Titel: Robert's Feuergewehr, welches 15 Mal in einer Minute schießt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 43, Nr. CXIV./Miszelle 7 (S. 465–466)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj043/mi043114_7

Robert's Feuergewehr, welches 15 Mal in einer Minute schießt.

Hr. Robert ließ bei Hrn. Büchsenmacher Deyneau zu Paris nach eigener Angabe eine Flinte machen, welche, wie die Gewehre à la Pauly, von der Schwanzschraube her so leicht und mit solcher Schnelligkeit geladen werden können, daß man 12 bis 15 Mal in einer Minute damit schießen kann, was bei den Gewehren |466| à la Pauly nicht möglich ist. Ungeachtet dieser Schnelligkeit der auf einander folgenden Schüsse soll der Lauf doch nicht zu heiß werden, indem durch das Oeffnen der Schwanzschraube ein stark abkühlender Luftzug entsteht. Die Kammer ist zur Aufnahme von Patronen Nr. 19, dem neuen französischen Kaliber eingerichtet; man kann jedoch auch die alten Patronen, und jene einer jeden feindlichen Macht in dieselben laden, während diese die eigenen Patronen dieser neuen Flinte nicht brauchen kann. Man kann sich dieser Flinte in allen Stellungen und selbst liegend bedienen; sie erzeugt keinen Rauch, wiegt nur 8 Pfund, trägt auf 150 Schritte ganz sicher, und braucht bei einer Entfernung von 300 Schritten nur 2 Fuß über den Gegenstand gehalten zu werden. Sie dürfte vorzüglich für mobile Nationalgarden sehr tauglich seyn. (Aus dem Supplement zum Temps, August 1831.) Wir machen bei dieser Gelegenheit auf einen Vorschlag eines Junius Redivivus im Mechanics Magazine Nr. 439, S. 267 aufmerksam, der durch das Verunglüken der Perkins'schen Kanonen veranlaßt wurde. Hr. J. R. sagt nämlich, daß die comprimirte Luft große Vorzüge vor dem Schießpulver habe, indem lezteres bloß in Folge seiner plözlichen Ausdehnung in Gas oder Dampf wirke, und mithin dadurch, daß dieses Gas oder dieser Dampf bei seinem Gange durch den kalten Lauf verdichtet wird, in seiner Wirkung bedeutend beeinträchtigt wird, während die comprimirte Luft bis zum Austritte der Kugel aus dem Laufe auf die Kugel zu wirken fortfährt. Hr. J. R. meint daher man soll die Kanonen oder Läufe an der Kammer mit einem Magazine stark comprimirter Luft versehen, welches z.B. für 100 Kugeln hinreicht, die aus einem Trichter nach und nach in den Lauf fallen könnten. Mit dieser Vorrichtung soll nun eine kleine Dampfmaschine verbunden seyn, die eine Luftpumpe von solcher Kraft in Bewegung sezen müßte, daß die Luft beständig in gleich comprimirtem Zustande erhalten würde. Auf diese Weise könnte man, wie Hr. J. R. meint, so lang mit großer Schnelligkeit und ununterbrochen fort schießen, als die Dampfmaschine in Thätigkeit erhalten wird. Hr. J. R. glaubt auf diese Weise der Menschheit einen großen Dienst zu leisten, indem er, so wie wir, denjenigen für den größten Wohlthäter hält, der eine Maschine erfindet, mit welcher man ganze Armeen so zu sagen auf einen Schlag vernichten kann. Dann werden die Regierungen das Kriegführen aufgeben, und den Gründen der Vernunft und der Ehrlichkeit, die bisher durch das jus fortioris meistens übertäubt wurden, mehr Gehör geben, als es gewöhnlich geschieht.)

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