Titel: Chevallier, über Bereitung des flüssigen Chlors etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. XCII. (S. 387–388)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/ar043092

XCII. Einfaches Verfahren zur Bereitung von flüssigem Chlor als desinficirendes Mittel; von A. Chevallier.

Aus dem Journal de Pharmacie. Januar 1832, S. 28.

Da das Chlor und die Chloralkalien als desinficirende Mittel unter den mannigfaltigsten Umständen bereits mit dem besten Erfolge gebraucht worden sind, so glauben wir unsern Lesern eine der einfachsten Verfahrungsarten zur Bereitung des Chlors mittheilen zu müssen.

Nach dieser Methode, welche vor einigen Jahren in einem amerikanischen Journale bekannt gemacht wurde, kann man sich jeden Augenblik Chlorwasser verschaffen, während das gewöhnliche Verfahren einen complicirten Apparat erfordert, der sich nicht in kurzer Zeit herstellen läßt.

Dieses Verfahren ist folgendes: Man bringt in ein Faß,124) das |388| sich horizontal um seine Achse dreht, und zuvor zu drei Viertel mit Wasser angefüllt wurde, fünf und zwanzig Pfund fein gepulvertes rothes Bleioxyd (Mennige), fünf und siebenzig Pfund Kochsalz und vierzig Pfund Schwefelsäure von 66 Beaumé. Man verschließt das Faß und dreht es eine halbe Stunde lang um. Hierauf läßt man es einige Zeit ruhig stehen und zieht die klare Flüssigkeit, welche sehr viel Chlor aufgelöst enthält, ab.

Dieses Chlorwasser wird in Amerika in den Bleichanstalten angewandt, wo man Berthollet's Methode befolgt.

Wir glaubten dieses Verfahren, ehe wir es in unserem Journal mittheilten, wiederholen zu müssen. Fünf und zwanzig Gramme sehr fein gepulvertes rothes Bleioxyd, vierzig Gramme Schwefelsäure und fünf und siebenzig Gramme Kochsalz wurden in einen Liter Wasser gebracht und lieferten in zwei und einer halben Minute einen Liter von einer außerordentlich starken Chlorauflösung.

Als Rükstand erhält man schwefelsaures Blei, mit etwas braunem Bleioxyd gemengt.

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Wir kennen den Gehalt des Fasses, dessen sich die Amerikaner bedienten, nicht; höchst wahrscheinlich faßte es aber wenigstens 1060 Pfund Wasser. A. d. O.

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