Titel: Rutherford's Apparat oder Vorrichtung an Sicherheitsschlössern.
Autor: Rutherford, William
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. XLVI. (S. 219–226)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/ar043046

XLVI. Apparat oder Vorrichtung, welche entweder für sich allein oder an Schlössern oder anderen Mitteln zum Verschließen angebracht werden kann, um noch größere Sicherheit des Eigenthumes zu bewirken, auf welchen Apparat sich William Rutherford jun., Bankagent zu Jedburgh in Schottland, am 14. April 1831 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Decbr. 1851, S. 328.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Die Zeichnung stellt einen Mechanismus vor, der sich zur Befestigung des Riegels eines Schlosses anbringen läßt, der an dem Size, an dem Boke, oder irgend einem anderen Theile des Wagens, in welchem man etwas verschließen will, befestigen läßt. Dieser Apparat läßt sich auch eben so gut mit dem Schlosse irgend eines Koffers, |220| einer Kiste oder eines sonstigen Behälters, in welchem man etwas von einem Orte an einen anderen versenden will, in Verbindung bringen; nur muß die Zeit, welche hiezu nöthig ist, vorher bestimmt seyn.

In Fig. 1 ist A ein Fronteaufriß eines messingenen Triebstokes, welcher an der Federgehäuse-Winde (barrel-arbour) einer Federuhr oder irgend eines anderen Mechanismus befestigt ist, der durch eine Feder in Bewegung gesezt und durch eine Unruhe, die die Zeit genau mißt, regulirt wird. Dieser Triebstok A steht mit dem großen oder Sicherheitsrade B in Verbindung, welches sich an dem starken Zapfen C dreht oder bewegt. B ist eine eiserne Sicherheitsplatte, die um den Zapfen C herumgedreht, und an irgend einer geeigneten Stelle mittelst der Klammer-Daumenschraube D an dem Sicherheitsrade B befestigt oder angeklammert werden kann. Diese Schraube kann in eines der Löcher a, a, a, a, a, a, welche sich an dem Sicherheitsrade befinden, gebracht werden. Durch die Oeffnung, die bei E in die Sicherheitsplatte gemacht ist, kann Jedermann dieselbe auf das Genaueste anbringen; und ist dieselbe nun auf diese Weise gerichtet, so kann man sie mittelst der Daumenschraube D fest an dem Sicherheitsrade anklammern. I bezeichnet einen Ausschnitt in der Sicherheilsplatte, der zur Aufnahme des einen Endes des Riegels eines Schlosses dient, wenn dasselbe aufgesperrt ist, in welchem Zustande man es in dieser Figur sieht. G ist ein Schloß, welches an dem Size oder Boke irgend eines Fuhrwerkes, in welchem Gegenstände von Werth verführt werden, angebracht ist. H ist der Riegel des Schlosses, der an einem Ende verlängert und mit dem beweglichen Sicherheitsstüke I auf die bei J sichtbare Art und Weise verbunden ist. K ist ein messingenes Band, oder ein Sattel, in welchem sich das Ende des Riegels frei hin und her schiebt. Wird der Riegel H durch den Schlüssel des Schlosses nach Vorwärts geschoben, so gelangt dieser zusammengefügte Theil unter den Sattel, so daß derselbe nicht in die Höhe gehoben werden kann; wird aber der Riegel zurükgezogen, wie man ihn in dieser Figur sieht, so kann derselbe in die Höhe gehoben werden, wie bei I in Fig. 2 ersichtlich.

L, Fig. 1, ist ein Zeiger, der an irgend einem gehörigen Theile des Behälters oder an einer geeigneten Stelle des Gestelles der Vorrichtung angebracht werden kann. Dieser Zeiger deutet auf die Eintheilungen, die man an dem Rande der Sicherheitsplatte B' bemerkt, und welche die Stunden und halben Stunden anzeigen. M bezeichnet die Stellung eines, in der Sicherheitsplatte B' befestigten Knopfes oder Stiftes, der so angebracht ist, daß er zu jener Zeit, zu welcher der Riegel mittelst des Schlüssels zurükgeschoben werden soll, und zu welcher sich der |221| Ausschnitt F in der Sicherheitsplatte in der, zur Aufnahme desselben geeigneten, Stellung befindet, gegen den befestigten Aufhälter oder Sperrer N zu stehen kommt. Dieser Knopf wird auch den Blok oder sonstigen Mechanismus sperren, den man allenfalls angewendet hat, um das Sicherheitsrad und die damit verbundene Sicherheitsplatte in Bewegung zu sezen.

