Titel: Molineux's und Bundy's Verbesserungen an Spinnmaschinen.
Autor: Molineux, Francis
Bundy, William
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. XVII. (S. 83–97)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/ar044017

XVII. Verbesserungen an den Maschinen zum Spinnen und Drehen der Seide und Wolle, und zum Vorspinnen, Spinnen und Drehen der Baumwolle, des Flachses, Hanfes und anderer Faserstoffe, auf welche Verbesserungen sich Franz Molineux, Gentleman zu Hampstead, Grafschaft Middlesex, und Wilh. Bundy, Maschinist zu Kentish Town in derselben Grafschaft, am 21. September 1830 ein Patent ertheilen ließen.

Aus dem London Journal of Arts. November 1831, S. 49.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Die Erfindungen der Patent-Träger bestehen aus mehreren Modificationen an den Mechanismen zum Spinnen, welche Erfindungen sämmtlich zum Zweke zu haben scheinen, daß die Baumwoll-, Seiden- oder anderen Fäden zugleich mit dem Spinnen der Fäden auch auf Spulen aufgewunden werden. Folgendes ist eine größten Theils wörtliche Uebersezung ihrer Patent-Erklärung.

Fig. 1, 1A und 1B und 2 zeigen unsere verbesserte Einrichtung der Spindel und der Fliege, welche sich beim Spinnprocesse verschiedener Faserstoffe anwenden läßt, und welche die Richtigkeit und Festigkeit der Drosselmaschine und die Feinheit und Zartheit der Mulejenny's in sich vereint.

In Fig. 1 und 1A sieht man eine Spindel, die einer Drosselspindel ähnlich ist; an dieser ist a eine Scheibe oder Platte aus Eisen oder einem anderen gehörigen Materiale, die in gehöriger Entfernung von der Spule b an der Spindel befestigt ist, und auf welcher die Spule, die aus Holz oder irgend einem anderen tauglichen Materiale bestehen kann, ruht. c, c, c ist eine umgekehrte Fliege, die von irgend einer tauglichen Größe gemacht werden kann. d, d sind die Seitenränder eines, an der Spindel befestigten, Halsringes, durch welchen die Spindel so geht, daß sie sich frei umdrehen kann, ee stellt zwei mäßigende Stahlfedern vor, die so gestellt sind, daß sie auf dem Halsringe d, d mit einem Druke ruhen, der durch die Schrauben h, h regulirt werden kann. Diese Stahlfedern e, e sind, wie man bei i sieht, mittelst einer Eisenplatte an dem Querriegel ff angebracht, und auf diese Weise kann die Fliege auf irgend eine der gewöhnlichen Methoden eine Bewegung der Spindel nach der Quere hervorzubringen, gehoben oder herabgedrükt werden, damit die Spule, so wie die Arbeit fortschreitet, regelmäßig und gleichmäßig gefüllt wird, g ist eine Rolle von gewöhnlicher Form, durch welche die Spindel und die Fliege ihre Bewegung erhalten.

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Fig. 1B ist eine Seiten- und Durchschnittsansicht der Mäßigungsfedern, woraus man deren Anwendung deutlicher ersieht; dieselben Buchstaben beziehen sich auch auf dieselben Gegenstände, wie an den beiden vorhergehenden Figuren. Da bei dieser unserer verbesserten Einrichtung der Spindel und der Fliege die Mäßigungsfedern ee mehr oder weniger stark auf den Halsring oder die Seitenränder der Fliege dd drükend gemacht werden können, so läßt sich auf diese Weise die Schnelligkeit oder die Bewegung der Fliege verhältnißmäßig langsamer machen, und dieser Grad der Verminderung der Schnelligkeit der größeren oder geringeren Feinheit des Garnes anpassen. Diese Wirkung kann nun entweder durch die oben beschriebenen Federn, oder durch irgend eine, auf eine zwekmäßige Weise bewirkte, Reibung an dem Halsringe der Fliege hervorgebracht werden. Nach unserer verbesserten Vorrichtung ist die Spule an der Spindel befestigt, und wird daher mit derselben Schnelligkeit, wie diese, bewegt, was bei unserer Spinnmethode von Wesenheit ist. Die oben beschriebene Methode besizt vor allen bisher bekannten Methoden die Schnelligkeit so zu reguliren, daß das gesponnene Garn ohne irgend eine ihm nachtheilige Spannung auf die Spulen aufgewunden wird, bedeutende Vorzüge. Um nämlich diesen wichtigen Zwek zu erreichen, braucht man bloß durch die Anwendung der Reibung auf die angegebene Weise eine Verminderung der Schnelligkeit der Fliege zu bewirken, indem sich die Fliege dadurch, wenn sie in Bewegung kommt, genau der erforderlichen Schnelligkeit anpassen wird. Unsere Erfindung kann an einer beliebigen Zahl von Spindeln angebracht werden, die sich, ohne wesentliche Veränderung der übrigen Theile der Maschine, in einem Drossel- oder Wasserstuhle von der gewöhnlichen Bauart befinden können. Jede beliebige Maschine zum Spinnen von Wollengarn, Flachs oder Seide kann ebenfalls mit sehr geringen Kosten mit unserem verbesserten Mechanismus versehen werden.

