Titel: Pape's Erfindung an Piano-Fortes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. XXXVI./Miszelle 10 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/mi043036_10

Pape's Erfindung an Piano-Fortes.

Mehrere Künstler haben vor einiger Zeit die Ansicht ausgesprochen, daß wenn die Hammer der Piano-Fortes von Oben, statt von Unten auf die Saiten schlagen würden, der Ton reiner, kräftiger und dauerhafter seyn, und die Richtigkeit der Stimmung längere Zeit anhalten würde. Hr. Pape ist es nun, nach dem Archive des decouvertes, gelungen, die Schwierigkeiten zu besiegen, die sich einem solchen Mechanismus entgegensezten; er soll nach dieser neuen Erfindung das vollkommenste Instrument verfertigt haben. Durch die Anwendung seiner Erfindung auf große horizontale Pianos soll er im Stande seyn, deren Länge bedeutend zu vermindern, und dessen ungeachtet dabei ihren Ton zu verstärken. Er dehnte seine Versuche ferner auf die vierekigen Pianos aus, und auch bei diesen soll er, bei |156| geringerem Umfange des Instrumentes, einen mehr nervigen, schöneren und voluminöseren Ton hervorzubringen wissen. – Diese Erfindung des Hrn. Pape, die wir hier anzeigen, ist übrigens für uns Deutsche nichts Neues, indem schon vor Dielen Jahren deutsche Instrumenten-Macher Piano-Fortes verfertigten, deren Hammer von Oben auf die Saiten schlugen? sogar die Engländer, die doch in Allem, was auf dem Continente in industrieller Hinsicht vorgeht, sehr bornirt sind, wußten dieß, und auch das Repertory of Patent-Inventions, Novbr. 1831, S. 306 läßt uns die Priorität dieser Erfindung. Das Repertory gibt zu, daß nach obigem Principe ein schönerer, kräftigerer und festerer Ton erreicht werden kann; allein wie dasselbe auf die Dauer und Richtigkeit der Stimmung einen Einfluß haben könne, ist ihm eben so wenig begreiflich, als wie bei Verminderung der Länge des Instrumentes eine Vermehrung des Volumens des Tones bewirkt werden könne.

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