Titel: Cowper's Verbesserungen an den Drukmaschinen.
Autor: Cowper, Edward
Cowper, Ebenezer
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. LXIX. (S. 289–291)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/ar043069

LXIX. Verbesserungen an den Drukmaschinen, auf welche sich Edward Cowper zu Streatham Place, Grafschaft Surrey, und Ebenezer Cowper in Suffolk Street, Pall Mall East, beides Mechaniker, am 19. Julius 1830 ein Patent ertheilen ließen.

Aus dem Register of Arts. März 1831, S. 289.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Das gegenwärtige Patent der Patent-Träger, denen wir bereits so viele und so ausgezeichnete Erfindungen an den Drukmaschinen verdanken, umfaßt zwei Verbesserungen von großer Wichtigkeit, von denen die eine sich auf die Ausbreitung der Schwärze auf den Formen, die andere hingegen auf die Zurichtung des Filzes an dem Cylinder, der den Druk gibt, bezieht. Das Schwärzen der Formen bildet einen der wichtigsten und schwierigsten Punkte an den Drukmaschinen. Hr. Edward Cowper gab bereits in einem früheren Patente, welches er auf Verbesserungen an den Drukmaschinen nahm, einen Schwärzungsapparat an, für dessen Güte die beinahe allgemeine Annahme desselben der schönste Beweis ist.

Dieser Apparat besteht aus einer metallenen Walze, welche sich langsam umdreht, während ihre Oberfläche mit einer Masse Drukerschwärze in Berührung steht. Dadurch wird ein dünner Ueberzug von Schwärze um die Walze gebildet, welcher dann auf eine Walze aus einer elastischen Composition übergetragen wird, indem diese Walze durch gekrümmte Hebel mit einem excentrischen Kreise in Verbindung steht, durch den sie veranlaßt wird, sich eine kurze Zeit über in Berührung mit der Schwärz- oder Führungswalze umzudrehen, dann herabzusteigen, und auf einen metallenen Schwärztisch zu liegen zu kammen. Dieser Tisch ist mit dem Formwagen verbunden, und wird mit demselben vor- und rükwärts gezogen, so daß auf diese Weise die Schwärze auf dem Tische ausgebreitet wird. Der dergestalt mit Schwärze beladene Tisch geht unter drei kleinen Walzen aus einer elastischen Composition durch, und versieht deren Oberflächen mit |290| Schwärze. Diese kleinen Walzen sind in einem Rahmen so aufgezogen, daß sie frei auf den Tisch herabgelangen, und die Schwarze gleichförmig auf der Oberfläche desselben ausbreiten können, so wie der Tisch unter denselben durchgeht. Damit man der vollkommenen Vertheilung der Schwärze auf den elastischen Rollen gewiß seyn kann, besizen dieselben eine Endbewegung, welche ihnen dadurch mitgetheilt wird, daß sie sich in einem oscillirenden Rahmen in Berührung mit den abhängigen Seiten des Schwärzungstisches bewegen. Der Schwärzungstisch geht nun zuerst unterhalb durch, und theilt die Schwärze vier kleinen elastischen Rollen mit, welche diese Schwärze auf die Lettern übertragen, so wie der Formrahmen sich unter denselben rük- und vorwärts bewegt. – Wir hielten diese kurze Beschreibung des älteren Schwärzungsapparates des Hrn. Cowper durchaus für nothwendig, um dessen neue Verbesserungen daran gehörig würdigen zu können. Diese Verbesserungen bestehet nämlich in der Einführung einer beweglichen, elastischen Walze, welche mit dem Formrahmen statt mit dem Schwärzungstische in Verbindung steht, und in Fig. 21 dargestellt ist. In dieser Figur ist nun a die Letternform, b ein Rahmen, welcher die bewegliche Walze c führt; d eine kleine Walze, durch welche die Schwärze über c verbreitet wird. e ist eine sich schwingende Walze, welche die Schwärze von der Führungswalze f und dem Schwärztroge g holt, und sie auf c bringt. h ist ein feststehender Stift, durch welchen die Walze e zum Schwingen gebracht wird, so wie sich der Formrahmen ruf- und vorwärts bewegt. iii ist eine Reihe kleiner Walzen, welche die Schwärze von e erhalten, und sie auf den Lettern ausbreiten. Die Zapfen dieser kleinen Rollen drehen sich in senkrechten Spalten, so daß sie nicht bloß mit ihrem ganzen Gewichte auf der Oberfläche der Lettern ruhen, sondern auch bis zur Rolle e herabsteigen, welche tiefer als die Oberfläche der Lettern gestellt ist, damit der Filz oder das Papier an der Drukwalze nicht geschwärzt wird, wenn diese zu den Walzen iii läuft. Die Walze c erhält mittelst zweier, gegen deren Enden drukende Reibungsrollen eine Endbewegung; ihre Enden sind daher in Hinsicht auf die Achse der Bewegung schief, im Verhältnisse zu einander hingegen parallel abgeschnitten. Da die Methoden, auf welche diesem Schwärzungsapparate die Bewegung mitgetheilt werden soll, nach der Einrichtung der Maschine, an welcher derselbe anzubringen ist, nothwendig verschieden seyn müssen, so wollen wir uns nicht länger bei denselben aufhalten.

Die Verbesserungen der HH. Cowper in Hinsicht auf das Anbringen des Filzes an dem Papiercylinder wird man mit Leichtigkeit aus Fig. 22 ersehen. aa bezeichnet nämlich den Cylinder, und bb |291| den Filz- oder Tuchüberzug, welcher durch die zwei kleinen Walzen cc, um die er aufgewunden ist, fest gehalten, und mittelst Sperrrädern und Gespirren in jedem beliebigen Grade von Spannung erhalten wird. Wenn der Filz von der Schwärze beschmuzt ist, und daher das Papier beschmuzen würde, so kann man sogleich ein neues Stük Filz herschaffen: man braucht nämlich nur das Neue von der einen Walze abzuwinden, während man das Beschmuzte auf die andere aufwindet. Die Patent-Träger beschreiben in der Erklärung ihres Patentes verschiedene Modificationen dieser Einrichtung. Nach einer derselben läuft z.B. der Filz oder das Tuch bloß um die eine Hälfte der Walze, während sich die Walzen cc an den entgegengesezten Seiten befinden, oder während dieselben dem Umfange oder dem Mittelpunkte des Cylinders näher stehen. In allen diesen Abänderungen ist aber ein und dasselbe Princip zum Grunde gelegt.

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