In Fig. 2 stellt a eine feststehende Spindel aus Eisen oder einem anderen geeigneten Materiale vor, die durch die Spule b und durch die Röhre t, an welcher die Spule befestigt ist, geht; dd ist ein, an der Rolle g angebrachter Halsring; e ist eine dünne Eisenplatte, die an der Querstange v, v angeschraubt, und mit dem Nahmen ff verbunden ist, durch welchen die Spule auf eine der gewöhnlichen Methoden zum Behufe des regelmäßigen Füllens der Spule mit dem Gespinste auf- und abwärts bewegt wird. ff ist ein hölzerner Rahmen, in den die Spindel h eingesezt, und mittelst der Schraube n fest geschraubt werden kann. c, c, c ist eine Fliege, wie jene an Fig. 1. s ist eine Feder an der Spize der Spindel a, welche an der Spize wie eine Schraube geformt ist. Diese Feder wird durch die |85| Schraube m auf den Halsring der Fliege gedrükt, so daß dadurch die Bewegung der Fliege nach Bedarf beschleunigt oder langsamer gemacht werden kann, je nachdem man die Wirkung der Schraube m vermehrt oder vermindert. An dieser Vorrichtung nehmen wir nun als unsere Erfindung in Anspruch: eine lose an einer Spindel angebrachte und so eingerichtete Fliege, daß an derselben durch Federn oder auf eine andere Weise eine Reibung hervorgebracht wird, durch welche die Schnelligkeit derselben nach dem Grade der Spannung, die zum regelmäßigen Füllen der Spule (welche an der Spindel angebracht ist, und sich mit derselben umdreht) erforderlich ist, geleitet wird.

Fig. 3, 3A und 3B stellen einen verbesserten Apparat zum Spinnen der Baumwolle und anderer Faserstoffe vor, den wir eine Centrifugal-Spindel nennen. Fig. 3 ist eine solche Centrifugal-Spindel zum Spinnen gröberer Faden oder gröberen Garnes. Fig. 3A . ist eine desgleichen, jedoch zum Spinnen feineren Garnes eingerichtet: an beiden Figuren beziehen sich gleiche Buchstaben auf gleiche Gegenstande.

An Fig. 3A ist ffff ein Rahmen aus irgend einer geeigneten Substanz, an dem bei h eine Rolle angebracht ist. Durch diese Rolle wird der Rahmen mittelst eines Laufbandes um die Spindel a getrieben, die an einem hölzernen Gestelle festgemacht ist. An der Spize dieser Spindel ist ein schräg gezahntes Rad b aufgezogen, welches mit einem anderen, gleichfalls schief gezahnten Rade c correspondirt. Dieses Rad d ist bei d an einer Welle festgemacht, die an jedem Ende einen Zapfen von solcher Länge hat, daß sie anderwärts in dem Gestelle spielen kann, so daß die beiden Räder, wenn sie in Bewegung sind, mit einander in Berührung kommen. Diese Welle trägt auch die Spule e, e, e, welche aus Holz oder irgend einem anderen tauglichen Materiale bestehen kann, und lose an die Welle passen soll, w ist eine Schraubenmutter, welche als Schulter an der Welle d aufgeschraubt ist, so daß die Spule endwärts spielen kann. Diese Schraubenmutter dient auch, wenn sie an die Welle d geschraubt ist, nach ihrem Gewichte als Regulator; d.h. wenn die Welle, welche die Spule e und das Rad c führt, an einer senkrechten Spindel aufgehangen ist, so soll das Schraubenende ein Treibgewicht von einigen Granen haben; ist nämlich Alles so eingerichtet, so wird, wenn der Rahmen umgedreht wird, die Centrifugal-Kraft des Schraubenendes der Welle das Rad c mit dem Rade b in Berührung bringen, wodurch sich das Rad c an seiner Achse um das feststehende Rad b drehen wird. Die Spule e wird durch die Reibung gegen die Mutterschraube w, welche durch die schwache Feder l bewirkt wird, an der Welle d gehalten; wenn daher die Bewegung eintritt, so wird die |86| Spule so lang mit der Welle und dem Rade c herumgeführt werden, bis die Spannung des sich drehenden Fadens so groß wird, daß sie die, durch die Feder l hervorgebrachte, Reibung gegen die Mutterschraube w überwindet. In diesem Falle muß dann die Feder l fester angezogen werden, was mittelst einer Schraube geschehen kann, die bei m durch das Rad c geht, und gegen die Feder l wirkt.

Die schwache Feder n (welche, wie bei d in Fig. 3A ersichtlich, gegen das Ende der Welle wirkt) ist dazu bestimmt, das Zurükwinden zu verhindern, welches bei einem plözlichen Anhalten der drehenden Bewegung durch das Zusammenfallen der Centrifugal-Kraft geschehen würde, und wodurch die Aufnahmsbewegung der Spule aufhören würde. Die Feder n braucht bloß so stark zu seyn, daß sie die schief gezahnten Räder, während sie außer Thätigkeit sind, mit einander in Berührung erhält, indem dadurch das Zurükwinden verhindert wird. o, o, welche man in Fig. 3A sieht, sind die Profile zweier Stifte aus flachem Metalle, die an dem Gestelle rr befestigt sind. Diese Stifte verhindern, daß das Ende des Fadens, wenn er reißt, nicht um den Zapfen der Welle gewunden wird; denn wenn dieß geschähe, so würde die freie Wirkung der Centrifugal-Kraft auf das schief gezahnte Rad c beeinträchtigt werden.

