Titel: Ueber die Anwendung der Weiden-Geflechte bei der Runkelrübenzuker-Fabrikation.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. LXXIX./Miszelle 28 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/mi043079_28

Ueber die Anwendung der Weiden-Geflechte bei der Runkelrübenzuker-Fabrikation.

Hr. Charvet ließ sich i. v. J. Geflechte aus Weidenruthen verfertigen, die noch mit ihrer Rinde versehen waren, und benuzte dieselben, nachdem sie an einem feuchten Orte aufbewahrt worden, und daher ihren Saft behalten hatten, her der Zukerfabrikation. Der Saft hatte nun, wie er aus der Presse kam, eine schwarze Farbe, war fett und spinnend, und besaß einen ekelhaften Geruch, den Hr. |319| Charvet nicht bestimmen konnte; das Abgeklärte war sehr trüb; das Eindampfen ging gut bis zu 15º B., wo der Saft dann in einem Eindikkessel geklärt, und auf ein Filter gebracht wurde. Der Saft war nun sehr schön geworden, und wurde neuerdings eingedampft, geklärt und verkocht. Das Verkochen ging sehr gut, und die Krystallisation sehr kräftig; allein jezt erst gab sich der Geschmak deutlich zu erkennen, der bisher nicht ausgemittelt werden konnte: der Zuker schmekte nämlich, als ob man ein Stükchen einer Weidenruthe kaute! Hr. Charvet kochte darauf seine Weiden-Geflechte mit Kalkwasser, und dieses benahm ihnen ihre garstige Wirkung. – Hr. Charvet bemerkt bei dieser Gelegenheit, daß man in vielen Anstalten die Klärung unterdrüke; während er dieselbe im Gegentheile vermehre: er klärt in dem Eindampfkessel, filtrirt dann auf einem gewöhnlichen Filter, und bringt den Saft in den Klärungskessel, in welchem er neuerdings mit einer noch größeren Menge thierischer Kohle geklärt wird; das Verkochen geht sehr gut und die Krystallisation erfolgt in großer Menge. Der Runkelrüben-Saft des Hrn. Charvet wog bisher aber auch immer 10º B. (Aus dem Agriculteur manufacturier. August 1831, S. 279)

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