Titel: Terral's Rechnungs-Apparat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. XCIV./Miszelle 4 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/mi043094_4
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Terral's Rechnungs-Apparat.

Wie unsere Leser aus den gegebenen Patent-Verzeichnissen wissen, hat sich Hr. Johann Terral, Rechtsanwalt zu St. Leonard in Devonshire, am 13. November 1830 ein Patent auf eine Methode oder auf einen Apparat geben lassen, durch welchen das Angeben von Beispielen aus der Addition, Subtraction, Multiplication und Division, und das Lehren dieser 4 Grundspecies sehr geleichtert werden. Nach dem Register of Arts, Julius 1831 S. 100 besteht nun diese Erfindung in nichts weiter, als in einem langen Streifen Papier, auf welchen in horizontalen Linien Reihen von Zahlen geschrieben sind, und der an beiden Enden mit einer Rolle versehen ist, auf die er auf- oder abgerollt werden kann. Will man hiemit ein Additions-Exempel vornehmen, so nimmt man ein Kartenblatt, in welche ein rechtwinkeliger Raum so ausgeschnitten worden, daß man eine Reihe von so viel Zahlen, als man haben will, dadurch sehen kann. Will man das Beispiel ändern, so braucht dieses Kartenblatt bloß auf die linke oder rechte Seite geschoben zu werden. Damit der Lehrer nicht nachzurechnen braucht, um sich von der Richtigkeit der Arbeit des Schülers zu überzeugen, so sind oben an dem Papierstreifen Zahlen, 1, 2, 3, 4 etc. gesezt, die man durch eine kleine, in die Karte geschnittene, vierekige Oeffnung lesen kann, und die auf das Register verweisen, in welchem man die Auflösung des Exempels findet. – Soll subtrahirt werden, so nimmt man eine Karte, durch die man nur zwei Linien auf ein Mal sieht, und bei der der Ausschnitt so gemacht ist, daß man in der unteren Reihe linker Hand um eine Ziffer weniger erhält, als in der oberen. Zu Multiplications-Exempeln nimmt man gleichfalls eine Karte, die nur zwei Reihen auf ein Mal zeigt, von denen die untere, der Multiplicator, nach Belieben verlängert werden kann. Zu Divisions-Exempeln gehört eine Karte, durch die man bloß eine Reihe sieht, und an welcher der Divisor durch eine verdekte Zahl und durch ein) von dem Dividend getrennt ist. Bei Beispielen mit ungleichnamigen Zahlen sind Karten mit mehreren Ausschnitten für die Pfunde, Schillinge etc. nöthig. In allen diesen Fällen deutet die Zahl an der Spize des Streifens auf das Register, in welchem man die richtige Antwort findet. – Es scheint uns allerdings, daß auf diese Weise bei dem Aufgeben von Beispielen einiger Maßen an Zeit gewonnen werden kann; wie man aber auf eine so geringfügige Erfindung ein Patent nehmen kann, welches 300 Pfunde (3600 fl.) kostet, ist uns doch bei Gott nicht wohl erklärlich.

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