Nachdem ich nun die vorzüglichsten Theile meiner Vorrichtung aufgezählt, und gezeigt habe, wie dieselben mit dem Blokwerke oder irgend einem anderen geeigneten Mechanismus, oder sich selbst bewegendem Apparate, verbunden sind, will ich die Art und Weise beschreiben, auf welche dieselben angebracht werden müssen, um den Riegel eines Schlosses oder eines anderen Befestigungsmittels für eine bestimmte Zeit zu sichern. Das Erste, was zu geschehen hat, ist, daß man die Feder des Uhrwerkes (welches in diesen Figuren zu größerer Deutlichkeit der übrigen Theile nicht dargestellt ist) aufzieht. Zweitens erhebe man das bewegliche Sicherheitsstük so weit, bis es in die Stellung kommt, die man in Fig. 2 bei I sieht. Drittens lüfte man die Daumenschraube, und stelle, nachdem man bestimmt hat, für welche Dauer der Zeit der Riegel gesichert werden soll, die Sicherheitsplatte hiernach gehörig gegen den Zeiger L; und ist dieß geschehen, so klammert man die Sicherheitsplatte B' an das Sicherheitsrad B, indem man die Daumenschraube D anzieht.

In Fig. 3 ist die Sicherheitsplatte in einer solchen Stellung so dargestellt, daß sie den Riegel des Schlosses für 24 Stunden sichert, indem sich die, mit dieser Zahl bezeichnete Stunde gerade dem Zeiger L gegenüber befindet. Wird nun das Eigenthum, welches man verschließen will, in die Kiste oder den Behälter gebracht, an dem sich die Vorrichtung befindet, und wird der Riegel nach Vorwärts geschoben, und doppelt abgesperrt, so wird das bewegliche Stük I, indem es mit dem Sattel oder Bande K in Berührung kommt, herabgedrükt werden, so daß die zusammengefügten Theile unter den Sattel K kommen, und auf diese Weise den Riegel so fest machen, als wenn derselbe aus zwei unbeweglich mit einander verbundenen Stüken bestünde. Hieraus erhellt, daß es, wenn irgend ein Versuch gemacht wird, das Schloß mit einem Dietrich oder einem falschen Schlüssel zu öffnen, ganz unmöglich ist, den Riegel des Schlosses zurükzuschieben, indem die Sicherheitsplatte jede Bewegung desselben so lang gänzlich verhindert, bis durch die Bewegung des ganzen Mechanismus der Ausschnitt F der Sicherheitsplatte genau dem Ende des Stükes I gegenüber zu stehen kommt, wo man dann im Stande ist, den Riegel mit dem Schlüssel zurükzuschieben, so daß er in die, in Fig. 1 gezeigte, Stellung kommt. Wenn man nun eine Feder als Bewegkraft nimmt, |222| und dieselbe mittelst einer Unruhe auf eine ähnliche Weise regulirt, wie dieß an den Hemmungen der gewöhnlichen Uhren geschieht, so wird man finden, daß das Ganze seinem Zweke ziemlich gut entspricht, wenn es auch der Bewegung einer Kutsche, oder irgend eines anderen Fuhrwerkes ausgesezt wird. Jeder Arbeiter wird einsehen, daß man eine solche Vorrichtung an Koffern, Kisten oder Behältern aller Art anbringen kann, so daß wir es nicht nöthig halten hier bei der Art und Weise zu verweilen, wodurch dieß bewerkstelligt werden kann.

In jenen Fällen, in welchen Speiseschränke, Kasten, Pressen und dergl. Geräthe, in denen etwas aufbewahrt werden soll, unveränderlich an einem und demselben Orte stehen bleiben, ziehe ich die Benuzung einer Uhr mit Gewichten, als Bewegkraft, der Anwendung einer jeden Art von Feder vor. In diesem Falle steigt das Treibgewicht oder steigen die Gewichte herab, und kommen bei diesem Gange auf ein Ende eines Hebels zu ruhen oder zu liegen, dessen entgegengeseztes Ende dadurch gehoben, und zu irgend einer beliebigen, vorher bestimmten Zeit aus einer Auskerbung oder Aushöhlung gehoben wird, die in dem Riegel oder einem anderen Verschließungsmittel angebracht ist. Die ganze Vorrichtung wird in dem Behälter eingeschlossen, zu dessen Sicherung sie dient.

