Titel: Vortheile des Kartoffelbaues mit ganzen Kartoffeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. XCIV./Miszelle 15 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/mi043094_15

Vortheile des Kartoffelbaues mit ganzen Kartoffeln.

Man hat in neuerer Zeit schon öfter gerathen und empfohlen, die Kartoffel, die man bauen will, in Stüken zu legen, oder gar bloß deren Schalen mit den Augen zu sezen; indem man behauptete, man könne aus diese Weise, ohne dem Ertrage im Geringsten zu schaden, eine bedeutende Menge des Nahrungsstoffes der Kartoffel ersparen. Der berühmte Oekonom und Vorstand der Horticultural Society zu London, Hr. J. A. Knight, dessen wir schon so oft in unserem Journale zu erwähnen Gelegenheit hatten, widerlegte diese Ansicht bereits sehr gründlich. Das Gardener's Magazine Nr. XXXV. und aus diesem das Repertory of Patent-Inventions Supplem. Januar 1832, S. 428 enthält jedoch einen neuen, durch numerische Daten unterstüzten Beweis, den wir wegen seiner großen Wichtigkeit hier mittheilen zu müssen glauben. Es wurden im J. 1828 in gleichen Boden 4 Kartoffelpflanzen mit je 2 Augen oder Keimen, 4 mit je 5–6 Augen, 4 kleine ganze Kartoffeln, und 4 große Kartoffeln gelegt. Sie wuchsen sämmtlich, und lieferten folgende Quantitäten Kartoffel: die 4 ersten Pflanzen gaben 8 Pfd., die 4 zweiten 11 Pfd., die 4 dritten 15 Pfd. und die 4 vierten 16 Pfd. Hieraus ergibt sich, daß die ganzen Kartoffeln gerade eine zwei Mal so große Ernte gaben, als die zerschnittenen, und daß daher das Pflanzen der lezteren durchaus nicht so vortheilhaft ist, als man es glauben machen wollte. Daß im Großen dieser Mehrertrag gar nicht mit der Ersparniß beim Ausbaue in Vergleich gebracht werden kann, sieht Jedermann von selbst ein. Ueberdieß wird beim Baue ganzer Kartoffeln auch noch die Arbeit des Zerschneidens erspart. Der Verfasser dieses Aufsazes im Gardener Magazine, der sich nicht genannt hat, versichert, daß er bei einem zweiten ähnlichen Versuche dasselbe Resultat erhalten habe.

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