Titel: Ueber die alte und neue London-Brüke.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. LXXX. (S. 321–339)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/ar043080

LXXX. Ueber die alte und neue London-Brüke.86)

Auf dem Repertory of Patent-Inventions. November 1831, S. 291. December S. 361.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Der große Nuzen einer Brüke über die Themse, durch welche die Communication zwischen der City von London und dem Borough Southwark hergestellt wurde, war schon in den ältesten Zeiten so anerkannt, daß schon vor dem Erscheinen der Normannen in England 2 oder 3 hölzerne Brüken an dieser Stelle erbaut wurden, welche jedoch sämmtlich durch Fluthen oder Feuer zu Grunde gingen. Erst im J. 1176 wurde von Peter of Cholechurch, einem ausgezeichneten Manne, welcher sowohl Priester als Baumeister war, die erste steinerne Brüke gegründet, die gegenwärtig unter dem Namen der alten London-Brüke bekannt ist. Der Gründer erlebte jedoch die Beendigung seines Werkes nicht, sondern starb im J. 1205, und wurde in eine Gruft in den mittleren Pfeiler der Brüke, über welchem eine, dem heil. Thomas a Becket geweihte Kapelle erbaut wurde, begraben.

Die Art der Ausführung der alten Brüke wirft kein günstiges Licht auf die Talente des Baumeisters. Die auffallendsten Fehler derselben liegen in der unverhältnißmäßigen Größe der 19 Bogen, von denen auch nicht zwei einander gleich, und einige sogar auf der einen Seite höher, als auf der anderen waren. Peter of Colechurch fehlte hierin wie alle seine Zeitgenossen: es ist auch wirklich sonderbar, daß unsere Gothischen Vorfahren, die in ihren Schlössern und |322| Kirchen eine Größe zeigen, welche heut zu Tage nirgendwo mehr erreicht wird, in ganz England auch nicht eine einzige Brüke bauten, deren Bogen so hoch wären, daß man mit bemasteten Schiffen unter denselben durchfahren könnte, und daß, wenn ja ein einzelner großer Bogen erbaut wurde, gewiß zunächst daran ein kleiner zu stehen kam, als wenn er eine Apologie auf die Größe des einen bilden müßte. Uebrigens hatten die Pfeiler dieser Brüken auch sämmtlich verschiedene Formen und Größen, so daß sie in nichts, als in ihrer Plumpheit mit einander übereinstimmten.

Hawkesmoor machte im J. 1736 eine Beschreibung der alten London-Brüke bekannt, in welcher er sagt, daß der mittlere Pfeiler, auf welchem die Kapelle ruhte, deßwegen so stark gebaut wurde, damit er der Gewalt der Fluthen, dem Andrange des Eises und anderen Zufällen gehörigen Widerstand leisten könne. Man sollte nicht glauben, daß ein Lieblings-Schüler Sir Christopher Wren's, wie es Hawkesmoor war, einen solchen Grund aufstellen konnte; die Idee dem mittleren Pfeiler ein solches Denkmal der pfäffischen Allgewalt und anmaßenden Herrschsucht aufzubürden, wie er es an der Thomaskapelle zu tragen hatte, war gewiß hinreichend, um denselben so fest zu bauen, als man es im Stande war. Wollte man ja einen wissenschaftlichen Grund hiefür ausmitteln, so ließe sich dieser bloß darin finden, daß man in einem so starken und festen Mittelpfeiler einen Stüzpunkt zu finden glaubte, von welchem aus die Erbauung der Brüke nach beiden Seiten hin mit größerer Bequemlichkeit und Sicherheit hätte betrieben werden können.

Abgesehen von diesen äußeren Mängeln hatte die alte Brüke auch noch andere, nicht geringere Fehler, die sich erst bei der Untersuchung ihrer Grundlager zeigten. Sie war nämlich, wie die meisten Brüken aus jener Zeit, auf Stelzen, d.h. auf Pfählen, die in den Fluß eingerammt worden, erbaut. Hätte man diese Pfähle tief genug eingesenkt, und das Mauerwerk tief genug gelegt, so ließe sich nichts gegen diese Methode einwenden; allein bei der alten London-Brüke scheinen diese Pfähle meistens bei niederem Wasserstande abgesägt, dann mit einer zweiten Reihe nicht so tief eingerammter Pfähle umgeben, der Zwischenraum zwischen diesen beiden Reihen mit Kalk, Steinen und losem Gerölle ausgefüllt, und darauf die Pfeiler erbaut worden zu seyn. Die Pfeiler selbst waren uneben, rund, unbehauen, und zwar mit Eisen beschlagen, aber nicht mit Klammern oder anderen Vorrichtungen gebunden. Da die Pfeiler also in sich selbst schwach, schlecht gestüzt, und überdieß auch schlecht zum Tragen der Bogen berechnet waren, so machten sie mit der Zeit neue steinerne Gehäuse und neue Gegenpfeiler nöthig, um die Steine gegen |323| die Gewalt des Stromes zu stüzen. In Folge der großen Verengerung des Flußbettes, welche hiedurch nothwendig erfolgte, strömte nun das aufgedämmte Wasser mit solcher Schnelligkeit durch die Bogen, daß man, um zu verhindern, daß der Grund des Flußbettes nicht weggeschwemmt werde, gezwungen war, denselben durch unregelmäßig eingerammte Pfähle zu binden, deren Köpfe man bei niederem Wasserstande so tief absägte, daß sie die Schifffahrt nicht störten.

Ungeachtet aller dieser Stüzen war das ganze Gebäude 80 Jahre nach seiner Erbauung bereits in einem erbärmlichen Zustande, und blieb es auch troz der häufigen Ausbesserungen bis zum Jahre 1666, in welchem die Brüke beinahe mehr als irgend ein anderer Theil der Stadt von dem großen Brande litt, der damals dieselbe verheerte. Die Brüke war nämlich ganz mit Häusern besezt, die sämmtlich ein Raub der Flammen wurden; selbst einige Bogen und Pfeiler wurden bedeutend beschädigt. Sir Christopher Wren schlug daher vor, alle Häuser von der Brüke zu entfernen, und mehrere Bogen zu erweitern; allein seine Vorschläge wurden, wie so vieles Gute und Nüzliche, überstimmt.

Im J. 1754 war die Brüke abermals so in Verfall gerathen, und bot einen solchen Contrast gegen die nun erbaute Westminster-Brüke dar, daß die Bürgerschaft ernstlich in Berathung zog, ob man die alte Brüke nicht ganz niederreißen, und dafür eine neue aufbauen sollte. Man ließ sich daher von Hrn. Dance und anderen Sachverständigen einen Bericht erstatten, in welchem diese Herren aussprachen, daß die Grundlagen der Brüke noch gut seyen, und daß das Gebäude noch für Jahrhunderte stehen, und selbst elegant(!) werden könne, wenn man die Häuser von der Brüke entfernen und einige Pfeiler und Bogen ausbessern oder ändern würde. Hiezu erhielt man durch eine Parliamentsacte vom J. 1756 auch wirklich die Erlaubniß. Man entfernte nun die Häuser von der Brüke, die sie so lange Zeit über entstellt hatten, trug den mittleren Pfeiler mit der Thomaskapelle ab, und verwandelte die beiden demselben zunächst gelegenen Bogen in einen einzigen großen, der nun die vorzüglichste Durchfahrt bildete. In diesem Zustande ließ die Brüke nichts zu wünschen übrig, als eine noch größere Erweiterung der Wasserfahrstraßen.