Ich will nun beschreiben, auf welche Weise das Schloß irgend eines feststehenden Kastens oder sonstigen Behälters durch einen eigenen Mechanismus gesichert werden kann, bei welchem Mechanismus ich statt der Feder die Kraft eines oder mehrerer herabsteigender Gewichte, und zum Reguliren dieser Kraft, statt der Unruhe, ein oder mehrere Pendel anwende. Da jedoch die Einrichtung eines Uhrwerkes allgemein bekannt ist, so habe ich diese in der Zeichnung absichtlich weggelassen; um so mehr, da meine Erfindung mit keiner Verbesserung derselben, sondern bloß mit einer neuen Anwendung verbunden ist.

Fig. 4 ist ein Fronteaufriß eines Hebelwächters, der sich zur Sicherung des Riegels eines Schlosses irgend eines feststehenden Kastens oder anderen Behälters anwenden läßt. A ist eine eiserne Platte, die an der inneren Seite an eine Seite des Kastens oder sonstigen Behälters angeschraubt wird. B ist ein Hebelwächter, welcher mittelst des Stiftes a an der Platte A befestigt ist, auf welcher er sich frei bewegen kann. C stellt ein Stük eines Schlosses vor, welches an der eisernen Thüre irgend eines Kastens befestigt ist, von dem man bei D einen kleinen Theil sieht. E zeigt den Riegel des Schlosses, an dessen vorderem Ende sich ein Ausschnitt befindet, der zur Aufnahme |223| des einen Endes des Hebelwächters B dient. Die Stellung dieses Ausschnittes in dem Riegel des Schlosses sieht man deutlicher bei b in Fig. 5, welche dieselben Theile im Grundrisse zeigt. In Fig. 4 sieht man das Gewicht, welches an irgend einem Uhrwerke oder an einer anderen, innerhalb des Kastens oder des Behälters befestigten Maschinerie angebracht ist, und die Triebkraft des Uhrwerkes oder der sonstigen Maschinerie bildet. Wenn nun dieses Gewicht herabsinkt, so wird es auf das leichtere Ende des Hebelwächters, welches man bei G sieht, drüken, bis es auf die Unterlage H zu ruhen kommt; dadurch wird das andere Ende bei B gehoben, und von dem Riegel des Schlosses befreit werden, und in diesem Falle die Stellung annehmen, welche man in Fig. 3 sieht. Da dann das Gewicht durch seine Schwere zu wirken aufhört, so wird die Uhr oder der Mechanismus um die vorher bestimmte Zeit still stehen. Fig. 7 zeigt den Riegel eines Schlosses einzeln für sich, von Vorne gesehen, und auch das Ende des Hebelwächters, so wie dieselben gegenseitig zu einander gestellt sind, wenn der Riegel aufgesperrt, und nicht v dem Hebelwächter geschüzt ist. Das eine Ende des Riegels ist bei a schief abgedacht; dieselbe Form hat auch das Ende des Hebelwächters; dadurch lüftet der Riegel, wenn er beim Absperren vorwärts geschoben wird, den Hebel um so viel, daß derselbe sich in den Ausschnitt b einsenken kann: in dieser Stellung sieht man ihn in Fig. 8.

