt werden, auf eine Speisewalze. Der Arbeiter läßt das zweite Stük erst dann in die Rolle laufen, wenn das erste bereits zu 1/3 öder zur Hälfte durchgelaufen ist, um auf diese Weise zu verhindern, daß die beiden Stüke zu gleicher Zeit auslaufen. Er muß sich bald auf die eine, bald auf die andere Seite begeben, um dafür zu sorgen, daß sich keine Falten bilden, und um, wenn das eine Stük ausläuft, sogleich ein anderes einzulegen, dessen Ende bloß um einige Zolle über jenes des ersteren Stükes reicht. Alles dieß geschieht, wie man sieht, gerade wie bei den gewöhnlichen Mangen oder Rollen, nur ist die Menge der Arbeit doppelt so groß. Manch Mal wird es, wenn der Arbeiter die Zeit zum Einlegen der Stüke schlecht gewählt hat, oder wenn die Stüke von ungleicher Länge sind, geschehen, daß beide Stüke zu gleicher Zeit enden, in diesem Falle muß nun derselbe einen Gehülfen herbeirufen, oder die Maschine anhalten.

Aus diesen Details ergibt sich, daß die Maschine eine Aufmerksamkeit und Geschiklichkeit des Arbeiters voraussezt, welche man in den gewöhnlichen Fällen nicht trifft, und daß diesem Arbeiter die Arbeit durch ein sorgfältiges Aufrollen, und durch eine vollkommene Genauigkeit im Gange der Cylindermaschine erleichtert werden muß. Das Walzen oder Rollen zweier Stüke scheint uns hieraus für die gewöhnliche und regelmäßige Arbeit keinen Vortheil darzubieten; wohl aber dürfte man sich desselben in außerordentlichen Fällen, für welche es auch der Erfinder ausgedacht hat, mit großem Nuzen bedienen, |122| so daß wir demselben zu seiner glüklichen Idee, die, ohne große Auslagen zu verursachen, wichtige Dienste in der Kattunfabrikation leisten, und beim Appretiren, bei welchem eine viel größere Mannigfaltigkeit in den Graden des Glanzes hervorgebracht werden muß, eine viel allgemeinere Anwendung erlangen dürfte, Glük wünschen.

Der Mechanismus des Zusammenlegers scheint uns sehr sinnreich: mehrere Mitglieder des Comics, die denselben arbeiten sahen, versichern auch, daß er sehr gut arbeitet, und wirklich einen Arbeiter erspare, so daß hiedurch einem großen Bedürfnisse in der Kattunfabrikation abgeholfen ist. Das Aufrollen der fertigen Waaren verdient gewiß vor dem Zusammenlegen den Vorzug; denn es werden dadurch alle falschen Büge vermieden, indem der Ellenmesser das Stük in dem Maße abrollt, in welchem er es aufhangt, und weil die Waare nicht zerkrüppelt wird, während sie in den Werkstuben aufgeschichtet bleibt, oder von einer in die andere geschafft wird.

Das Aufrollen der fertigen Zeuge beim Austritte aus der Rolle wurde bereits in einigen Fabriken, jedoch auf eine sehr unvollkommene Weise in Anwendung gebracht. Es mußte nämlich ein Arbeiter die, in einer gehörigen Hohe in zwei Stüzen bewegliche, und parallel mit der Rolle angebrachte Walze drehen, während bei dieser neuen Maschine das Aufrollen durch Reibung geschieht, und nicht bloß ohne Beihülfe eines Arbeiters von Statten geht, sondern auch ein regelmäßigeres Product und festere und weniger voluminöse Zeugwalzen gibt.

In den englischen Fabriken rollt man nicht bloß die fertigen Stüke, sondern auch alle jene auf Walzen auf, die zum Druken bestimmt sind. Der Druker rollt dann sein Stük, welches er im rechten Winkel mit dem Tische legt, in dem Maße ab, in welchem die Arbeit fortschreitet. Dieses Verfahren scheint uns erstlich die Arbeit zu beschleunigen, und zweitens die Falten zu verhindern, so daß es zu wünschen wäre, daß alle unsere Fabriken dasselbe annehmen, um so mehr, da es bereits in einigen derselben mit Vortheil angewendet wird.

Der Vorrichtung, welche verhindern soll, daß die Hände der Arbeiter nicht zwischen die Walzen gelangen können, schenken wir unseren vollen Beifall. Sie ist zwar nicht neu, aber leider noch viel zu wenig bekannt und verbreitet, wie die zahlreichen Unglüksfälle, die dringend zur Anwendung derselben auffordern, hinreichend beweisen.

Nach allem diesen finden wir die Mange oder Rolle der HH. Witz, Blech und Comp. sehr gut eingerichtet, und glauben, daß die Vortheile derselben in vielen Fällen sehr großen Nuzen gewähren werden. Die Verbesserungen, die diese Herren anbrachten, verdienen um so mehr allgemeine Empfehlung, als sie sich leicht und ohne große Ausgaben, |123| an allen Cylindrirmaschinen, nach was immer für einem System sie auch gebaut seyn mögen, allbringen lassen.