Im J. 1823 ging endlich eine Parliamentsacte zur Erbauung einer neuen London-Brüke, und zur Verbesserung und Anlage gehöriger Zugänge zu derselben durch, in deren Eingang als Grund dafür angegeben wurde, daß der große Fall, welchen das Wasser zu gewissen Zeiten der Ebbe und Fluth an den großen Gegenpfeilern und |324| Pfeilern der Brüke hat, die Schifffahrt durch die alte Brüke für Leben und Gut vieler Unterthanen Sr. Majestät gefährlich mache. Da in dieser Acte mit keiner Sylbe eines Gebrechens der Brüke selbst Erwähnung geschieht (was doch wohl geschehen wäre, wenn man ein solches hätte auffinden können), so ist klar, daß die neue Brüke bloß deßwegen gutgeheißen wurde, weil die alte die Schifffahrt beeinträchtigen oder erschweren sollte. Man sagte, daß durch die breiten Gegenpfeiler und Pfeiler dieser Brüke zu gewissen Zeiten der Ebbe und Fluth ein starker Fall unter der Brüke verursacht werde; allein in den Verhandlungen des Parliaments läßt sich nicht ein einziger Beweis hiefür finden; im Gegentheile scheint es klar, daß dieser Fall durch eine wirkliche Verschiedenheit der Höhe des Flußbettes oberhalb und unterhalb der Brüke bedingt ist. Ob die Gegenpfeiler und Pfeiler ursprüngliche Ursache der Entstehung dieser Ungleichheit sind, ist eine andere Frage, die wir hier nicht zu untersuchen haben, und die auch der berühmte Smeaton in einem im J. 1769 an die Bürgerschaft abgegebene Berichte über die Brüke nicht zu entscheiden wagte. Dem mag nun seyn, wie ihm wolle, so ist so viel gewiß, daß gegenwärtig der stärkere Fall durch die Ungleichheit des Flußbettes und nicht durch die Gegenpfeiler und Pfeiler veranlaßt wird, und daß er mithin durch Niederreißen derselben nicht gehoben werden kann. Was die Gefährlichkeit der Schifffahrt und den Verlust an Menschenleben und Eigenthum betrifft, wegen welcher die alte Brüke niedergerissen werden sollte, so fehlte es auch hierüber an Beweisen, indem vom J. 1800 bis 1820 nur 18 Menschen bei der Durchfahrt durch die Brüke, mithin des Jahres nicht ein Mal Einer, verunglükten, und indem der ganze Verlust an Eigenthum, welcher bei dieser Durchfahrt Statt hatte, innerhalb 20 Jahren, nicht über 4000 Pfd. betrug, was für den Tag kaum ein Pfund ausmacht.87)

Sir Christopher Wren war der Meinung, daß man durch Entfernung der abwechselnden Pfeiler mit voller Sicherheit die 18 |325| Bogen der alten Brüke auf 9 zurükführen könnte. Die Ausführbarkeit dieses Planes zeigte sich auch im J. 1759, wo, wie gesagt worden, durch Entfernung eines Pfeilers, der gegenwärtige mittlere Bogen gebaut wurde. Hr. Dance war noch im J. 1799 der Meinung, daß die Pfeiler des mittleren Bogens, mit denen diese Operation bereits vorgenommen worden, so stark sind, daß der mittlere Bogen noch ein Mal so hoch hätte gespannt werden können, als er gegenwärtig ist. Eben so sagte Hr. Win. Chapman noch im J. 1821, daß die Wasserstraßen mit voller Sicherheit und mit einer Dauer für Jahrhunderte erweitert werden könnten. Der berühmte Erbauer der Vauxhall-Brüke, Hr. James Walker, meinte gleichfalls, daß man auf den Pfeilern der alten Brüke eben so sicher eine neue Brüke bauen könne, als auf ganz neuen Grundlagen.

Wir haben in den vorangehenden Bemerkungen vorausgesezt, daß die Rathsamkeit einer Erweiterung der Fahrstraße hergestellt ist, was jedoch noch manchem Zweifel unterliegt. Viele wichtige Gewährsmänner behaupten nämlich, daß der Widerstand, welchen die vielen Pfeiler der alten Brüke dem Strome leisten, und die plözliche Abhängigkeit des Flußbettes an dieser Stelle, im Ganzen mehr Gutes als Unheil bewirken; indem dadurch einer Seits die Höhe vermindert wird, auf welche das Wasser bei hohen Springfluthen über die Brüke steigen würde, und indem anderer Seits das Wasser auf diese Weise zu allen Zeiten über der Brüke auf einem höheren Stande erhalten wird, als dieß auf irgend eine andere Weise geschehen könnte. Es scheint auch, daß die Magistrate der City diese Hindernisse, welche die Brüke den Gewässern entgegensezte, einst sehr hoch anrechneten, indem sie Alles thaten, um deren Kraft ehe zu vermehren, als zu vermindern. Man erwähnt (Philos. Magaz. Vol. IX. P. 33) in dieser Hinsicht einer Parliamentsacte, welche die Bürgerschaft ermächtigte, einige der Bogen der Brüke zu verstopfen, um dadurch jenen Fall zu vermehren, über welchen in lezter Zeit so viel geklagt wurde. Ja, ein alter, noch lebender Schriftsteller erzählt sogar, daß er sich sehr gut erinnere, daß mehrere Bogen der alten Brüke Schleußen genannt wurden, daß mehrere der kleinsten derselben Thore hatten, und daß an anderen noch starke eiserne Angeln sichtbar waren. (Mechan. Magaz. Vol. XII. S. 452.) In wiefern die Bewohner der City seither in dieser Hinsicht aufgeklärter geworden, werden unsere Leser am besten beurtheilen, wenn wir ihnen die Aussprüche mehrerer ausgezeichneter Sachverständiger vorlegen.