In dem Grundrisse Fig. 5 ist cc ein Theil eines eisernen Behälters, der in dieser Figur von einer horizontalen Fläche durchschnitten gedacht ist. Dieser Behälter bedekt den Hebelwächter und schließt ihn ganz ein, und verhindert daher, daß man mit irgend einem Instrumente zu ihm gelangen, und ihn aus dem Einschnitte in dem Riegel ausheben kann. Um jeden Theil ganz zu sichern, wird auch das Gewicht und die Kette oder die Leine, an welcher dasselbe hängt, in eine eiserne Röhre eingeschlossen. Soll nun diese Vorrichtung in Thätigkeit gesezt werden, so muß das Gewicht so weit aufgewunden werden, als es nöthig ist, um die Maschinerie eine bestimmte Zeit über in Gang zu erhalten. Diese Zeit kann entweder durch die Höhe des Gewichtes in der Röhre, die man durch eine senkrechte Spalte in dieser lezteren, oder auf irgend eine andere Weise, ersehen kann, oder durch einen Zeiger und ein Zifferblatt angezeigt werden, welches man mit dem Uhrwerke, oder der sonstigen mechanischen Vorrichtung, in Verbindung brachte. Wenn nun Alles so eingerichtet ist, so muß das Pendel in Schwingung gesezt, die Thüre zugemacht, und der Riegel des Schlosses mit dem Schlüssel vorwärts geschoben werden; dadurch wird das eine Ende des Hebels so lang gehoben, bis es in den Ausschnitt einsinkt, der an dem Riegel zur Aufnahme desselben angebracht |224| ist. Auf diese Weise ist das Schloß so lang gesichert, bis das Gewicht herabsinkt, und den Hebel aus dem Ausschnitte hebt.

Ich habe in diesen Figuren nur einen Riegel und einen Hebel dargestellt; allein man kann, wenn man will, mehrere Riegel und mehrere Hebel mit einander verbinden, von welchen alle auf dieselbe Weise befreit werden können, so wie es dem Verfertiger gut dünkt. Zur Vermehrung der Sicherheit habe ich mit dem Hebelwächter auch eine Sperrstange (locking bar) verbunden, durch welche der Hebelwächter auch so gesperrt werden kann, daß es ganz unmöglich ist, denselben aus dem Riegel zu heben, bevor das Gewicht herabgesunken. Dieß geschieht nun auf folgende Weise.

In Fig. 6 ist O ein Fronteaufriß einer Sperrstange, die sich frei an dem befestigten Mittelpunkte oder Stifte schwingt, den man an ihrem oberen Ende sieht. Ein Theil dieser Stange bildet bei P eine schiefe Fläche; e ist eine Einkerbung oder ein Einschnitt, der an dem unteren Ende derselben zur Aufnahme des einen Endes des Hebelwächters angebracht ist. f ist ein verschiebbarer Zeiger, den man auf der Sperrstange in jeder beliebigen Höhe stellen, und durch die Daumenschraube g festmachen kann. F ist das Gewicht, welches die Uhr in Bewegung sezt, und welches auch den Hebelwächter bewegt, wenn er so gehoben werden soll, daß der Riegel des Schlosses frei wird. Die Sperrstange O dient auch als Führer, um das Gewicht in jede nöthige und bestimmte Höhe stellen zu können; es ist daher ein Maßstab für ganze und halbe Stunden an derselben angebracht. Diese Theile werden nun auf folgende Weise zusammengesezt und angewendet.

Man stelle den verschiebbaren Zeiger t an der Sperrstange so, daß er genau die Zahl der Stunden, während welcher das Uhrwerk gehen soll, ehe das Gewicht so weit herabsinkt, daß der Hebelwächter durch dasselbe gehoben wird, unter seiner Spize läßt. Dann winde man das Gewicht F auf, bis der obere Theil desselben ein klein wenig über dem Zeiger f steht. In dieser Stellung nun wird der Zeiger sich gegen das Gewicht stemmen, und die Sperrstange aus der senkrechten Stellung, und so weit von dem Hebelwächter weg getrieben werden, daß dieser sich frei in den Ausschnitt des Riegels einsenken kann, wenn der Kasten oder der Behälter versperrt wird. Sinkt aber das Gewicht so weit herab, daß es die Stellung erhält, welche man in F sieht, so wird der Zeiger nicht mehr gegen das Gewicht drüken, und die Sperrstange O mithin in eine senkrechte Stellung kommen, wodurch dem Ende des Hebelwächters gestattet wird, sich in die Auskerbung zu begeben, die an dem unteren Ende der Stange angebracht ist. In diesem Zustande wird dieselbe den Hebel vollkommen sichern, so daß er nicht bewegt werden kann, ausgenommen |225| das Gewicht ist herabgesunken. Steigt nun das Gewicht weiter herab, so kommt dessen unterer Theil mit der schiefen Fläche P in Berührung; dadurch wird dieselbe nach Außen getrieben werden, und die Sperrstange aus der senkrechten Stellung in die durch Punkte bezeichnete kommen, so daß das Ende des Hebelwächters frei wird, ehe er durch das Gewicht F gehoben wird. Die veränderte Stellung eines jeden Theiles ist durch punktirte Linien bezeichnet.

