Titel: Ueber die Reibung der Flüssigkeiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. XV./Miszelle 7 (S. 73)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/mi043015_7

Ueber die Reibung der Flüssigkeiten.

Hr. Georg Rennie, Vicepräsident der Royal Society, fährt in seinen interessanten Untersuchungen über die Reibung verschiedener Körper, von welchen wir schon im Polyt. Journ. Bd. XXXIV. S. 165 ausführliche Nachricht gaben, fort. Neuerlich hielt derselbe in der, am 16. Jun. Statt gefundenen, Sizung dieser Gesellschaft einen Vortrag über die Reibung der Flüssigkeiten, aus welchem das Philosophical Magazine and Annals of Philosophy September 1831 S. 228. und auch das Repertory of Patent-Inventions October 1831 S. 213 folgenden Auszug enthalten. „Der Verfasser machte es sich in dieser Abhandlung zur Aufgabe, das Verhältniß zu bestimmen, welches zwischen den verschiedenen Mengen Wasser, die durch Oeffnungen und Röhren entleert werden, und zwischen jenen Verspätungen besteht, die von der Reibung der Flüssigkeit herrühren. Die Resultate der Versuche, die er anstellte, um die Wirkungen der Reibung in Hinsicht auf die gegenseitige Bewegung der festen Körper und der Flüssigkeiten auszumitteln, sind sehr widersprechend, und können daher nur wenig Vertrauen einflößen. Ob z.B. die, durch die Reibung bewirkte, Verspätung mit den Oberflächen oder den Schnelligkeiten im Verhältniß steht, ist nichts weniger als genügend bestimmt. – Die Versuche des Verfassers sollten die Verspätung messen, welche feste Körper, wenn sie sich in still stehenden Flüssigkeiten bewegen, und welche Flüssigkeiten erleiden, die sich über feste Körper bewegen. Er wendete zu diesen Versuchen einen Cylinder aus Holz von 11 Zoll im Durchmesser und 2 Fuß Länge an, durch den eine eiserne Achse lief, an deren oberem Theile eine kleine Rolle befestigt war. Um diese Rolle war das eine Ende einer feinen seidenen Schnur gewunden, die an ihrem anderen Ende ein Gewicht trug. Ferner verschaffte er sich zu diesen Versuchen einen Rahmen, in welchem der Apparat auf und ab gleiten konnte, so daß sich der Cylinder auf verschiedene Tiefen in die Themse untertauchen ließ. Waren nun hierbei die Schnelligkeiten gering, so verhielt sich die Verspätung beinahe wie die Oberfläche; allein bei großen Schnelligkeiten schien dieselbe nur wenig Bezug auf die Größe der untergetauchten Oberfläche zu haben. Der Widerstand, welchen eiserne Scheiben oder hölzerne Kugeln beim Umdrehen im Wasser erfuhren, schien sich wie die Quadrate der Schnelligkeiten zu verhalten. – Aus den Versuchen, die mit den Mengen Wassers angestellt wurden, die durch Oeffnungen von verschiedener Form und Größe aus Gefäßen entleert wurden, die beständig gefüllt erhalten werden, schließt der Verfasser, daß sich dieselben, ganz unabhängig von ihrer Form, beinahe wie die Flächenräume der Oeffnungen oder wie die Quadrat-Wurzeln der Höhen verhalten. An Röhren, die unter verschiedenen Winkeln gebogen waren, stand die durch die Krümmung hervorgebrachte Verspätung nicht mit der Zahl der Krümmungen im Verhältnisse.“

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