Titel: Levers, über Verfertigung der Spizen.
Autor: Levers, John
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. LI. (S. 231–233)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/ar043051

LI. Verbesserungen an den Maschinen zur Verfertigung der Spizen, die unter dem Namen Bobbinet bekannt sind, auf welche sich Johann Levers, Spizen-Maschinenmacher, von New Radford bei Nottingham, am 8. Junius 1830 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. August 1831, S. 273.

Mit einer Abbildung auf Tab. III.

Diese Verbesserungen beziehen sich auf jene Spizenmaschinen, welche unter dem Namen: Maschinen nach Levers'schem Principe bekannt sind, und bestehen in einem neuen Mechanismus, der sich an diesen Maschinen anbringen läßt, um einige Theile der Fabrikation, wie das Theilen der Spulenwagen und das Aufnehmen der halben Maschen durch eine drehende Bewegung statt durch jene Bewegungen hervorzubringen, die der Spizenmacher mit seinen Händen und Füßen bewirkt.

Fig. 25 zeigt diese Verbesserungen in einer Endansicht einer Levers'schen Maschine, zum Theile im Durchschnitte, indem das Gestell zur deutlicheren Darstellung der arbeitenden Theile weggenommen ist. a ist die Kettenwalze, von welcher aus die Faden durch das Riethblatt b und die Führer c zu dem Werkbaume d gehen. Die Wagen und Spulen e, e gleiten in den Kämmen f, f, und werden durch die Stoßstangen (pusher-bars) g, g getheilt. Die Spizenstangen h, h sind auf die gewöhnliche Weise mit der Spindelstange i, i verbunden, deren Bewegungen bei dieser Art von Maschinen den Spizenfabrikanten hinlänglich bekannt sind.

Die Verbesserungen, welche den Gegenstand meines Patentes bilden, haben zum Zweke, den Stoßstangen gg die gehörigen Bewegungen zum Theilen der Wagen, und den Spizenstangen hh zum Aufnehmen der halben Maschen mitzutheilen. Wenn die Triebwelle k mittelst eines Winkelhebels oder einer Kurbel in umdrehende Bewegung gesezt worden, so wird diese Bewegung durch ein Räderwerk, welches ich jedoch nicht als meine Erfindung in Anspruch nehme, der Welle l mitgetheilt. Auf dieser Welle ziehe ich zwei Reihen Kämme auf, von welchen jene bei mm zur Bewegung der Aufnehmstangen, |232| jene bei nn hingegen zur Bewegung der Theilungsstangen bestimmt sind. Die Hebel oder Schwanzstangen (tail poles) o, o, welche bei der gewöhnlichen Einrichtung der Levers'schen Maschine zur Bewegung der Aufnehmstangen in den Spindelstangen befestigt sind, sind bei dieser verbesserten Einrichtung verlängert, damit sie mit den senkrechten Stäben p, p verbunden werden können. Die unteren Enden dieser Stäbe sind an den Schwinghebeln q, q befestigt, und diese lezteren haben ihre Stüzpunkte in der Welle r, die in einem Sattelstüke von dem hinteren Riegel des hölzernen Gestelles getragen wird. Das entgegengesezte Ende eines jeden dieser Hebel trägt eine Reibungsrolle, auf welche, so wie sich die Welle o umdreht, der Kamm m wirkt, so daß auf diese Weise die nothwendigen Bewegungen der Spizenstangen hervorgebracht werden: d.h., die entgegengesezten Oberflächen der Kämme m, heben oder senken, indem sie auf die Enden der Hebel q, q wirken, abwechselnd einen jeden dieser Hebel, und veranlassen dadurch die Spizenstangen, die halben Maschen aufzunehmen. Die, an der Welle l aufgezogenen, Kämme n wirken auf Reibungsrollen an den Enden der anderen Schwinghebel s, s, welche gleichfalls an der Stüzpunktwelle r hängen; und die entgegengesezten Enden dieser Hebel stehen durch kürzere, senkrechte Stäbe t, t mit den Hebeln u, u in Verbindung, welche in Zapfenlagern auf dem oberen Riegel des hölzernen Gestelles ruhen. An dem entgegengesezten Ende dieser lezteren Hebel sind Reibungsrollen angebracht, welche auf die Schwanzstüke w, w der Theilungsstangen wirken, so daß auf diese Weise durch die drehende Bewegung der Welle l und ihrer Kämme m und n die Theilung der Wagen und das Aufnehmen der Maschen hervorgebracht wird.

Die nöthigen Bewegungen der übrigen Theile der Levers'schen Maschine kann man durch irgend einen zwekmäßigen Mechanismus erhalten, welcher mittelst des, in der Figur dargestellten, Räderwerkes von der ersten Treibwelle k, oder von irgend einer anderen, gehörig berechneten Kraft, in Bewegung gesezt wird.

Obschon ich in der hier gegebenen Abbildung und Beschreibung mehrerer Theile einer Levers'schen Maschine, mit welchen meine Verbesserungen im Zusammenhange stehen, berührt habe, so nehme ich doch keinen jener Theile, die bereits schon länger bekannt oder gebräuchlich sind, als meine Erfindung in Anspruch; sondern ich erkläre, daß meine gegenwärtige Erfindung lediglich in der oben beschriebenen Einrichtung des Mechanismus zum Theilen der Spulenschlitten und zum Aufnehmen der gebildeten Maschen besteht, indem ich glaube, daß diese Einrichtung neu ist, und bisher noch |233| nie an einer, nach Levers Princip gebauten, Maschine angewendet wurde.

Die Patent-Erklärung ist von Hrn. Newton verfaßt.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: