Titel: Gompertz, über verbesserte Wagenräder.
Autor: Gompertz, Lewis
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. LXXXV. (S. 351–352)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/ar043085

LXXXV. Ueber verbesserte Wagenräder. Von Hrn. Lewis Gompertz Esq., in einem Schreiben an den Herausgeber des Register of Arts.

Aus dem Register of Arts. November 1831, S. 248.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Ich habe schon vor mehreren Jahren Vorschläge gemacht, die gewöhnlichen Wagenräder durch die von mir erfundenen, scrapers (Schaber) genannten, Räder zu ersezen, die sich ihre eigene Eisenbahn legen; ich habe ferner noch mehrere andere Plane bekannt gemacht,101) und von allen diesen wurde leider noch nichts in Aufnahme gebracht. Obschon ich nun hieraus keine günstige Aufnahme für meine neuen Vorschläge zu erwarten berechtigt bin, so kann ich doch nicht umhin, Sie zu bitten, dieselben in Ihrer Zeitschrift dem Publicum vorzulegen.

Mein neuer Plan scheint zwar beim ersten Blike zweien meiner früheren Erfindungen nachzustehen, und doch hat er mehrere Vorzüge vor denselben. Es handelt sich nicht mehr um ein Ersazmittel (substitute) eines Rades, sondern um ein Anhängsel (appendage) an demselben, welches jeder gewöhnliche Arbeiter zu verfertigen im Stande ist, und welches an jedem gewöhnlichen Karren, Wagen etc. angebracht werden kann, ohne die geringste Aenderung an den Wagen selbst oder an deren Rädern nöthig zu machen. Meine Vorrichtung besteht nämlich bloß aus 8 mehr oder weniger geraden Stangen a, a mit Vorsprüngen oder Füßen c, c. Jede dieser Stangen ist an ihren Enden mittelst eines Stiftes mit der nächsten Stange verbunden, so daß ein Polygon entsteht, welches das Rad b, b umgibt, und in welchem sich das Rad rollt, während ein Fuß nach dem anderen auf den Boden gelangt. Das Polygon verändert, so wie es vorwärts geht, jedes Mal seine Form (Fig. 20 und 21), und muß daher größer seyn, als zur Aufnahme des Rades eben nöthig ist. Das Rad muß einen Rand haben, mit welchem es das Polygon an sich hält, oder die Stangen müssen zu demselben Behufe ausgefurcht seyn. Fig. 22 stellt eine der Seiten vor: c, c sind die Füße, welche am Boden flach sind: ihre äußeren Theile müssen jedoch abgerundet seyn, um die Reibung auf dem Boden zu verhindern. Da |352| wo die Stangen mit einander verbunden sind, dürfen sie nur halb so dik seyn, als an den übrigen Stellen, damit sie den Rändern des Rades eine ebene Oberfläche darbieten.

Zu den Nachtheilen dieser Vorrichtung gehört es, daß sie 8, statt 4, Füße hat, und mithin auf zwei Mal so viel Unebenheiten des Bodens stoßen muß; allein dafür haben diese Füße keine sich wälzende Bewegung, welche den anderen in einem gewissen Grade eigen ist. Die Reibung der Ränder des Rades sprechen gleichfalls gegen diese Vorrichtung, während ihre große Einfachheit und einige andere Umstände ihr sehr zu Gunsten kommen.

Man kann diese ganze Einrichtung auch so abändern, daß man statt eines einzigen Rades zwei kleinere in die Hülle bringt, wo dann diese kein Polygon mehr bildet, sondern wie eine Kette um zwei Rollen (Fig. 23) läuft. Diese Einrichtung bietet jedoch beim Umdrehen große Schwierigkeiten dar; auch wäre noch eine eigene Erfindung nöthig, um das Abfallen der Kette von den Rädern zu verhindern.102)

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Siehe Repertory of Arts N. CLIV 1 Series in Betreff der ersten Vorschläge, Junius 1821, so wie mein kleines Werk Moral Inquiries wegen der späteren Vorschläge. Ebenso auch Dr. Jamison's Dictionary of mechanical Science unter dem Artikel Wheel. A. d. O.

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So viel wir von Mechanik verstehen, dürste diese Erfindung des Hrn. Gompertz wohl auch das Loos der früheren haben und verdienen. A. d. Ueb.

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