Smeaton sagte in dem öfter angeführten Berichte: „Wenn die London-Brüke mithin abgebrochen wird, so wird der Fluß oberhalb derselben bei der Ebbe so seicht werden, daß die Schifffahrt bei |326| jeder Ebbe wahrscheinlich für Stunden sehr beeinträchtigt seyn wird.“ Hr. Telford, welcher einen der ersten Pläze unter den Mechanikern einnimmt, zeigte in einem neueren Berichte: 1) daß wenn die alte Brüke abgebrochen wird, die Schnelligkeit der Ebbe oberhalb der Brüke bedeutend zunehmen, und früher eintreten wird, als gegenwärtig. 2) daß die Schifffahrt, welche gegenwärtig bis Teddington möglich ist, an diesem Orte früher eingestellt seyn wird. 3) daß in dem lezten Theile der Ebbe das Flußbett einige Stunden über beinahe ganz troken liegen wird. 4) daß diese Nachtheile zwar zum Theile durch die größere Schnelligkeit und das größere Moment, womit der Sand, Schlamm und kleinere Kies entfernt, und das Flußbett also vertieft werden wird, ersezt werden dürfte; daß aber eben durch diese Vertiefung des Flußbettes den Grundlagen mehrerer anderer Brüken, wie der Blackfriars-, Waterloo- und Westminster-Brüke88) wesentlich schaden, und die Anstalten und Gebäude am Ufer untergraben etc. würde. Und 5) endlich, daß alle Bänke und tief gelegenen Gründe an den Ufern der Themse, von Westminster bis Teddington, nach Entfernung der alten Brüke bei hohen Fluthen weit mehr den Ueberschwemmungen ausgesezt seyn wird. Der berühmte Dr. Olinthus Gregory von Woolwich erklärte, daß, nach seiner festen Meinung, nach Entfernung der alten Brüke, das Flußbett zwischen seinem Size und der Westminster-Brüke bei dem niedrigsten Wasserstande troken, und die Schifffahrt ganz gehemmt seyn wird. Wenn man bedenkt, daß gegenwärtig bei niederem Wasserstande das Wasser in der Mitte des Stromes nur 4 Fuß Tiefe hat, und daß dieß bei Springfluthen bloß dem Falle durch die London-Brüke gleich ist, so wird man diese Ansicht nicht gar zu übertrieben finden.

Sir H. C. Englefield, der Verfasser der Schrift On the probable consequences of the demolition of London Bridge,“ unterstüzte die Ansichten der angeführten Männer, und sagt noch, daß das Wasser über der Brüke nach Entfernung derselben beinahe um die Menge des ganzen Falles mehr ablaufen würde, als gegenwärtig; daß eine größere Tiefe bei hohem Wasserstande der Schifffahrt keinen Nuzen bringen würde, und daß, in dem Maße als das Flußbett bei der Ebbe troken bleibt, die Gesundheit der nächsten Umgebungen durch die Ausdünstungen des Schlammes, welcher zurükbleibt, |327| leiden müßte. – Selbst Hr. Rennie gestand noch im J. 1820 zu, daß wenn die London-Brüke abgebrochen würde, mehrere Theile des Ufers von Westminster bis Chelsea um 12 bis 18 Zoll erhöht werden müßten.89)

Allein, läßt sich eine neue Brüke denn nicht ohne Beibehaltung dieses Dammes erbauen, und auf diese Weise das allgemeine Verlangen nach Neuheit, und das Interesse der Schifffahrt zugleich befriedigen? Allerdings. Dr. Gregory machte, während er die Nachtheile der unbedingten Entfernung der London-Brüke aus einander sezte, zugleich den Vorschlag: daß die neue Brüke sieben statt fünf Bogen haben soll, und daß unter jedem Bogen Schleußenthüren, gleich jenen, deren man sich in Holland so häufig bedient, angebracht werden sollten; daß die Westminster-, und vielleicht auch die Blackfriars-Brüke mit ähnlichen Schleußenthüren zu versehen sey, um auf diese Weise den ganzen Fluß gleichsam in eine große Doke zu verwandeln; daß die Uferdämme und Kais sowohl an dem Surrey- als an dem Middlesex-Ufer weiter in den Fluß hinein gerükt, und dieser dadurch schmäler gemacht werden soll; daß hiebei alle starken Krümmungen, Vorsprünge und Buchten abzugraben oder auszufüllen wären. Durch die zwekmäßige Anwendung dieser Schleußen an den drei Brüken, in Verbindung mit der weilenweisen Benuzung von Plankungen, durch welche die Strömung auf die Niederschläge von Schlamm, Sand etc. gerichtet werden könnte, ließe sich nach Dr. Gregory den Nachtheilen des Niederreißens der alten Brüke nicht nur abhelfen, sondern auch die Schifffahrt über derselben bedeutend erleichtern. Dieser Vorschlag des Hrn. Drs. Gregory fand bei Hrn. Telford eine so gute Aufnahme, daß er sagte, er möchte, im Falle er angenommen wird, der Bürgerschaft rathen, sich demselben nicht länger zu widersezen.

Die Erbauung einer neuen Brüke mußte entweder durch die Herstellung einer ganz freien, und die Schifffahrt sehr erleichternden Wasserstraße,90) oder durch den Verfall der alten Brüke motivirt seyn; |328| für beides blieb man die Beweise schuldig, und doch ging die Bill durch und ward zum Geseze.

Kurz bevor die Bill durchging, schrieb die Bürgerschaft Preise von 250, 150 und 100 Pfd. für die drei besten Zeichnungen einer neuen Brüke mit fünf Bogen aus, die in der Mitte 23 Fuß über das Trinity-Hochwasser-Zeichen erhaben seyn, und eine 690 Fuß breite freie Wasserstraße geben mußte. Die eingegangenen Zeichnungen wurden den drei königl. Architecten Nash, Soane, Smirke und Hrn. Montague zur Beurtheilung übergeben, nach welcher Hrn. Gwilt's Plan für den besten erklärt wurde. Die Bürgerschaft kehrte sich jedoch nicht an die Berichte der von ihr selbst ernannten Bericht-Erstatter, sondern ertheilte den ersten Preis Hrn. Charles Fowler, den zweiten Hrn. T. Borer, den dritten Hrn. Busby, und überging Hrn. Gwilt ganz und gar. So sonderbar dieses Resultat war,91) so war doch das, was diesem folgte, noch sonderbarer. Die Bürgerschaft befolgte selbst keinen der Plane, die sie mit Preisen gekrönt hatte, sondern erklärte jenen des Hrn. Rennie, der ihr unter der Hand mitgetheilt worden, für den besten, und nach diesem wurde auch die Ausführung durch die Parliamentsacte ausschließlich befohlen.

Dieses Benehmen der Bürgerschaft wurde schon oft einer strengen Kritik unterworfen; allein mit Ausnahme des unedlen, und wenn man will, schändlichen Verfahrens gegen Hrn. Gwilt, dem doch von seinen Amtsbrüdern selbst der Preis zuerkannt worden, scheint sie uns recht gehandelt zu haben. Denn wenn sie auch gewisse Plane für die besten erklärt hatte, so hinderte sie ja doch nichts, einen späteren noch weit besseren, wie es uns jener des Hrn. Rennie wirklich zu seyn scheint, anzunehmen.

Wir werden Hrn. Rennie's Plan später beschreiben; hier genügt zum Vergleiche einstweilen, daß er fünf halb-elliptische Bogen von sehr bedeutender Größe annahm. Auch Hr. Gwilt, dessen Plan in der Zeichnung dargestellt ist, schlug fünf Bogen vor, die jedoch Kreisabschnitte bildeten. Fig. 1. ist ein Aufriß des mittleren Bogens, an welchem A und B den hohen und niederen Wasserstand bezeichnen. Fig. 2 ist ein Aufriß der Landpfeiler und der Stiegen; Fig. 3 ein Grundriß des oberen Baues; Fig. 4 ein Grundriß der Grundlagen für die Landpfeiler und Stiegen; und Fig. 5 ein Grundriß der Pfeiler.

|329|

Für die Bogen schlug er folgende Dimensionen vor:

Spannung. Höhe über dem
hohen Wasserstande.
Fuß. Fuß. Zoll.
Mittlerer Bogen 150 25 0
Die beiden, dem mittleren zunächst
stehenden Bogen

140

23

4
Die Bogen an den Landpfeilern 130 22 8

Die Wasserbrecher sollten 25 Fuß, die Pfeiler 20 Fuß Dike bekommen, und die Brüke zwischen den Brustwehren 50 Fuß Breite erhalten; der Fahrweg sollte auf 26 Fuß 1 Fuß Neigung haben.

Ob diese Brüke des Hrn. Gwilt in jeder Hinsicht so schön gewesen wäre, wie jene des Hrn. Rennie, wollen wir nicht untersuchen; so viel ist aber gewiß, daß die Wahl der Form eines Kreisabschnittes für die Bogen für sich allein schon einen hinreichenden Grund zur Verwerfung dieses Planes geben mußte, indem es erwiesen, und besonders auch durch die Blackfriars- und Waterloo-Brüke bestätigt ist, daß an den elliptischen Bogen alle Theile sich im vollkommensten Gleichgewichte befinden, und am wenigsten Neigung zum Nachgeben haben. Die elliptischen Bogen sind mithin stärker als die Bogen von irgend einer anderen Form, und, indem sie weniger Material verschlingen, auch leichter und wohlfeiler. Sie gestatten ferner eine größere Höhe der Schenkel, und gewähren eine größere Flachheit des Scheitels.

Ein großer Theil der Kunstgenossen des Hrn. Gwilt will zwar nicht zugestehen, daß dessen Plan jenem des Hrn. Rennie nachstehe; wir glauben jedoch, daß dieß mehr von dem Vorwurfe herrührt, den man der Bürgerschaft macht, als habe dieselbe den Plan des Hrn. Ritchie bereits gut geheißen gehabt, als sie die Preise ausschrieb, und als habe sie hiebei dieselbe Farce gespielt, welche die Regierungen gewöhnlich bei der Besezung der Stellen durch Concurse zum Besten geben. Wir glauben nicht, daß sich dieß so verhält; wenn es aber auch wirklich so wäre, so hätte die Bürgerschaft sich dieses Mittels wohl bedienen können, um zu sehen, ob ihre Preise nicht einen noch vorzüglicheren Plan zum Vorscheine bringen möchten.

Leider starb Hr. Rennie bevor noch die Ausführung seines Planes begonnen. An ihm verlor das Land einen seiner vorzüglichsten Künstler, dem es, was auch seine Gegner sagen mögen, viele seiner schönsten Monumente und Zierden zu verdanken hat. Nach dessen Tod wurde die Aufführung der Brüke seinem Sohne, dem gegenwärtigen Sir John Rennie, übertragen, unter welchem die HH. Joliffe und Bankes als die Baucontrahenten angenommen wurden. Die |330| Regierung betrachtete diese Unternehmung als einen Gegenstand, welcher nicht bloß örtliches, sondern auch nationales Interesse hätte, und gewährte ihr daher einen Beitrag von 200,000 Pfund, unter der Bedingung, daß die Lords der Schazkammer in Gemeinschaft mit der Bürgerschaft die Controle über den Bau führen sollten.

Nach Hrn. Rennie's ursprünglichem Plane sollte die neue Brüke an derselben Stelle erbaut werden, an welcher sich die alte befand, und vorher, um den Verkehr nicht zu hemmen, eine hölzerne Brüke hergestellt werden. Die Höhe der Brüke sollte an beiden Enden mit dem Niveau der alten Zugänge, d.h. der Thames- und Toley-Streets correspondiren, um durch neue Zugänge nicht zu große Kosten zu veranlassen. Die Bürgerschaft beschloß jedoch, ohne hierauf oder auf die Verordnungen der Parliamentsacte Rüksicht zu nehmen, und ohne die Lords der Schazkammer zu befragen, daß die Brüke um 180 Fuß weiter oberhalb über die Themse erbaut werden soll. Hätte man hiebei im Sinne gehabt, sich der schmalen und steilen Einfahrt in die City bei Fish-Street-Hill zu entledigen, so wären wir geneigt gewesen zuzugestehen, daß die Ausgabe aus diesem Grunde allein schon nicht gewagt war; allein diese Verbesserung lag wenigstens Anfangs nicht im Sinne der Bürgerschaft. Nach dem ursprünglichen Contracte, den sie mit den HH. Joliffe und Bankes abschloß, sollte sich die Brüke wie vorher in gleicher Höhe mit der Thames-Street enden, und dann in einem halbmondförmigen Wege bis zum Fuße des Fish-Street-Hill führen. Man kann sich aber nicht leicht einen größeren Umweg, einen mehr unebenen und ungeeigneteren Zugang denken, als diesen; denn wenn man von Cornhill kommt, so muß man zuerst durch eine steile und schmale Straße bis beinahe zum Niveau des Flusses herabsteigen, sich dann plözlich rechts wenden, in einem Halbmonde herumgehen, sich dann wieder links wenden, um endlich an der Brüke hinaufzusteigen!

Wir haben diese Abweichung von dem ursprünglichen Plane des Hrn. Rennie, und die dadurch nöthig gewordene Verbesserung der Zugänge bloß angegeben, um zu erklären, wie es kam, daß die Kosten dieser Brüke den Voranschlag der Kosten um mehr übersteigen, als man dieß je bei einer Brüke erlebt hat. Hr. Rennie schäzte nämlich die Kosten der neuen Brüke auf 430,000 Pfd., und jene der einstweiligen Nothbrüke auf 20,000 Pfd. Was die Kosten der Brüke selbst betrifft, so wurde der Voranschlag auch nur um sehr wenig überstiegen. Die Aenderung der Stelle, an welcher die Brüke erbaut werden sollte, und die neuen, von der Bürgerschaft entworfenen, Zugänge, erhöhten jedoch diese Schazung um 456,000 Pfd. Die unüberlegte und unverständige Anordnung dieser Zugänge, besonders jener |331| an der City, machte aber später neue Veränderungen nöthig, wodurch die Ausgaben beinahe auf die Summe von zwei Millionen Pfunden stiegen!

Die Contrahenten begannen ihre Arbeit am 15. März 1824, an welchem sie den ersten Pfahl für den Kastendamm des südlichen Pfeilers einrammten.

Da das Flußbett an der Stelle, an welcher die Brüke erbaut werden sollte, bei Springfluthen, bei niederem Wasserstande über 30 Fuß tief, und die Strömung zu allen Zeiten sehr stark war, so mußte man zu einigen außerordentlichen Mitteln seine Zuflucht nehmen, um den Kastendamm so stark zu machen, daß er kein Wasser einließ. Die Form des Dammes war eine Ellipse, welche man in Fig. 6 sieht. Es wurden drei Reihen gut in einander gefalzte und mit Eisen beschlagene Pfähle von 80 bis 90 Fuß Länge in den Grund eingerammt, fest zusammengebolzt und dann mit Thon etc. ausgeschlagen. Zwischen diese Reihen von Pfählen wurden hölzerne Stüzen oder Balken hh gebracht, und der innere Raum, wie man bei f, f, f, b sieht, nach der diagonalen Methode mit starker Zimmerung versehen. Da das Holz, wenn von der Seite auf dasselbe gewirkt wird, verhältnißmäßig schwach ist, so wurden die Längenbalken b, b und e, e durch Bänder fest mit einander verbunden, wo dann die Arme oder Stüzen f, f in diese Gefüge kamen. Bei k, k befanden sich die Stiegen, auf welchen man in den Damm hinabstieg; bei p, p die Pumpen, mittelst welchen das Wasser ausgepumpt wurde, welches aus Quellen in denselben drang, oder durch die Wände einsikerte. yy stellt den Pfeiler aus festem Mauerwerke sammt dessen Grundlage und der Art die Steine mit einander zu verbinden, vor.

Es wurden vielleicht noch nirgends so künstliche Kastendämme erbaut, als wie diese, welche der Beachtung eines jeden praktischen Mechanikers gewiß in hohem Grade werth sind. Sie entsprachen ihrem Zweke auch so gut, daß das Innere derselben, ungeachtet der ungeheuren Gewalt des Wassers, der sie Widerstand zu leisten hatten, fast immer troken war, und daß die Dampfmaschine und die Pumpen nur selten in Thätigkeit gesezt werden mußten.

Zum Ausziehen der Pfähle bei Entfernung der Kastendämme bediente man sich sonst der Maschine, welche Belidor in seiner Architecture Hydraulique beschrieb, und welche im J. 1749 mit Vortheil angewendet wurde, um den Fluß Var von dem Walde von Pfählen zu reinigen, welche während des Krieges eingerammt worden waren. Der selige Rennie hat das Verdienst einen viel einfacheren und eben so wirksamen Apparat zu diesem Behufe eingeführt zu haben, welchen man in Fig. 7 abgebildet sieht, und der auf der außerordentlichen |332| Kraft der neueren hydraulischen, von Bramah erfundenen, Pumpe beruht. Dieser Apparat wurde zuerst bei dem Baue der Waterloo-Brüke angewendet.

AA stellt einen Theil der Verpfählung des Kastendammes vor, und B die Pumpe, welche oben auf dieser Verpfählung befestigt ist. Wird der Griff C dieser Pumpe belegt, so wird Wasser aus dem Behälter D gepumpt, und durch die kupferne Röhre C in einen eisernen Cylinder getrieben, der von dem hölzernen, fest an den Pfählen befestigten, Bloke F eingeschlossen ist. Der Druk des Wassers treibt dann den festen oder soliden Taucher G in die Höhe, und dieser hebt den Balken H, welcher auf einem anderen Balken J ruht. Wird nun ein loser eiserner Ring L um den Pfahl K gebracht, und die Kette M einige Male um den Balken H gezogen, so wird der Ring L, wenn er von der Kette emporgezogen wird, eine winkelige Stellung annehmen, und dadurch eine solche Gewalt auf den Pfahl ausüben, daß dieser dem Baume folgen muß, so wie er in die Höhe steigt.

Die Ausdrüke: erster Stein (first stone) und Grundstein (foundation stone) werden im gemeinen Leben gewöhnlich für gleichbedeutend gehalten; in gegenwärtigem Falle könnte diese Meinung leicht zu Mißverständnissen führen, vor welchen wir den Leser warnen. Die eigentlichen Grundlager der neuen London-Brüke bestehen nicht aus Stein, sondern aus Holz. Es wurden nämlich von dem Inneren des Kastendammes aus Pfähle aus Buchenholz beinahe 20 Fuß tief in den blauen Thon getrieben, der das natürliche Flußbett der Themse bildet. Auf die Köpfe dieser Pfähle wurden zwei Reihen horizontaler Balken von 12 Zoll im Gevierte gelegt, und diese Balken mit buchenen Bohlen von 6 Zoll Dike bedekt. Auf diesen gut gestüzten Boden wurde dann erst die unterste Schichte Mauerwerk gelegt. Auf diese Weise wurden sämmtliche Pfeiler erbaut, indem eine lange und sehr verschieden erprobte Erfahrung zeigte, daß derlei Grundlagen die größte Sicherheit gewähren. Dem festesten Boden, und selbst Felsen darf man nicht immer trauen. Bloudel erwähnt z.B. einer Kirche in Paris, welche, obschon sie auf einem, dem Anscheine nach sehr festen Boden, und mit sehr diken Mauern erbaut worden, doch an einer Seite sich senkte, weil in früheren Zeiten einige Klafter unter deren Grundlagen zwei oder drei Höhlen gegraben worden waren. Gautier erzählt einen ähnlichen Fall von einem Festungswerke, welches auf einem Felsen auf einer der Inseln von Oleron erbaut wurde, und dann auf einer Seite einfiel, weil im Inneren des Felsens eine natürliche Höhle bestanden hatte.

Stephen Wren sagte in der Schrift zur Vertheidigung seines Vaters, welcher bei dem Baue der Paulskirche das Einrammen von Pfählen vernachlässigt hatte, daß wenn man die Pfähle nicht immer |333| naß erhalten kann, eine Grundlage aus denselben eben so wenig Festigkeit darbietet als irgend eine andere, weil diese Pfähle, wenn sie abwechselnd naß und troken werden, bald faulen. Dieß ist sehr richtig, und daher die große Gefahr, denen die hölzernen Grundlager der Blackfriars- und Westminster-Brüke ausgesezt seyn werden, wenn die Tiefe des Flusses nach der Entfernung der alten London-Brüke so großen Veränderungen Preis gegeben seyn sollte.

Da durch den Bau der neuen Brüke die Schifffahrt auf dem Flusse beeinträchtigt wurde, so fand man es bald für nöthig, zwei der kleineren Bogen an jeder Seite der alten Brüke in Einen zu verwandeln. Die Leichtigkeit und Schnelligkeit, mit welcher dieß geschah, gab einen sehr lehrreichen Commentar über die Zweifel, die früher über die Thunlichkeit dieses Vorschlages erhoben worden waren. Der gewöhnliche Verkehr wurde nämlich durch diesen Bau nicht ein Mal unterbrochen; die schwersten Lasten gingen über die Brüke, und Schiffe segelten unter derselben durch, während der ganze Charakter zweier großer Theile dieses Gebäudes wesentlich verändert wurde. Der Fahrweg wurde zuerst eingeengt, die eine Hälfte desselben auf ein Mal weggenommen, und Raum für die Aufnahme eines queren eisernen Bindebalkens geschafft. Auf diesen Bindebalken wurde von den äußeren Pfeilern der beiden Bogen eine Reihe massiver hölzerner Hauptbalken gelegt, welche, nicht wie an Dächern, in Zwischenräumen gelegt, sondern von einer Seite des Fahrweges bis zur anderen fest aneinander gebolzt wurden, so daß sie eine ununterbrochene gezimmerte Fläche bildeten. Ueber dem Bindebalken wurde das eingesezt, was man füglich die Unterlage oder die Rippe für die Bodenbretter (brest-summer) nennen kann, und in welche in Zwischenräumen Hölzer eingezapft wurden, die einer festen Dielung, auf welche das Pflaster, so wie es früher war, gelegt wurde, als Stüze dienten. Die Stärke dieser Zimmerung wurde noch durch eine Anzahl Gegenhauptbalken vermehrt, indem einige der Brüstungen fest mit einander verbunden wurden, andere aber einen Zwischenraum von ihrer eigenen Breite zwischen sich ließen. – Nicht weniger merkwürdig, als die sinnreiche Idee und die Geschiklichkeit ihrer Ausführung, war die Schnelligkeit, mit der dieser Bau betrieben wurde: in nicht mehr als 6 Wochen war derselbe nämlich gänzlich vollendet.

Die Erbauung der hölzernen Lehrbogen, durch welche die Bogen während des Baues gestüzt werden sollten, bildete eine andere große Schwierigkeit bei dieser großen Unternehmung. Alle Bogen können bis zu einer Neigung von 30º ohne alle Lehrbogen getrieben werden; denn bei diesem Winkel werden die Gewölbsteine nicht aus der Stellung gleiten, in welche sie gebracht werden, sondern bloß gegen einander drüken. So wie sich aber die Steine mehr und mehr der senkrechten |334| Stellung nähern, so nimmt ihre Gravitationskraft zu, und sie müssen durch Lehrbogen von gehöriger Stärke gestüzt werden. Diese Gravitation muß an solchen Bogen, welche, wie jene an der neuen London-Brüke, sehr flache Ellipsen bilden, noch viel größer seyn, als an anderen Bogen, und erfordert um so mehr Beachtung, als es gerade bei dieser Art von Bogen von der höchsten Wichtigkeit ist, daß auch nicht ein einziger der Gewölbsteine auch nur im Geringsten von seiner gehörigen Stellung abweiche. Es waren mithin hier Lehrbogen von mehr als gewöhnlicher Stärke nöthig, deren einzelne Theile so genau vertheilt waren, und sich so genau das Gleichgewicht hielten, daß auch nicht die geringste Veränderung ihrer Form Statt finden konnte.

Der erste Bogen wurde am 4. August 1827 geschlossen, und zugleich waren die anderen Bogen schon so weit vorgerükt, daß am 19. November 1828 der lezte Bogen geschlossen wurde.

In dem Maße als die Brüke sich ihrer Vollendung näherte, zeigte sich sowohl dem Publicum, als der Bürgerschaft die Nothwendigkeit, die Zugänge zu der Brüke, die wir oben in ihrer ganzen Unzwekmäßigkeit geschildert haben, zu ändern. Die Baumeister derselben befanden sich gewisser Maßen in der Lage derjenigen, die große Gebäude aufgeführt, und die Stiege in denselben vergessen haben.92) Es wurden zur Abhülfe dieses Uebelstandes Plane ohne Ende eingegeben, die sämmtlich verworfen oder wenigstens nicht angenommen wurden, und unter denen sich vorzüglich jene der HH. Allen, Gwilt, Jeffreys und Lund auszeichneten. Wie viel diese Plane zur besseren Belehrung der Bürgerschaft beitrugen, und ob es richtig ist, daß Hr. Rennie aus denselben all das Gute copirte, was an seinem Plane ist, wollen wir hier nicht weiter untersuchen.

Die einzige Abweichung von dem ursprünglichen Plane der eigentlichen Brüke, die sich Hr. Rennie erlaubte, bestand darin, daß er den Fahrweg auf der Brüke um 6 Fuß breiter, und die Landpfeilerbogen um 2 Fuß höher machte. Die größere Breite des Fahrweges wurde vom Publicum gefordert, und auch so nüzlich befunden, daß die Lords der Schazkammer befahlen, daß die dadurch entstandene Vermehrung der Kosten um 42,000 Pfd. aus dem öffentlichen Fond bestritten werden soll. Die Erhöhung der Landpfeilerbogen fand Hr. Rennie zur größeren Sicherheit und zur vollkommneren Proportion der Brüke nöthig.

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Am lezten Julius 1831 war die Brüke endlich vollendet; ihr Bau dauerte 7 Jahre 5 Monate und 13 Tage. Die Waterloo-Brüke wurde innerhalb 6 Jahren erbaut, allein auch unter viel geringeren localen Schwierigkeiten. Die Blackfriars- und Westminster-Brüken brauchten beide 11 Jahre zu ihrer Vollendung, woraus die Fortschritte in der Kunst Brüken zu bauen, und in dem Betriebe der Arbeit selbst während des lezten halben Jahrhunderts deutlich hervorgehen. Es ist wohl nicht nöthig etwas zum lobe dieser Brüke zu sagen: sie übertrifft nicht nur alle übrigen Brüken über die Themse, sondern unter allen Brüken unseres Erdballes dürfte ihr keine an die Seite gestellt werden können. Sie befriedigt den Volkssinn, die Anforderungen der Wissenschaft und der Kunst auf's Vollkommenste, und gestattet nirgendwo einen Tadel. Ihre Vorzüge liegen in dem Großartigen ihres Baues und in ihrer Einfachheit, die jede überflüssige Verzierung von sich wies.

Die Brüke hat, wie bereits gesagt worden, 5 halb-elliptische Bogen, von denen der kleinste größer ist, als der größte steinerne Bogen, welcher je erbaut wurde. Der mittlere Bogen hat eine Spannung von 152 Fuß mit einer Höhe von 29 Fuß 6 Zoll über dem Hochwasser-Stande; die beiden nächsten Bogen haben eine Spannung von 140 Fuß und eine Höhe von 27 Fuß 6 Zoll, und die beiden Bogen an den Widerlagern eine Spannung von 130 Fuß und eine Höhe von 24 Fuß 6 Zoll. Bisher wurden die Blackfriars- und Waterloo-Brüken für die größten elliptischen steinernen Brüken gehalten; nun ist aber der mittlere Bogen der ersteren um die Hälfte, und jener der Westminster-Brüke um den vierten Theil kleiner, als der mittlere Bogen der neuen London-Brüke.

Fig. 8 zeigt die Form und Größe der Krümmung, welche der mittlere Bogen dieser drei Brüken beschreibt, woraus der Vorzug der neuen Brüke am schönsten hervorgeht. AA ist die Krümme des Blackfriars-Bogens, BB jene des Waterloo-Bogens, und CC jene des Bogens der neuen London-Brüke.93)

Die Pfeiler, auf denen diese großartigen Bogen ruhen, haben eine rechtekige Form, und sind ganz solid, ohne im Mindesten schwerfällig auszusehen. Die bedeutende Verminderung im ganzen Mauerwerke, welche durch die Annahme der halb-elliptischen Krümmung der Bogen bewirkt wurde, machte es dem Architecten möglich, die |336| Dike der Pfeiler weit über die gewöhnlichen Verhältnisse hinaus zu vermindern. An der Westminster-Brüke beträgt nämlich die Dike der Pfeiler den vierten Theil der Spannung der Bogen, an der Blackfriars-Brüke macht sie den fünften Theil derselben aus, und an der neuen London-Brüke kaum den sechsten. Die Basen der Pfeiler haben eine kreisförmige, kegelförmig zulaufende Form, und ragen frei in den Strom; ihre From verträgt sich daher sehr gut mit der wogenden Wasserfläche, und entfernt auch den unangenehmen Eindruk, den die rechtwinkelige Form und die steife Ebenheit der Pfeiler gemacht haben würde.