Die Federn r, r Fig. 3A sind dazu bestimmt, die Zapfen der Welle in den Armen des Gestelles in ihrer gehörigen Lage zu erhalten; die Löcher für diese Zapfen sind in der, in Fig. 3B angezeigten, Richtung so geschnitten, daß die Welle mit der Spule eingesezt und wieder herausgenommen werden kann. Das Profil einer dieser Federn sieht man in Fig. 3B . Der Mittelpunkt der Spindel a muß senkrecht unter der gelieferten Linie, welche nach der Länge der Spule in einer gewissen Entfernung aufgenommen werden muß, angebracht werden. Die Länge der Spule in der Zeichnung soll 7 Zoll betragen. Das Aufnehmen wird bei der Vertheilung auf der Spule durch die Stange t, welche man in Fig. 3A sieht, unterstüzt werden; und diese Stange t wird an jedem Ende von den Armen des Gestelles gehalten. Sie läuft ferner nicht mit der Welle, an welcher sich die Spule dreht, parallel, sondern bildet damit, je nach der Drehung, die der Faden erhalten soll, einen Winkel. Soll das Garn fein werden (Fig. 3B ), so müssen die Arme f, f nach Rechts geneigt werden, wie dieß durch die punktirten Linien ausgedrükt ist, und woraus man auch ersieht, um wie viel die Abweichung von der senkrechten Stellung Statt haben muß. Soll aber Zwirn aufgenommen werden, so müssen die Arme ff auf die andere Seite der senkrechten Linie gekehrt werden; der Winkel, den die Stange mit der Achse der Spule bilden wird, wird verhindern, daß die dem Zwirne gegebene |87| Drehung nicht auf der lezten, von der Spule aufgenommenen Umdrehung reitet. Bei dieser Anwendung der Centrifugal-Spindel zum Spinnen verschiedener Faserstoffe, nehmen wir von der hier beschriebenen Maschinerie Alles das als unsere Erfindung in Anspruch, was die Anwendung der Centrifugal-Kraft zum Aufnehmen des Garnes oder eines gedrehten Fadens, während das Spinnen oder das Drehen fortläuft, bedingt und in Ausführung bringt.

Fig. 4 und 4A stellt eine weitere Verbesserung an den Spinnmaschinen vor, welche wir eine Zugspindel (gear-spindle) nennen, und durch welche man im Stande ist, das feinste Garn mit mehr Sicherheit und Erfolg zu spinnen.

Fig. 4 zeigt unsere Zug-Spindel von Vorne, Fig. 4A zeigt dieselbe von der Seite; gleiche Buchstaben bezeichnen in beiden Figuren gleiche Gegenstände. a ist eine Spindel, welche von den, mit b, b bezeichneten Zapfenlagern getragen wird, welche leztere fest an ein hölzernes Gestell angeschraubt werden. c ist eine genau geschnittene Schraube, die an dem oberen Ende der Spindel a angebracht, und an dem Zapfenlager b befestigt ist. Diese Schraube bewegt, indem sie in dasselbe greift, das Getriebe d, deren Zähne concav und schief geneigt geschnitten sind, damit sie in die Schraube passen, welche auf diese Weise die Welle e, die die Achse des Triebstokes d bildet, bewegt, g ist ein an dem Ende der Achse r befindliches Zahnrad mit Stiften-Zähnen, welches in ein anderes, ähnliches Rad i greift, das sich am Ende der Achse h befindet. An dem anderen Ende dieser Achse h ist eine Schraube geschnitten, welche in die beiden Räder n, n mit ekigen Zahnen greift, die an dem Ende der Achse ll in der Scheide x befestigt sind. Diese Achse l hat ein vierekiges Ende, an welches die Scheide x paßt, damit die Spule gewechselt werden kann. Die Schraube k an dem Ende der Welle h wirkt durch den Rahmen oder das Gestell e auf die Räder n, n, indem dieser Rahmen beim Zapfenlager so verkürzt ist, daß die Schraube mit den Rädern in Berührung kommen kann. Die Scheide x wird durch die Stellung der Schraube k in ihren Zapfenlagern gehalten.

An der Welle h befindet sich eine Spule aus Holz oder einem anderen geeigneten Materiale; o, o sind Reibungsbüchsen, durch welche die Reibung gegen die Spule regulirt wird. s ist eine Feder, die die Achse der Spule an der gehörigen Stelle hält. f, f, f ist ein messingener Rahmen, welchen wir den Spulenrahmen (bobbin-frame) nennen, und der die Achse der Spule ll trägt. Dieser Rahmen ist an dem oberen Ende der Spindel a, a befestigt, und trägt auch die Welle h. Das untere Ende dieses Rahmens f, f ist an der, der Welle e, e entgegengesezten Seite erweitert, damit es dieser Welle und |88| der Welle h mit dem Tragerahmen das Gleichgewicht hält. p ist eine Rolle an der Spindel a, mittelst welcher die ganze Maschinerie in Bewegung gesezt wird, s ist eine Schraube, die die Spindel a in ihrer gehörigen Stellung erhält. An dieser unserer neu erfundenen Zugspindel läßt man die Bewegkraft auf die Rolle p wirken, welche, indem sie die Spindel a treibt, den Rahmen f, f um die feststehende, an dem oberen Ende der Spindel a angebrachte. Schraube bewegt. Diese Schraube bewegt, indem sie auf das Getriebe d wirkt, die Welle e und die Räder g und i, wodurch auch die Welle h und die Schraube k bewegt werden, welche leztere ihrer Seits die Räder n, n an der Scheide der Spulenachse l, l treibt, so daß auf diese Weise eine Bewegung der Spule hervorgebracht wird, die von der Bewegung der Spindel a, a ganz verschieden ist. Die auf diese Weise hervorgebrachte Bewegung der Spule kann durch eine gehörige Einrichtung so geleitet werden, daß ein regelmäßiges und gleichförmiges Aufnehmen oder Aufwinden des Fadens oder Garnes auf die Spule hervorgebracht wird, wie dieß bei den Spinnmaschinen nöthig ist.

Bei dieser unserer Erfindung ist keine Bewegung nach der Quere nöthig, indem die Bewegung der Spule hinreichend ist, um ein gleichmäßiges Füllen derselben zu sichern. Unsere Zugspindel kann horizontal, senkrecht oder unter einem beliebigen Winkel mit den Walzen gestellt werden; wir finden es jedoch am besten, sie unter einem Winkel von 45° zu stellen, da sie hierbei den Faserstoff, der durch die Walzen zu seiner gehörigen Stärke gezogen worden, direct erhält, und dann diesen Faserstoff mit gleichförmiger Regelmäßigkeit dreht, und auf die Spule aufwindet.

