Titel: Rough's Brodsäke für Schiffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. LXXIX./Miszelle 24 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/mi043079_24

Rough's Brodsäke für Schiffe.

Jeder Seemann weiß, welches Unheil daraus entsteht, wenn Wasser in die Brodkammer des Schiffes dringt; Jedermann weiß, daß beim Scheitern an wüsten Küsten durch den Mangel an Brod allein viele Hunderte schon ihr Leben verloren. Hr. Mich. Rough, ein origineller Mann, der lange als Schiffsschulmeister diente, schlägt daher im Mechan. Magaz. N. 429 S. 76 zur Vermeidung dieser Unglüksfälle vor, für die Schiffe Brodsäke aus wasserdichtem Canevaß zu verfertigen. Die Art und Weise, auf welche er dieselben verfertigt haben will, |318| ist folgende. Man schneide die Seiten in länglichen Viereken aus, und lasse den Boden aus Holz oder Kork so drehen, daß er so genau als möglich, beiläufig wie der Pfropf in eine Flasche paßt. Diese Boden lasse man mit einem Streifen frisch mit dem wasserdichten Anstriche überzogenen Canevaß einfassen, und über diesen Streifen lasse man eine starke Webeleine (marline) gehen. Unter dem Boden sollen drei hölzerne oder eiserne, einen halben Zoll hohe Füße angebracht werden, damit der Canevaß nicht abgerieben wird. Ueber der Mitte des Sakes lasse man einen zweiten Canevaßstreifen um denselben gehen, der an den gegenüberstehenden Seiten als Handhabe dient. Der Dekel wird auf dieselbe Weise, wie der Boden angebracht, und wasserdicht geschlossen; nur hat er keine Füße, sondern in der Mitte einen kleinen Ring, oder zu größerer Sicherheit ein flaches, eisernes Kreuz mit einem Ringe, welches mit Schrauben an dem Dekel befestigt wird. – Beim Paken dieser Säke braucht man dieselben nur mit einer Leine zu versehen, die durch den Ring am Dekel, durch die eine Handhabe halb um den Sak und dann durch die zweite Handhabe läuft, und an der, nachdem sie durch ein Gitter in dem Kanonenraume, dem Heizraume der Capitänscajüte, auf das Verdek gelangt, ein Schwimmer oder eine Boy befestigt wird. Geht nun das Schiff zu Grunde, so wird die Boy schwimmen und die Gitter aus ihrer Stelle gerathen, so daß ein Sak um den anderen wegen seiner Leichtigkeit emporsteigen und schwimmen wird, und so von den Schiffbrüchigen aufgefangen werden kann.

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