Längs des oberen Theils der Brüke läuft ein einfaches Sparrenkopf-Karnieß (modillion cornia), welches die Linie des Fahrweges von Außen anzeigt, und auf welchem sich eine geschlossene Brustwehre befindet, die wie die Scamilli der Alten in 2 Höhen zurüktritt. Als es bekannt wurde, daß die Brüke keine offene Ballustrade erhalten sollte, sagte man allgemein, daß die einfachen Steinblöke das Ganze düster und schwerfällig machen würden; gegenwärtig scheint man aber durch die gute Wirkung derselben überzeugt worden zu seyn, daß sich die zwergartigen Säulen und die kleinen Guklöcher der offenen Ballustraden, denen bisher der Vorzug gegeben wurde, sehr schlecht mit den riesenhaften Pfeilern und Bogen eines solchen Baues vertragen. Die Brustwehre ist übrigens bloß 4 Fuß hoch, so daß die Fußgänger leicht über dieselbe weg sehen können.94)

Die Fahrstraße oder die obere Fläche der Brüke bildet einen Abschnitt eines sehr großen Kreises, indem sie in 132 Fuß nur um Einen Fuß steigt. Die Erhöhung der Pfeiler um 2 Zoll, wie sie von Sir John Rennie veranstaltet wurde, hat sehr viel dazu beigetragen, daß die Straße ebener wurde, und dieß scheint uns auch der Hauptzwek zu seyn, welchen er bei dieser Erhöhung im Auge hatte.

Die Landpfeiler sind an der Basis 73 Fuß breit, und laufen nach Rükwärts aus einander. Längs derselben laufen 2 Stiegen von 22 Fuß Breite, die vom und zum Wasser führen.

Die Berechnungen, nach welchen jeder Theil dieser Brüke belastet ist, waren so genau, und die Genauigkeit, mit welcher jeder Stein bearbeitet und gelegt worden, so groß, daß die Senkung, welche bei allen derlei Bauten Statt findet, hier unerhört gering war. Der mittlere Bogen senkte sich bloß um 2 Zoll, die beiden nächsten um 2 1/4 und die Bogen an den Landpfeilern nur um 2 Zoll. Die Senkung an der Waterloo-Brüke, welche damals für wunderbar gering gehalten wurde, betrug 5 Zoll.

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Die ganze Breite der Wasserfahrstraße zwischen den Bogen beträgt zu allen Zeiten der Ebbe und Fluch 690 Fuß, und mithin um 66 Fuß mehr, als die alte London-Brüke bei höchster Fluth gewährte. Die ganze Länge der Brüke, von den äußersten Enden der Landpfeiler an, beträgt 928 Fuß; innerhalb der Landpfeiler beläuft sich die Länge auf 782 Fuß. Der Weg zwischen den Brustwehren ist 53 Fuß breit, und mithin um 8 Fuß breiter als er an der alten Brüke war, und um 11 Fuß breiter, als er an irgend einer anderen Brüke über die Themse ist. Jeder der Fußwege ist 9 Fuß, der Fahrweg 35 Fuß breit.

Die ganze Brüke, sammt den trokenen Bogen über die Thames- und Tooley-Straßen, ist aus dem schönsten Granite aus den Steinbrüchen von Aberdeen, Heytor und Penryn erbaut. Die Bogen, über welche an beiden Seiten die Zugänge geführt sind, sind, mit Ausnahme der beiden oben erwähnten, aus Ziegelsteinen erbaut. Die Menge der Steine, welche bei dem ganzen Baue verbraucht wurden, beläuft sich auf 120,000 Tonnen. Das Sprengen der Steine in den Steinbrüchen, das Aufladen, Führen, Zurichten und Sezen der Steine, sammt mehreren anderen, mit dem Baue verbundenen Arbeiten beschäftigte, während der ganzen Zeit des Baues, täglich 800 Menschen.

Die Summe, für welche die HH. Joliffe und Bankes die Brüke und die Zugänge herzustellen übernahmen, belief sich auf 426,000 Pfd. Für Erweiterung der Bogen der alten Brüke wurden denselben 30,000 Pfd. bewilligt; für das Erbauen der Lehrbogen eigens 8000 Pfd.; und endlich dafür, daß die Brüke um 6 Fuß breiter gemacht wurde, als es ursprünglich im Plane lag, 42,000 Pfd. Die Erbauungskosten der Brüke belaufen sich mithin bloß auf 506,000 Pfd.; und obschon auch bei diesem Baue, wie gewöhnlich, einige Summen für das in Anspruch genommen werden, was außer dem Contracte lag, so sollen diese, wie wir hören, doch sehr gering seyn.

Welche Wirkungen die Erweiterung der Wasserstraße nun hervorbringen wird, darüber wird sich erst nach Entfernung der alten Brüke mit Sicherheit sprechen lassen. Jedoch gibt es jezt schon einige Anzeichen, daß die hierüber geäußerten Besorgnisse nicht ganz ohne Grund sind. Man wird sich erinnern, daß, um die Dämmung auszugleichen, welche durch die Kastendämme bei Erbauung der Brüke erzeugt wurde, an jeder Seite der alten Brüke 2 Bogen in Einen verwandelt wurden. Als nun diese Kastendämme entfernt wurden, zeigte sich, daß der Fall bei der Brüke bereits um 15 Zoll vermindert worden, und daß das Wasser bei Springfluthen um 2 Fuß höher stieg, als sonst je. Wenn nun schon diese theilweise Verminderung |338| des alten Dammes solche Folgen hatte, welche Wirkung wird erst die gänzliche Entfernung desselben nach sich ziehen? Wenn schon früher bei hohen Springfluthen, wie im December 1821, alle ober der Brüke gelegenen Ufer so überschwemmt wurden, daß die Mauern kaum Widerstand zu leisten vermochten, und die Communication nur in Bothen unterhalten werden konnte, was wird erst jezt in solchen Fällen geschehen? Wir hoffen, daß Alles dieß wohl-überdacht werden wird, ehe man einen so mächtigen Fluß, wie die Themse aller seiner alten Fesseln entledigt, und ehe man die niedrigen und ungeschüzten Ufer, die in der Ueberzeugung bevölkert und bebaut wurden, daß man den Fluß in dem Zustande lassen werde, in welchem er sich Jahrhunderte lang befand, den Fluchen Preis gibt. – Erhöht Eure Mauern und Wälle, antwortete man den Uferbewohnern auf ihre Vorstellungen. Dieß wäre wohl ein sicheres Mittel; allein nach wie langer Zeit, nach wie vielen Ueberschwemmungen, und nach wie vielen Verlusten dürfte dieß erst erreicht werden, wenn dieser Plan nicht allgemein an beiden Ufern befolgt wird? Dürften die Uferbewohner nicht mit mehr Recht sagen: wenn ihr einen Damm zerstört, der uns Jahrhunderte lang Schuz gewährte, so können wir auch von euch erwarten, daß ihr einige Fluththore zwischen uns und jenen zerstörenden Fluthen anbringt, mit welchen ihr uns bedroht?95)

Aber nicht bloß von der Fluth allein, sondern auch von der Ebbe drohen uns nicht geringere Gefahren, wenn die Schifffahrt bei jeder Ebbe 1 oder 2 Stunden unterbrochen, die Grundlagen aller übrigen Brüken, so wie viele der Dämme und Häuser an dem Ufer untergraben, und die Menge des Verderben aushauchenden Schlammes vermehrt werden sollten.