Unsere Zugspindel ist vorzüglich für feine Garnsorten von der zartesten Textur geeignet, und übertrifft an Ebenheit und Stärke die Gespinste der Mulejennys, welche gewöhnlich zum Spinnen feinerer Nummern angewendet werden. Man kann jede geeignete Zahl unserer Spindeln an einer Maschine anbringen; sie werden nur wenig Raum einnehmen, und können durch jede zwekmäßige Vorrichtung, durch welche jeder Spindel eine gleichförmige Schnelligkeit gesichert wird, in Bewegung gesezt werden. Wir nehmen an dieser Spindel den oben beschriebenen Mechanismus, durch welchen wir an der Spule eine Bewegung oder Schnelligkeit hervorbringen, die von jener der Spindel verschieden ist, und durch welche das Garn oder der Zwirn, so wie es gesponnen und gedreht ist, aufgenommen wird, als unsere Erfindung in Anspruch.

Fig. 5 stellt unsere verbesserte Zugspindel, zum Vorspinnen oder Spinnen von Baumwolle, Flachs, Wolle und anderen Faserstoffen angewendet, dar. aa ist eine Welle oder Spindel, an deren oberem |89| Ende sich eine Schraube ohne Ende oder ein Wurm b befindet, die an dem Rahmen q festgemacht ist. Der Rahmen o, o, der sich um diese Schraube dreht, greift in das Getriebe c an der Welle d, d, und bewegt dasselbe. Die endlose Schraube oder der Wurm e an der Welle d treibt das Getriebe g, welches sich an der Spulenachse h befindet, ii ist eine Vorgespinstspule, welche sich an ihrer Achse h auf dem Zapfen n bewegt; m ist ein Hebel, durch den das Auswechseln der Spule erleichtert wird. k, k ist ein eiserner Rahmen; ll eine Führstange, an der die kleine Rolle, durch welche das Vorgespinst auf die Spule aufgewunden wird, befestigt ist. n ist eine messingene Rohre, durch welche das Vorgespinst oder das Garn zu der Rolle m und zu der Spule i herab geleitet wird. Der ganze Mechanismus wird durch die Rolle p in Bewegung gesezt. o, o, o ist der Rahmen, der die Spule i, i trägt; die Welle d und der Apparat q, q, q sind Theile eines Gestelles, in welches jede entsprechende Zahl von unseren Spindeln gebracht werden kann. Wirkt nun die Triebkraft auf die Rolle p, so bewegt dieselbe den Rahmen o, o, o um die feststehende Schraube b, und diese bewegt, indem sie auf das Getriebe c wirkt, die Welle d und in Folge der oben beschriebenen Vorrichtungen die Spule i. Ist Alles in den gehörigen Verhältnissen gebaut, so kann die Schnelligkeit der Spule so geregelt werden, daß das Vorgespinst oder das Garn in dem Maße aufgenommen wird, in welchem es von den Walzen kommt. Die Drehung wird durch die Bewegung des Rahmens o, o, o gegeben, der durch die Rolle p, zugleich mit der, nach der Quere gehenden oder traversirenden Rolle m, auf die oben beschriebene Weise rund herum geführt wird. Das Traversiren oder die Bewegung nach der Quere erfolgt mittelst der Rolle r, welche das Vorgespinst oder das Garn auf die Spule führt, und durch den Stab, l, l 26) auf und ab bewegt wird. Dieser Stab geht durch die Spindel a, a, dreht sich mit derselben, und wird durch ein Herz, oder durch irgend eine andere der gewöhnlichen mechanischen Vorrichtungen zum Hervorbringen einer Bewegung nach der Quere bewegt.

Fig. 6 zeigt eine andere Methode, auf welche sich unsere Zugspindel beim Spinnen anwenden läßt, a, a ist eine Welle oder eine Spindel, an deren oberem Ende sich die endlose Schraube oder der Wurm c befindet, die an dem Rahmen q festgemacht ist, und um welche sich der Rahmen o, o dreht. Auf diese Weise bewegt die Schraube c das Getriebe b, das sich an der Welle e befindet. Eine endlose Schraube oder ein Wurm d an der Welle e bewegt |90| das Getriebe h an der Spulenachse ii. k ist die Spule; m eine Rolle an der Spize des traversirenden Stabes n, der durch eine Röhre in der Spindel aa geht, und welches durch eine, auf die gewöhnliche Weise hervorgebrachte, traversirende Bewegung auf und nieder bewegt wird. o, o ist ein Theil des Rahmens oder Gestelles, welches die Spule und das übrige Geräth tragt; q, q ist ein Theil des hölzernen Gestelles der Maschine und p ist die Rolle, auf welche man die Triebkraft wirken läßt.

Diese Methode ist der in Fig. 5 dargestellten sehr ähnlich: die auf die Rolle p wirkende Triebkraft bewegt die Spindel a, a, und den Rahmen o, o um die feststehende Schraube c, und dadurch wird der Mechanismus bewegt, durch den die Schnelligkeit so regulirt wird, daß das Garn in dem Maße als es gesponnen wird, auch aufgenommen wird. Die Drehung erhält das Garn oder der Zwirn durch die Bewegung, welche dem Rahmen o, o durch die von der Spindel a, a bewegte Schraube mitgetheilt wird. Der Faserstoff gelangt bei dieser Einrichtung von den Zugwalzen an die Führungsrolle m herab, von der er gedreht und zur Spule geführt wird, auf welche leztere er dann mittelst der gewöhnlichen Querbewegung regelmäßig aufgewunden wird.

