Titel: Ueber die Destillation der Weinträbern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. LIV./Miszelle 6 (S. 238–239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/mi043054_6
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Ueber die Destillation der Weinträbern.

Da man die Weinträbern bei der Destillation mit einer großen Menge Wasser verdünnen muß, so schlägt Hr. Dalloz von Dôle in einem Briefe an Hrn. Dubrunfaut vor, statt des Wassers gegohrnen Erdäpfel-Syrup zuzusezen, indem man auf diese Weise vielleicht aus beiden mit geringerem Aufwande an Zeit und Brennmaterial eine größere Menge Weingeist erhalten könnte. Es bleibt jedoch noch auszumitteln, ob der auf diese Weise gewonnene Weingeist besser ist als jener, den man gewöhnlich aus den Träbern destillirt, und wie groß der Ertrag bei diesem neuen Verfahren ist. Der gewöhnliche Träbern-Weingeist wird vorzüglich durch ein wesentliches Oehl verdorben oder verschlechtert, welches sich aus den Trauben-Bälgen entwikelt, wenn diese einer Temperatur ausgesezt werden, die 80° übersteigt; auch enthalten die Träbern sehr viele Aepfelsäure. Hr. Dalloz meint, daß vielleicht ein größerer oder geringerer Zusaz von gegohrnem Erdäpfel-Syrupe den einen oder den anderen dieser schädlichen Stoffe einhüllen könnte, und daß sich das wesentliche Oehl bei dieser Verdünnung der Träbern mit Syrup in geringerer Menge entwikeln dürfte. Ließe sich der Runkelrüben-Syrup statt des Erdäpfel-Syrupes zu dieser Verdünnung verwenden, so möchte die Arbeit vielleicht noch einfacher werden; wahrscheinlich würde jedoch der Geschmak des Weingeistes hierbei leiden. Hr. Dubrunfaut bemerkt im Agriculteur manufacturier, August 1831, S. 278 (der uns erst vor wenigen Tagen zukam), daß ihm die Idee des Hrn. Dalloz aller Berüksichtigung zu verdienen scheine; er empfiehlt sie den Branntweinbrennern, ohne jedoch selbst einen Versuch mit ihr gemacht zu haben.

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