Beschreibung der, von Hrn. Carl Dollfus erfundenen, und in der Fabrik der HH. Witz, Blech und Comp. zu Cernay arbeitenden Mange oder Rolle mit ihrem Zusammenleger.

Die Abbildung Fig. 6 gibt das Profil der Maschine im Durchschnitte, nach einem Mastabe, der dem zwölften Theile der natürlichen Größe gleichkommt.

aa sind die beiden Papierwalzen, zwischen welchen sich, wie bei den gewöhnlichen Mangen oder Rollen, die messingene Walze b dreht, die nach dem Zweke, zu welchem sie angewendet wird, massiv oder hohl seyn kann.

c ist eine große, an dem einen Ende der messingenen Walze aufgezogene Rolle, die die ganze Maschine in Bewegung sezt; sie selbst erhält ihre Bewegung mittelst eines Riemens durch irgend eine Triebkraft. An jeder Seite dieser Rolle befindet sich ein Ausheber q, q, um dem Arbeiter seine Arbeit zu erleichtern.

d und e sind zwei Walzen auf welche die Stüke, die cylindrirt werden sollen, aufgerollt sind. Sie haben beide eiserne Achsen, und Hebel, die mit Messing besezt, und mit einem Gewichte beladen sind, und dadurch auf die Achsen drüken, so daß die Stüke in einer gewissen Spannung erhalten werden. Die Gewichte lassen sich nach Belieben vor- oder rükwärts schieben.

Der Zusammenleger besteht aus:

f seinem hohlen, hölzernen Cylinder von beiläufig 8 Zoll im Durchmesser, der an dem einen Ende seiner eisernen Achse eine Kurbel trägt.

g einer Scheibe aus hartem Holze, dergleichen sich auf jeder Seite des Cylinders f eine befindet. Beide sind an einer und derselben Welle aufgezogen, und müssen ganz gleichen Durchmesser haben, der jedoch beiläufig um 6 Linien kleiner ist, als der Durchmesser des Cylinders f. In der Dike haben diese Scheiben beiläufig 18 Zoll.

h einer Scheibe, welche kleiner ist, als die Scheiben g, indem sie zwar gleiche Dike mit diesen, aber nur 3–4 Zoll im Durchmesser hat. Solcher Scheiben sind gleichfalls zwei an einem, als Achse dienenden, Eisenstabe befestigt, und zwar genau in derselben Entfernung von einander, in welcher sich die Scheiben g befinden. Sie dienen dazu um den Zusammenleger in Bewegung zu sezen, und um den Cylinder f in derselben Richtung umzudrehen, in welcher sich die untere Papierwalze umdreht. Die Träger der Achse dieser kleinen Scheiben sind an den Hebeln selbst befestigt, und haben ein Gewinde.

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i ist der Zusammenleger ober Führer, der eine Art von Kasten in Form einer abgestuzten Pyramide darstellt, welcher an den vier Seiten geschlossen, oben und unten aber offen ist. Die obere Oeffnung hat beiläufig 5, die untere 1 1/2 Zoll; die vordere und Hintere Flache, die beiläufig 4 Fuß breit sind, bestehen aus Eisenblech oder geglättetem Pappendekel, die beiden Seiten hingegen aus starkem Schwarzbleche. Das Ganze ist durch kleine Eisenstäbe 6, 6, 6, 6 zusammengefügt. Auf dem Schwarzbleche der Seiten sind eiserne Pfosten x mit Löchern befestigt, von welchen dieser ganze Kasten mittelst der, in die Löcher passenden, Spizen getragen wird. Einer der beiden Pfosten ist länger als der andere, und hat einen Falz, in dem sich ein kleiner Bolzen befindet, welcher mittelst des eisernen Stükes k den Führer mit der Kurbel des Cylinders f verbindet, und dadurch dem ganzen Kasten eine Hin- und Herbewegung mittheilt. An dem Bodenende des größeren Pfostens befindet sich ein eisernes, ankerförmiges Stük, welches durch die Schrauben 22 gehoben, herabgelassen und festgestellt werden kann.