Fig. 7 ist eine verbesserte Vorgespinstspindel, welche durch die Anwendung kegelförmiger Oberflächen so regulirt wird, daß das Aufnehmen mit der gehörigen Regelmäßigkeit erfolgt. a ist eine Welle oder Achse, an der sich die Rollen p, p befinden, und die sich in einem Fußgestelle b bewegt. c ist ein von den Säulen getragenes Stük eines Rahmens; d ein aus Messing oder einem anderen tauglichen Materiale gedrehtes Stük mit einer kegelförmigen Oberfläche, welches an der Platte c festgemacht ist. Der Rahmen e, e, e, welcher lose auf das obere Ende der Achse gesezt ist, dreht sich frei an der Röhre g. h ist eine Spule; i ein kegelförmiges Rad aus Messing oder einem anderen zwekdienlichen Materiale, welches Rad einen Durchmesser hat, der der Schnelligkeit der Spule entspricht. Dieses kegelförmige Rad i ist an der Achse k befestigt, die durch den Rahmen e, e, e geht, und die Achse der Spule h bildet. n ist eine Feder, durch die der Druk des kegelförmigen Rades i gegen den Kegel d regulirt wird. m ist eine Mutterschraube, die auf das Ende der Achse K, welches in eine Schraube ausläuft, wirkt, und diese Mutterschraube drükt aufwärts gegen die kegelförmige Rolle, um deren Stellung an der Achse k zu reguliren. s, s ist ein Hebel, mit welchem die Achse oder der Stift q gehoben oder herab gedrükt wird, so daß auf diese Weise das Wechseln der Spule leichter geschehen kann. r ist eine Querstange, die durch irgend eine der Vorrichtungen, mit |91| welchen man gewöhnlich eine Bewegung nach der Quere hervorbringt, auf und nieder bewegt wird. t ist eine Rolle an der Spize der Querstange r, welche Rolle das Vorgespinst aus der Röhre g erhält und es auf die Spule h führt. w, w ist ein hölzernes Gestell, welches zur Aufnahme der kegelförmig zugerichteten Spindel dient. v ist ein Halsring, der die Röhre g trägt.

An dieser unserer verbesserten Vorgespinstspindel bewegt sich, wenn man die Triebkraft auf eine der Rollen pp wirken läßt, der Rahmen e, e, e um den feststehenden Kegel d; das kegelförmige Rad i wird bewegt, indem dasselbe gegen den Kegel d gedrükt wird, und bewegt dann selbst die Spule h mit jener Schnelligkeit, welche erforderlich ist, damit das Vorgespinst in dem Maße aufgenommen werde, in welchem es aus den Zugwalzen herab gelangt. Die Drehung wird durch die Bewegung des Rahmens e, e, e, der sich frei an der Achse a und an der Röhre g umdreht, gegeben; und diese Röhre führt das Vorgespinst an die Rolle t und die Spule h. Man kann jede beliebige Zahl solcher kegelförmig eingerichteter Spindeln an einer Vorspinnmaschine anbringen, und sie durch die gewöhnlichen Vorrichtungen treiben. Wir nehmen an diesen verbesserten Vorgespinstspindeln den beschriebenen Mechanismus, durch welchen die Schnelligkeit der Spule mittelst kegelförmiger, an jeder einzelnen Spindel angebrachten Oberflächen so regulirt wird, daß das Aufnehmen mit der gehörigen Regelmäßigkeit vor sich geht, als unsere Erfindung in Anspruch.

Fig. 8 und 8A zeigen eine weitere Verbesserung an den Maschinerien zum Spinnen feinen Garnes. a, a ist eine feststehende Achse, welche fest an das Gestell b angeschraubt ist. p ist eine, an der Röhre g befestigte Rolle, und diese Röhre ist an dem Rahmen d, d befestigt. ee ist ein Rahmen, welcher sich innerhalb des Rahmens dd befindet, und der die Welle n und die Welle und die Rolle h trägt. c ist eine, an der Spize der Achse a befindliche Schraube ohne Ende, um welche sich der Rahmen d, d bewegt, und welche das Getriebe o treibt. i ist ein Getriebe an der Welle r, welches das Rad k treibt, das sich an der Rollenwelle h befindet. l, l ist ein, an der Rolle h und an der Rolle m angebrachtes Stük Zeug oder Seide; g, g sind Stifte, die in dem Zeuge l, l befestigt sind, und welche durch Oeffnungen, die man in der Zeichnung sieht, und durch Längenräume in der Rolle m gehen. t, t ist eine Röhre, durch welche das Garn geht, wenn es auf die zeugene Spule l, l herab gelangt. v ist ein Stük eines Gestelles, in welches eine beliebige Zahl dieser verbesserten Spindeln gebracht werden kann.

Bei diesen Spindeln mm läßt man die Triebkraft auf die Rolle p |92| wirken; dadurch bewegt sich der Rahmen d, d um die feststehende Schraube c, und diese Schraube bewegt, indem sie auf das Getriebe o einwirkt, die Welle r. Der Triebstok i an der Welle r bewegt, indem er auf das Rad k wirkt, die beiden Rollen h und m, und diese bewegen die zeugene Spindel l, l, indem die Stifte qq. welche an dieser Spindel befestigt sind, Vorsprünge bilden, und in die offene Rolle m eingreifen. Auf diese Weise wird eine regelmäßige und sichere Bewegung der Spule bewirkt, während die aus derselben hervorragenden Stifte das Garn während des Spinnens an seiner Stelle erhalten.

So wie das Garn gesponnen ist, steigt es durch die Röhre t herab, wird gedreht, und gelangt dann auf die zeugene Spule l, l, die eine eigene und abgesonderte Bewegung hat, damit man des regelmäßigen Aufnehmens des Garnes sicher seyn kann. Dieß geschieht, wie an unserer verbesserten Zugspindel, durch einen gehörigen Mechanismus, der den erforderlichen Grad von Schnelligkeit hervorbringt, n, n, n ist nämlich ein eiserner Rahmen, welcher die Achsen der Rollen m und h trägt, über die das biegsame Blatt ee fest gespannt ist. z ist ein eiserner Stift, der die Rolle h trägt, und die Achse derselben bildet; da diese Achse beweglich ist, so kann dadurch das Wechseln des biegsamen Blattes und der Rollen geschehen. Der Rahmen n, n, n ist an der Spize mittelst der Zapfen y, y in dem Rahmen e befestigt, und dieser Rahmen n, n, n ist in der Mitte w weiter, so daß er, wenn er zum Abwinden des Garnes oder Zwirnes aus der Maschine genommen wird, an einer Welle aufgehangen werden kann.

