Titel: Fallschirm für Schlittschuhlaufende Frauenzimmer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. LIV./Miszelle 9 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/mi043054_9

Fallschirm für Schlittschuhlaufende Frauenzimmer.

Ein Francis Macerone hat im Mechanics' Magazine Nr. 436 S. 202 einen Fallschirm für solche Frauenzimmer vorgeschlagen, die das Vergnügen des Schlittschuhlaufens mit ihrer Weiblichkeit vereinbar finden. Seine Vorrichtung besteht aus einem glokenförmigen Weidengeflechte, welches am Grunde 5 Fuß, an der Spize aber, durch welche die Schultern gehen müssen, nach der Stärke des Individuums, 12 14 oder 15 Zoll im Durchmesser hat. Die Höhe dieses Geflechtkegels muß sich nach der Größe der Trägerin richten; d.h. er muß von den Achseln bis zu den Knöcheln reichen. Sein oberer Rand muß gut mit Roßhaar gepolstert, und mit Zeug überzogen seyn. Die ganze Vorrichtung wird über den Kopf angethan, und mit Riemen über den Schultern befestigt. Die Füße können sich demnach ganz frei bewegen, so wie aber der Körper eine größere Neigung erhält, so wird derselbe durch den Fallschirm unter den Armen gestüzt, und mithin vor dem Fallen geschüzt werden. In dem Maße, als man Fortschritte in der Kunst macht, kann man kleinere Fallschirme brauchen. – Wir zweifeln sehr, daß diese Vorrichtung bei unserem schönen Geschlechte eine gute Aufnahme finden wird, denn gerade diejenigen, die sich zum Schlittschuhlaufen herbeilassen, werden sich auch lieber in einer anderen Stellung zeigen wollen, als in einer solchen, in welcher ihr Leib in eine Art von Hühnersteige gezwängt oder dahinter verstekt ist. Alle Berüksichtigung dürfte aber diese Vorrichtung verdienen, um Knaben ohne Gefahr diese schöne und angenehme, leider aber oft halsbrecherische, Kunst zu lehren. Ein Hr. Wilkinson meint zwar im Mech. Magazine Nr. 438 S. 235, daß ein solcher Fallschirm große Gefahr bringen würde, wenn das Eis bricht; dieß können wir aber nicht einsehen, sondern glauben vielmehr, daß er zur Rettung sehr Viel beitragen müßte.

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