Die Curatoren der Westminster-Brüke scheinen die einzigen zu seyn, welche die Gefahr, die in Folge dieser Veränderungen dem ihnen anvertrauten Baue droht, gehörig würdigen; sie sind eifrig beschäftigt, deren Pfeiler auszubessern, und auf jede, der Kunst zu Gebot |339| stehende Weise zu befestigen. Das Schiksal der Blackfriars-Brüke scheint uns bereits unterschrieben zu seyn; sie wurde so lange Zeit über und so schändlich vernachlässigt, daß sie ihrem Ruine entgegengeht, und daß man glauben sollte, es habe sich gar Niemand um deren Erhaltung zu kümmern.

Das Repertory zog diesen Aufsaz aus einer äußerst schäzbaren Schrift, welche vor Kurzem zu London unter folgendem Titel erschien: A professional Survey of the Old and New London Bridges and their Approaches; including historical memorials of both Structures: with remarks on the probable effects of the changes in progress on the Navigation on the Tames. With a portrait of the late John Rennie Esq. and 13 other illustrative plates. M. Salmon, Wine-Office Court, Fleet Street.“ Wir finden uns um so mehr verpflichtet diesen Aufsaz unseren Lesern mitzutheilen, als die neue London-Brüke zu den größten Werken neuerer Zeit gehört, als sie sogar für die schönste Brüke in Europa gehalten wird, und als alle englischen Blätter mit Artikeln über dieselbe und über die Wirkungen des Abbruches der alten Brüke auf das Flußbeet und mithin auf die Schifffahrt gefüllt sind. Wir haben uns nur hie und da einige Abkürzungen erlaubt. A. d. Ueb.

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Dieser Verlust an Menschenleben und Eigenthum scheint zwar sehr gering; allein bedenkt man, daß die Brüke beinahe 720 Jahre steht, und berechnet man für diese Zeit nach obigem Verhältnisse den Verlust, so ergibt sich, daß in Folge der schlecht gebauten Brüke 648 Menschen, und, ohne Interessen, ein Capital von 144,000 Pfunden zu Grunde gingen, was allerdings nicht so ganz unbedeutend ist, besonders wenn man den Werth des Menschen nicht nach jenem eines käuflichen Sklavens, sondern nach jenem eines freien, dem Staate und seinen Mitbürgern angehörenden, nüzlichen Subjektes berechnet. – Ueberdieß würde dieser Verlust, bei der Zunahme des Verkehres und der Bevölkerung von Jahr zu Jahr gewiß zugenommen haben, so daß damit allein schon der Bau einer neuen Brüke Jedermann hinreichend begründet erscheinen wird, der das Leben seiner Mitbürger höher zu Schäzen weiß, als ein Selbstherrscher oder Despot. A. d. Ueb.

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Einige Pfeiler der Westminster-Brüke gehen nicht tiefer als 3 Fuß unter die Oberfläche des gegenwärtigen Flußbettes; jene der Blackfriars-Brüke gehen bloß 3 Fuß 9 Zoll tief, und selbst an der Waterloo-Brüke reichen die Grundlagen der Pfeiler nur aus 6 Fuß 4 Zoll unter den niedrigsten Wasserstand. A. d. O.

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Mehrere der Kais der Themse sind bloß 1 1/2 bis 2 Fuß über das Trinity-Hochwasser-Zeichen erhaben, und werden daher selbst gegenwärtig häufig überfluthet. A. d. O.

|327|

Wenn man diesen Zwek allein im Auge hätte, so hätte die Bürgerschaft wohl untersuchen dürfen, ob der Plan zu einer Brüke, welchen die HH. Telford und Douglas im J. 1800 vorlegten, nicht unter allen der beste sey. Diese Herren schlugen nämlich vor, 200 Yards von der alten Brüke eine neue Brüke zu bauen, deren Zugänge von der königl. Bank und von der High-Street des Borough herliefen. Diese Brüke sollte aus Eisen erbaut werden, und die Spannung der Bogen (welche einen Kreisabschnitt bildeten) 600 Fuß betragen, so daß der Sinus versus über dem hohen Wasserstande 65 Fuß hätte. Merkwürdig ist übrigens, daß Hr. Telford, welcher die Nachtheile der Entfernung der Dämmung durch die alte Brüke nachwies, zu einer anderen Zeit eine Brüke vorschlug, die gleichfalls keine solche Dämmung gewährte! A. d. O.

|328|

Wir finden hierin gar nichts Sonderbares, dieß ist das gewöhnliche Resultat aller Concurse, und aller Vorschläge der Bericht-Erstatter. Sie werden bloß befolgt, und als Anhaltspunkte dargestellt, so lang sie mit der Ansicht, oder vielmehr mit dem Interesse und der Willkür jener übereinstimmen, welche die lezte Entscheidung zu gehen haben. A. d. Ueb.

|334|

Sollte der Ruf einiger unserer Architekten bis nach England erschollen, und dieß eine Anspielung auf dieselben seyn? Oder besizt England eben solche Genie's wie wir? A. d. Ueb.

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Der der Zeichnung beigefügte Maßstab ist etwas fehlerhaft, was jedoch auf die Vergleichung kaum einen merklichen Einfluß hat: er sollte nämlich in 152 Fuß getheilt seyn, da die wirkliche Spannung des mittleren Bogens der neuen Brüke 152 und nicht 150 Fuß beträgt. A. d. O.

|336|

Fig. 9 und 10 zeigen den Grund- und Aufriß der Brüke.

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Wir haben schon oben über die Thunlichkeit dieses Vorschlages gesprochen, und wollen hier nur noch den Vorschlag des Hrn. Isaac Summer im Mechanic's Magazine Vol. XII. S. 453 anführen. Dieser sagt nämlich: Ich meine, daß es, um den befürchteten Gefahren vorzubeugen, gut seyn dürfte, beim Abbrechen der alten Brüke 5 oder 6 der alten Pfeiler und Gegenpfeiler in beinahe gleichen Entfernungen von einander stehen zu lassen, um, wenn es nöthig seyn sollte unter der neuen Brüke Schleußenthore anzubringen, doch gleich einige Pfeiler fertig zu haben, die sich nach einigem Behauen und Formen als eine wesentliche Basis hiezu verwenden ließen. Um bei Nacht alles Unglük zu vermeiden, könnten diese Pfeiler bei Nacht gehörig beleuchtet werden; am Tage würden sie ohnedieß keinen Nachtheil bringen. A. d. O.

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