Titel: Gaunt und Eckstein, verbesserter Feuerrost.
Autor: Gaunt, Thomas
Eckstein, Friede.
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. CIII. (S. 425–427)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/ar043103

CIII. Verbesserter Feuerrost, auf welchen sich Thomas Gaunt, Gentleman zu Islington, Chapman Street, Grafschaft Middlesex, und Friede. Eckstein, Ofenfabrikant zu Holborn in derselben Grafschaft, am 14. April 1831 ein Patent ertheilen ließen.

Aus dem London Journal of Arts. November 1831, S. 78.

Mit Abbildungen auf Tab. VII.

Dieser verbesserte Feuerrost ist so eingerichtet, daß die Stäbe, auf welche das angezündete Brennmaterial zu liegen kommt, in das Zimmer hineinragen, in welchem der Ofen angebracht werden soll, damit auf diese Weise mehr Wärme als durch die gewöhnlichen Kamine in dem Zimmer verbreitet wird. Ueber dem Feuer ist zum Ableiten des Rauches ein Hut oder ein Segment einer Kuppel angebracht, und unter dieser Kuppel befindet sich eine Oeffnung, durch welche der Rauch von dem Feuer in den Rauchfang gelangt. Die Reihe der Stabe des Rostes, auf denen sich das Brennmaterial befindet, kann nach Belieben der Kuppel genähert oder herabgelassen werden, wodurch die Schnelligkeit der Verbrennung, je nachdem es die Umstände erfordern, vermehrt oder vermindert werden kann. Durch dieses Mittel den Zug zu reguliren wird sich auch die Neigung der Kamine zum Rauchen verbessern lassen, wenn man ihr dadurch nicht ganz vorzubeugen im Stande seyn sollte. Die Kuppel wird ferner durch den aufsteigenden Rauch immer mehr und mehr erhizt werden, und dadurch nicht wenig zur Vermehrung der Wärme beitragen.

Fig. 42 zeigt den verbesserten Feuerrost von Hinten, um den Apparat, durch welchen die Reihe Stäbe mit dem Brennmateriale gehoben oder herabgelassen wird, darzustellen. Fig. 43 ist ein Querdurchschnitt des Rostes durch die Mitte, um die Theile des Rostes deutlicher zu zeigen. a, a, a ist der Rüken oder hintere Theil des Kamines, mit welchem alle übrigen Theile in Verbindung stehen; b ist der innere Rüken, welcher an dem Ruten a, a, a befestigt ist.

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Die Stäbe c, c, c sind an den Pfosten d, d angebracht, an denen auch ein offen vergitterter Boden befestigt ist. ee sind zwei schmale Fugen, die durch den Rüken a, a, a geschnitten sind, und sich bis auf den Boden der Pfosten d, d herab erstreken, und jeder dieser Pfosten ist mittelst Schrauben und Schraubenmuttern, welche durch die Fugen e, e gehen, an einer senkrechten, hin und her schiebbaren Stange f, f befestigt, die nach der Kante gestellt, und so dünn ist, daß sie sich in den Fugen e, e auf und nieder bewegen kann. An den unteren Theilen der senkrechten oder verschiebbaren Stangen f, f sind zwei Ketten g, g angebracht, die über die Rollen h, h laufen, und an denen ein Gewicht i, i angehängt ist, welches der Reihe Stäbe, auf denen sich das Brennmaterial befindet, und dem Gewichte des Brennmaterials, welches zu irgend einer Zeit angewendet wird, das Gleichgewicht hält. Vorn an dem Rost ragt ein vierekiger Balken hervor, an welchem der, in Fig. 42 sichtbare, Triebstok l befestigt ist.

Dieser Triebstok greift in einen Abschnitt eines Hebelbogens m, m, m, dessen Stüzpunkt bei n in dem Rüken a, a, a des Kamines fest gemacht ist. Mit dem entgegengesetzen Ende dieses Hebels m ist mittelst eines Gefüges bei p eine Stange o verbunden, die mit ihrem unteren Ende durch ein ähnliches Gefüge bei q mit einer Querstange r in Verbindung steht, welche an die senkrechten, verschiebbaren Stangen f, f geschraubt oder genietet ist. Dreht man nun den vorne an dem Kamine befindlichen Balken mit einem Schlüssel, so wird sich der Hebel m, m, m auf seinem Stüzstifte bewegen, und dessen entgegengeseztes Ende mithin die Stange r heben oder senken; und diese Stange r wird ihrer Seits mittelst der senkrechten Stangen f, f die Stäbe, auf welchen sich das Brennmaterial befindet, gleichfalls heben oder senken. In Fig. 42 und 43 soll s, s, s eine bewegliche Platte vorstellen, die einen Raum von solcher Größe bedekt, daß ein Schornsteinfeger durch denselben zum Kehren in den Schornstein gelangen kann.

Die Form und Größe-Verhältnisse der einzelnen Theile dieses Kamines und Rostes können nach dem Geschmake und der Erfahrung der Fabrikanten abgeändert werden; die Patent-Träger nehmen daher nicht die in der Zeichnung dargestellte Form allein als ihr Patent-Recht in Anspruch, sondern empfehlen bloß, daß die Kuppel dem Grade des Hervorstehens der Roststäbe entspreche, und daß deren äußerer Rand nicht über dieselben hervorrage.

Die Patent-Träger nehmen die Anwendung eines Hutes oder einer Kuppel, die als Rauch-Conductor und Luftzug über dem Feuer angebracht wird, in Verbindung mit einem Roste, der zur Beschleunigung oder Verminderung der Schnelligkeit der Verbrennung nach |427| Belieben gehoben oder gesenkt werden kann, als ihre Erfindung und als ihr ausschließliches Patent-Recht in Anspruch.149)

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Die Kamine der HH. Gaunt und Eckstein scheinen uns große Aehnlichkeit mit jenen des Hrn. Chaussenot und des Hrn. Bronzac zu haben; ob die Erfinder ihre Idee von diesen genommen haben, werden sie selbst am Besten wissen. A. d. Ueb.

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