An den Enden dieses Ankers sind die Läufer ll angebracht, die man mittelst der Schrauben 11 verlängern, verkürzen und feststellen kann. Diese Läufer heben wechselsweise die beiden Hebel mm, welche aus hartem Holze verfertigt, und an einer Welle aus Holz befestigt sind. An derselben Welle sind auch die hölzernen Tazen nn angebracht, die dazu dienen wechselsweise die Falten des Zeuges, welcher n den Kasten gelangt und im Zig-Zag gebogen wird, auf den Boden oder ein, unter dem Kasten befindliches, Brett abzuschlagen: eine Bewegung, die ihm durch das Hin und Her des Kastens mitgetheilt wurde.

r ist ein gußeisernes, an die hölzernen Pfosten der Mange angebolztes Stük, welches dem Cylinder f, den Scheiben h und dem Kasten i zur Stüze dient.

ss sind zwei Stüke aus Gußeisen, welche gleichfalls an die Pfosten angebolzt sind, und erstens den Speisewalzen e und d; zweitens den hölzernen Stäben, über welche die Stüke zu ihrer Spannung gehen; drittens den divergirenden Richtscheiten zum Entfernen der Falten, und viertens jenen Hebeln zum Stüzpunkte dienen, welche die Gewichte 2 und 3 tragen, und auf die Enden der Achsen der Walzen drüken, um die Stüke in einer gewissen Spannung zu erhalten.

Wenn man zwei Stüke auf ein Mal cylindriren oder walzen will, so sezt man eine, mit fertigen Stüken versehene Walze e auf, läßt das Stük durch die Latten 10,10 und die divergirenden Kämme g, g nach der punktirten Linie, und dann zwischen der oberen Walze a und der metallenen Walze b durchgehen; worauf das Stük sich auf der |125| kleinen Walze p aufrollen wird, die an Gewindträgern aufgehängt ist und durch ihr eigenes Gewicht, oder in Ermangelung dessen durch das Gewicht 4 gegen die obere Walze gedrükt wird. Hierauf sezt man eine zweite Walze d ein, die mit Stüken, welche zum Druken mit dem Model bestimmt sind, bedekt ist, läßt den Zeug gleichfalls zwischen den Latten 8 8 und den divergirenden Richtscheiten 7 7, und dann zwischen der metallenen Walze und der unteren Papierware a durchlaufen, worauf derselbe zwischen diesen Walzen durch zu den Walzen f und o gelangt. Diese lezte Walze dient dazu das Stük immer gespannt zu halten, und verhindert zugleich das Ankleben desselben an die untere Walze a, welches zuweilen Statt findet, wenn man feuchte oder fette Zeuge durch die Mange laufen läßt. Hierauf begibt sich das Stük in den Kasten i, wie dieß durch die punktirte Linie ausgedrükt ist, und fällt dann im Zig-Zag auf den Boden, auf welchem die Tazen die Falten und den ganzen Stoß zusammendrüken.

Die Stüke erleiden beim Durchgange durch die Walzen eine Strekung, und werden mithin länger; damit sie nach und nach nicht einen Sak zwischen der unteren Walze a und der Walze f bilden, wurde leztere größer gemacht, als die Scheibe g, die mittelst der kleinen Scheibe h ihre Bewegung von der unteren Walze erhält.

Die kleine Walze o darf nicht zu schwer seyn, damit sie das Stük ehe durchgleiten läßt, als sie dasselbe zerreißt, wenn der Unterschied zwischen der Scheibe g und der Walze f beträchtlicher seyn sollte, als es die Verlängerung des Stükes in Folge des Cylindrirens erfordert. Dieser Unterschied läßt sich nämlich nicht genau ermessen, weil die Stüke nicht alle gleich gut gewebt sind, und das eine sich daher mehr, das andere weniger verlängert. Es ist deßhalb besser der Walze f einen etwas größeren Durchmesser als der Scheibe g zu geben, damit man nicht Gefahr läuft, einen Sak zu erhalten, und das Stük durchgleiten zu lassen. Die Walze o wird in zwei Halsstüken erhalten, welche an den Hebeln der Scheibe h angebracht sind. Aus Unachtsamkeit der Arbeiter, welche bei der Mange oder Rolle beschäftigt sind, geschieht es nicht selten, daß ihre Finger zwischen die Walzen gerathen, und daß die Leute dadurch für ihr ganzes Leben verstümmelt werden. Um diesen Unfällen einiger Maßen abzuhelfen, habe ich über dem Brettchen des divergirenden Richtscheites 7 ein anderes Brettchen t angebracht, welches mit dem ersten in einem Winkel von beiläufig 75° gestellt ist, und demselben so weit genähert ist, daß nur der Zeug, nicht aber die Finger zwischen die Walzen gelangen können.

Will man nur Ein Stük durch die Mange gehen lassen, so sezt |126| man die Walze e ein, und läßt den Zeug statt an die Walze p, zwischen der metallenen Walze und der unteren Walze e durchlaufen, und von da in den Kasten gelangen.

Zur Bequemlichkeit der Arbeiter habe ich über der Achse der Tazen nn einen zweiten Boden y angebracht.

Zuweilen geschieht es, daß die Stüke ein wenig zwischen der Walze g ankleben, und dann hinter den Kasten fallen, statt daß sie in denselben gelangen; um diesem abzuhelfen, habe ich unter dem Mittelpunkte der Walze g an den Punkt z einen Eisendraht gespannt.

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