Zu weiterer Vorsicht und um so viel als möglich dem Versagen der Vorrichtung zuvorzukommen, wenn allenfalls die Uhr stehen bliebe, gebe ich an allen feststehenden Kasten, Pressen oder sonstigen Behältern der Anwendung zweier Uhren den Vorzug. In diesem Falle müssen die Gewichte der beiden Uhren so gestellt werden, daß beide bei ihrem Herabsinken auf ein Ende des Hebelwächters zu ruhen kommen, und denselben dadurch zur gehörigen Zeit von dem Riegel des Schlosses oder sonstigen Verschließmittels befreien. Es ist nämlich sehr unwahrscheinlich, daß beide Uhren zu einer und derselben Zeit stehen bleiben sollten, und wenn nur eine fortgeht, so wird diese schon hinreichen, um die oben beschriebene Bewegung des Hebelwächters hervorzubringen.

Meine Erfindung besteht also in der Verbindung und Anwendung irgend eines zwekmäßigen Mechanismus, Apparates, oder einer oder mehrerer selbstwirkender Kräfte, mit einem oder mehreren Riegeln irgend einer Art von Schloß, mit Stangen, verschiebbaren Riegeln oder anderen Verschließungsmitteln, durch welche Vorrichtung der Riegel eines Schlosses, die Stange oder sonst ein Verschließungsmittel so lang vollkommen gesichert werden kann, bis die Vorrichtung oder die Triebkraft gewisse Bewegungen oder Umdrehungen vollbracht hat. Dieser ganze Apparat meiner Erfindung befindet sich jeder Zeit in dem Kasten, dem Koffer, der Presse oder dem sonstigen Behälter eingeschlossen, und ist daher bei seinen Operationen vollkommen geschüzt.

Ich erkläre ferner, daß, ungeachtet ich die einfache und allgemein bekannte Einrichtung eines Uhrwerkes, wie ich es oben beschrieb, vorziehe, um dadurch, wenn es mit Schlössern, Riegeln, Stangen oder anderen Verschließungsmitteln in Verbindung gebracht wird, diese für irgend eine bestimmte Zeit in allen Fällen (außer gegen gewaltthätigen Einbruch) vollkommen sicher zu stellen, dasselbe auch durch andere Mechanismen erreicht werden kann, welche durch irgend eine geeignete, und sich selbst in Thätigkeit sezende, Kraft getrieben werden, und daher in einer bestimmten Zeit gewisse Bewegungen hervorbringen; so z.B. durch das alte und allgemein bekannte Ablaufen von Sand durch eine kleine Oeffnung, wodurch das eine Ende des Hebels in einer gewissen Zeit so sehr mit Sand beladen wird, daß dadurch das |226| andere Ende gelüftet oder emporgehoben wird, und umgekehrt. Dieselbe Wirkung kann man auch durch Anwendung jenes Zeitmessers hervorbringen, der unter dem Namen Wasseruhr bekannt ist, oder durch die Benuzung des Principes derselben oder irgend einer anderen, sich selbst bewegenden, Kraft. Ebenso läßt sich auch die Verbrennung von Oehl oder einem anderen brennbaren Körper zu diesem Zweke benuzen; man braucht nämlich diesen Körper nur in einem geeigneten Gefäße an dem einen Ende des Sperrhebels anzubringen, denn so wie das Brennmaterial durch die Verbrennung verzehrt wird, wird das Gefäß leichter werden, und dadurch bewirken, daß das Ende des Hebels, an dem das Gefäß angebracht ist, zu einer bestimmten Zeit emporsteigt.

Schlüßlich bemerke ich noch, daß ich kein Maß für die einzelnen Theile angegeben habe, indem dieselben nach Bedürfniß und nach der Größe der Gegenstände, zu deren Versicherung sie dienen sollen, so wie nach dem Belieben des Käufers und Verkäufers von jeder beliebigen Größe verfertigt werden können.

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