An dieser Verbesserung nehmen wir die Anwendung einer zeugenen Spule oder eines biegsamen Blattes zur Aufnahme des Garnes, wodurch das Maß der Spannung, welches von der Füllung der Spule abhängt, sehr leicht gemacht wird, so wie die beschriebene Einrichtung der hiezu nöthigen Maschinerie, als unsere Erfindung in Anspruch.

In Fig. 9 sieht man unsere verbesserte Vorrichtung zum Dubliren und Drehen der Baumwolle, Seiden, Flachs und Wollengarne und Zwirne. aa ist eine Spule, die sich lose an den Zapfen oder der Achse bb befindet, und auf welche die Seide oder das Garn, welches dublirt werden soll, bereits gebracht worden ist. s ist eine Feder, die die Spule an ihrer gehörigen Stelle erhält, und welche das Auswechseln derselben erleichtert. c, c, c ist ein Nahmen, in dem sich die Spulenzapfen befinden, und der, so wie auch die Rolle p, an der röhrenförmigen Spindel d, d angebracht ist. Diese röhrenförmige Welle d, d bewegt sich in Zapfenlagern, die sich in dem Wagen oder in der Kuppe e, e befinden, |93| welche mittelst der Schrauben f, f, f, f auf ein hölzernes Gestell aufgeschraubt ist. t, t ist eine Röhre, durch die das Garn oder der Zwirn zum Drehen herab gelangt; g ist eine, an dem Wagen e, e befestigte Schraube, um die sich das Getriebe h dreht. Der Rahmen i, i, i trägt die Getriebswelle k, k, die Getriebe h und l, so wie auch das Rad m und die Welle n, n, an der die Meßrolle o befestigt ist. q ist ein Leitungsöhr aus Draht, durch welches die Seide oder der Zwirn an eine gewöhnliche Dublirspindel geführt wird.

An dieser verbesserten Dublirmaschine läßt man die Triebkraft auf die Rolle p wirken, die die röhrenförmige Welle dd bewegt, welche ihrer Seits wieder den Rahmen c, c, c und den Rahmen i, i, i, i rund um die feststehende Schraube g in Bewegung sezt; und diese leztere bewegt die Getriebe h und l, das Rad in und die Welle n. Auf diese Weise wird der Meßrolle o, um welche die Seide oder der Zwirn ein Mal herumgeht, eine verschiedene Bewegung gegeben, so daß eine genaue Menge oder Länge Seide oder Garn von der Spule a, a abgewunden wird, und daß diese Menge in einer bestimmten Länge jede beliebige Zahl von Umdrehungen erhält, indem der Betrag der Drehung durch die Meßrolle o bestimmt wird. Von dieser Rolle gelangt die Seide oder das Garn durch den Führungsdraht q zu einem Leitungsöhre mit einem beweglichen Mittelstüke, welches 2 oder 3 röhrenförmige Oeffnungen hat, durch welche die verschiedenen einzelnen Faden gehen, ehe sie durch die gewöhnliche Dublir- oder Dreh-Spindel in einen einzigen vereinigt werden.

Man kann zu gleicher Zeit, je nach dem verlangten Artikel, 2 oder 3 unserer verbesserten Meß- und Dreh-Spindeln anwenden, von denen jede die verschiedenen Seidenfaden oder Garne mißt, ihnen einen genauen Grad von Drehung gibt, und welche dann, nachdem sie durch das Leitungsöhr gegangen, durch eine gewöhnliche Dublirspindel in einen Faden zusammengedreht werden. Es läßt sich eine beliebige Zahl dieser unserer verbesserten Spindeln an einer Maschine anbringen, und man wird finden, daß dieselben weit bessere Artikel liefern, als die gewöhnlichen Maschinen. Wir nehmen an dieser Dublir- und Zwirn-Maschine die Anwendung einer eigenen Meßrolle an jeder einzelnen Spindel mittelst der beschriebenen Vorrichtung, um dadurch den einzelnen Faden, ehe sie zu Zwirn mit einander vereinigt werden, eine Drehung zu geben, als unsere Erfindung in Anspruch.

Fig. 10 zeigt eine andere Methode, auf welche sich unsere verbesserte Dublir- oder Zwirn-Maschine anwenden läßt; b, b, b ist ein Rahmen der die Spule trägt, und der an der röhrenförmigen Welle c, c, c, c befestigt ist. d ist eine Schraube, welche sich an der Röhrenwelle c, c befindet, aber an dem Rahmen f befestigt ist. e, e, e |94| ist ein messingener, an das Ende der röhrenförmigen Welle c, c geschraubter Rahmen, der die Welle g und h, so wie auch das Getriebe und das Rad i und k zugleich mit der Meßrolle m trägt. p ist eine Rolle an der Welle c, c, durch welche das Ganze bewegt wird. f, f, f, f stellt Stüke eines hölzernen Gestelles vor, an welchem eine beliebige Anzahl dieser verbesserten Meß- und Zwirn-Spindeln angebracht und in ihren Zapfenlagern befestigt werden können. t, t ist eine Röhre, durch welche die Seide oder das Garn an die Meßrolle m geht.

