Titel: Ueber Hrn. Elgar's Karren für Eisenbahnen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. LXXIX./Miszelle 7 (S. 312–313)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/mi043079_7

Ueber Hrn. Elgar's Karren für Eisenbahnen.

Hr. John Elgar zu Baltimore ließ sich am 1. October 1830 ein Patent auf einen Eisenbahnkarren geben, an welchem die Reibung auch ohne Anwendung der Reibungsräder auf den niedrigsten Grad gebracht seyn soll. Er nimmt bei denselben den Plan von äußeren Journalen an, auf welche sich R. Winans ein Patent geben ließ, und dessen wir schon einige Male zu erwähnen Gelegenheit hatten. Die Journale und mithin auch die Reibung) werden hiernach in ihrem Durchmesser um den dritten Theil kleiner, während die Achsen zwischen den Rädern ihre ganze Größe und Stärke behalten. Die Achsen laufen ungefähr 4 1/2 Zoll durch die Räder, sind gestählt, bis auf zwei Zoll im Durchmesser abgedreht und gehärtet, und bilden das Journal. An diesem Journal bringt der Patent-Träger entweder in einem oder in zwei Stüken eine Büchse oder |313| ein Zapfenlager aus Gußeisen an, welches, damit es die Form des Journales, und zugleich auch eine glatte und sehr harte Oberfläche erhält, über ein sehr kaltes Stük Eisen von der Größe des Journales gegossen wird. Zugleich wird die kreisförmige Mündung der Büchse durch drei, der Länge nach laufende Rippen in drei gleiche Theile getheilt, und dadurch das Lager auf dem Journale auf den vierten Theil seines Umfangs vermindert. Bei so harten Substanzen scheinen diese wenigen, die Reibung sehr vermindernden, Berührungspunkte dem Patent-Träger hinreichend. – Der hintere Theil der Büchse wird zu gleicher Zeit abgekühlt, damit er den stählernen Mittelpunkt des Journales aufnehmen, und die Neigung zu den Seitenbewegungen ohne Reibung an den Schultern reguliren kann. Um den Staub abzuhalten, und das Entweichen des Oehles zu hindern, bedient sich Hr. Elgar einer Liederungsplatte, die einige Aehnlichkeit mit jener an der Kolbenstange der Dampfmaschine hat. Diese Platte kommt vor der Büchse an das Journal, und wird mit einer Liederung aus Hanf, Leder oder Kork an die Büchse geschraubt. Jene Fläche der Platte, die gegen das Rad gekehrt ist, hat einen vorspringenden Seitenrand, durch welchen der Koth abgehalten wird. Die Büchse wird außer dem Journale beiläufig auch noch, eine halbe Gill (Viertel Pinte) Oehl fassen.

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