Läßt man nun an dieser unserer verbesserten Zwirn- und Dublir-Maschine die Triebkraft auf die Rolle p wirken, so kommt die röhrenförmige Welle c, c, c, an der der Rahmen b, b und der Rahmen e, e, e befestigt sind, in Bewegung. Die Spule a bewegt sich mit dem Rahmen b, und der Rahmen e, e, e dreht sich um die feststehende Schraube d, welche das Getriebe i, die Welle des Rades k, die Welle h und die Rolle m in Bewegung sezt. Die Seide oder das Garn ist um die Spule a aufgewunden, und gelangt durch die Röhre t, t an die Meßrolle m herab, durch die sie gleichmäßig von der Spule abgewunden wird, und in einer bestimmten Länge einen bestimmten Grad von Drehung erhält; von der Meßrolle wird die Seide oder das Garn von dem Führer n an eine gewöhnliche Dublir- oder Zwirn-Spindel geführt. Man kann, je nachdem es der Artikel, den man verfertigt, erfordert, eine beliebige Zahl unserer verbesserten Meß- und Zwirn-Spindeln anwenden. Der in Fig. 10 beschriebene Apparat zeigt eine der Arten, auf welche sich die bei Fig. 9 beschriebene Erfindung anwenden läßt.

Fig. 11, 12 und 13 zeigen weitere Verbesserungen an den Maschinen zum Dubliren und Zwirnen der Seide, Baumwolle, oder sonstiger Garn- und Zwirn-Arten, die diese Operation erleiden sollen.

Fig. 11 ist ein geometrischer Aufriß unseres verbesserten Spulenrahmens, in welchem man Spulen, die mit Seide oder Garn, welches zum Dubliren hergerichtet worden, bedekt sind, aufgezogen sieht. Da auf jede Spule ein einzelner Faden aufgewunden ist, so ist jeder Rahmen für 6 Spulen berechnet. a, a, a ist unsere verbesserte Dublir- und Zwirn-Spindel; c, c, c zeigt die Achsen unseres verbesserten Spulenrahmens. d, d, d ist der Spulenrahmen; b, b, b etc. sind die, in dem Rahmen aufgezogenen Spulen. Einen der Rahmen sieht man in der Zeichnung von Vorne, woran die ganze Länge der Spulen ersichtlich, die beiden anderen aber von der Seite, so daß man die Enden der Spulen daran sieht. e, e, e etc. sind die Führungswalzen, über welche die Seide oder das Garn geht, um gedreht |95| zu werden. g, g etc. stellt die Stüzen vor, die an dem Rahmen d, d befestigt sind, und an denen die Führungswalzen c, c, c etc. mit ihren Achsen aufgehängt sind. h, h, h sind Zapfen, auf denen sich die Achsen c, c, c, umdrehen; ff ist eine Platte aus Messing oder aus einem anderen geeigneten Materiale, die die Zapfen h, h, h, trägt, j, j stellt die Bodenplatte vor, in der die Röhren i, i, i befestigt sind. k, k sind eiserne Stege oder Klammern, mit welchen die Dekelplatte f, f mit der Bodenplatte j, j verbunden ist. m ist ein Halsring, der die Platten und die Spulenrahmen an der Spindel a, a an ihrer gehörigen Stelle erhält. l, l sind Verbindungsstangen, durch welche der obere Riegel n, n mit dem Bodenriegel o, o in Verbindung steht. Dieser leztere trägt die Spindel a, a, welche bei q mit den Löchern durchbohrt ist, durch welche die Seide oder das Garn an die Meßrolle p geht. Diese Meßrolle ist an dem Riegel r, r befestigt, der durch die Klammern s, s mit dem Riegel o, o in Verbindung steht. t ist eine Rolle an der Spindel a, a: v, v, v sind Rollen an den Enden der Achsen c, c, c des Spulenrahmens. w, w, w ist feststehendes Band aus irgend einem gehörigen Materiale welches an dem einen Ende an der Feder x, an dem anderen hingegen an der Schraube y befestigt ist. z, z etc. sind Federn, die an den Zapfen der Spulenachse befestigt sind, und welche, wenn sie mittelst der Schrauben E, E etc. gehörig geregelt sind, die Reibung gegen die Achse so reguliren, daß die Spannung an der Spule der Stärke oder der Zartheit der Seide oder des Garnes entspricht.

Fig. 12 zeigt die obere oder Dekelplatte f, f, woran man die gegenseitige Stellung der Achsen c, c, c des Spulenrahmens und die Verbindungsstangen k, k, k sieht. w, w ist das stillstehende Band, welches mit der Feder x und der Schraube y in Verbindung steht, welche beide lezteren an irgend einem geeigneten Theile des stillstehenden Gestelles befestigt seyn können.

Fig. 13 ist die Grund- oder Boden-Platte jj, an der die Leitungsröhren i, i, i mitten unter den Spulenrahmen d, d, d befestigt sind. a ist unsere verbesserte Dublirspindel, welche durch die Platte jj geht; k, k, k sind die Verbindungsstangen, durch welche die Platten f, f und j, j fest zusammengehalten werden.

Läßt man nun an dieser unserer verbesserten Zwirn- und Dublir-Maschine die Triebkraft auf die Rolle t wirken, so kommt die Spindel a, a, an der die Platten f, f und j, j befestigt sind, in Bewegung, wodurch auch die Spulenrahmen d, d, d an den Achsen c, c, c in Bewegung gerathen werden. Da jedoch das Band w, w, w still steht, so werden sich die Achsen c, c, c des Spulenrahmens in einer Richtung bewegen, welche jener der Spindel a, a und der Platten |96| f, f und j, j entgegengesezt ist. Wenn nun auf die Spulen b, b, b etc. einzelne Faden Seide, Baumwolle oder eines anderen Faserstoffes gebracht worden, so gehen dieselben über die Leitungswalzen e, e, e etc., und werden bei den Röhren i, i, i durch Drehen mit einander vereinigt; worauf sie durch diese Röhren an das kegelförmige Ende der Spindel a, a, und dann durch die Oeffnungen oder Röhren in dem Kegel q an die Meßrolle p gehen, um welche die Seide oder der Faden ein Mal geht, um bei einer bestimmten Länge eine gleichförmige Drehung zu veranlassen. Von der Meßrolle p geht die Seide an einen eigenen Haspel oder an eine Spule, je nachdem es erforderlich ist.

Durch diese Maschine werden von den sechs Spulen eines jeden Spulenrahmens sechs einfache Seidenfaden abgewunden, die dann in die Röhre i herabsteigen, und daselbst durch die Wirkung des stillstehenden Bandes w, w, w, und der Spindel a, a, die sich nach entgegengesezter Richtung bewegt, die verlangte Drehung erhalten. Diese drei Faden werden durch den Kegel q gleichfalls wieder vereinigt, und bilden so eine seidene Schnur, die aus 18 einfachen Fäden besteht, welche nach dem, für jeden einzelnen Artikel erforderlichen, Grade gedreht sind. Der Fabrikant kann jede beliebige Zahl von Fäden auf diese Weise behandeln, und denselben jeden beliebigen Grad von Drehung geben.

An diesem verbesserten Spulenrahmen nehmen wir die beschriebene Einrichtung der Maschine zum Dubliren und Zwirnen der Seide, Baumwolle oder anderer Faserstoffe als unsere Erfindung in Anspruch.

Fig. 14 zeigt die Art und Weise, auf welche unsere verbesserte Dublir- und Zwirn-Maschine mit dem biegsamen Blatte oder mit der zeugenen Spule zum Zwirnen oder Dubliren angewendet werden kann.

a, a ist unsere verbesserte Zwirnspindel mit einem kegelförmigen Ende, durch welches bei q mehrere Oeffnungen gehen; die Figur gibt ferner eine geometrische oder End- oder Profil-Ansicht eines Rahmens, der zur Aufnahme der zeugenen Spindel dient. b, b, b, b ist der Rahmen; c, c, c, c das biegsame Blatt; dd sind Rollen, die an ihren Achsen in dem Rahmen b, b aufgezogen sind, und über welche Rollen die zeugene Spule oder das bewegliche Blatt geht, und so an denselben befestigt ist, daß sie sich zugleich mit ihnen bewegt. e ist ein, an dem Ende der Rollenwelle d aufgezogenes, Rad, welches von dem kleineren Rade f getrieben wird. g, g sind Röhren, an deren oberen Enden die endlosen Schrauben h, h befestigt sind, und welche Röhren und endlosen Schrauben an dem Rahmen i, i festgemacht sind. k ist eine Welle mit einem Getriebe l: p ist ein |97| Halsring an der Spindel a, der die Platte i, i trägt. m, m sind Zapfen, welche in den Rahmen j, j geschraubt sind, und auf deren Enden sich die Zapfenlager n, n bewegen. o, o Rollen, durch die der Nahmen der zeugenen Spule in Bewegung gesezt wird, und welche den einzelnen Seiden- oder Garn-Faden die gehörige Drehung geben, r, r sind Verbindungsstangen, welche die Platten i, i und j, j auf die gewöhnliche Weise mit Schrauben fest mit einander verbinden. s ist eine, an dem Gestelle der Maschine befestigte Feder, an der das eine Ende des stillstehenden Bandes t, t befestigt ist. Das andere Ende dieses Bandes ist an einem geeigneten Theile des stillstehenden Gestelles so befestigt, daß das Band t, t, wenn die Maschine arbeitet, sich frei an den Rollen o, o bewegen kann. An der Spindel a, a ist die Rolle v befestigt, durch welche die ganze Maschine ihre Bewegung erhält; und an dieser Spindel sind auch die Platten i, i und j, j fest gemacht.

Wird nun an dieser unserer verbesserten Zugspindel und zeugener Spule die Rolle v durch die gewöhnlichen Mittel in Bewegung gesezt, so bewegen sich die Platten i, i und j, j mit derselben, während die Spulenrahmen b, b durch die Wirkung des stillstehenden Bandes t, t eine Bewegung erhalten, die jener der Spindel a, a entgegengesezt ist, wodurch die einzelnen Seiden- oder Garn-Faden bei den Röhren t, t gedreht werden.

Die Spulenrahmen bewegen sich um die feststehenden endlosen Schrauben h, h, wodurch das Getriebe l an der Welle k in Bewegung gesezt wird. Das Rad f an der Welle k treibt das Rad e am Ende der Rollenwelle d, und dadurch erhält die zeugene Spule Bewegung, so daß die Seiden- oder Garn-Faden ohne irgend eine, denselben nachtheilige Spannung abgewunden werden. Sind diese Faden von dem biegsamen Blatte oder der zeugenen Spule abgewunden, und bei der Röhre t, t gedreht, so werden sie vereinigt und in entgegengesezter Richtung gezwirnt, so daß sie bei dem Kegel q einen einzigen Faden bilden, der nun an eine Meßrolle, wie jene in Fig. 11 ist, und von da an einen Haspel oder eine gewöhnliche Spule läuft. Eine eigene Beschreibung des stillstehenden Bandes und seiner Wirkung auf die Rollen, um eine entgegengesezte Bewegung hervorzubringen, ist bei Fig. 11 gegeben. Die übrige Einrichtung ist eine modificirte Anwendung unserer verbesserten Zugspindel, wie sie in Fig. 4 und 4A beschrieben ist. Das Wechseln der zeugenen Spule geschieht auf dieselbe Weise, wie bei Fig. 8.

Nach dieser Beschreibung und Abbildung unserer Verbesserungen und Erfindungen wird jeder Mechaniker im Stande seyn, dieselben zu verfertigen.

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Dieser Stab ist in der Zeichnung nicht bezeichnet.

A. d. Ueb.

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