Titel: Bakewell, Verbesserungen an den Maschinen und Apparaten zur Verfertigung von Mauer- und Dachziegeln.
Autor: Bakewell, Samuel Rosce
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. XXXIX. (S. 172–179)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/ar044039

XXXIX. Verbesserungen an den Maschinen und Apparaten zur Verfertigung von Mauer- und Dachziegeln aus Thon oder anderen plastischen Substanzen, welche Maschinen sich zum Theil auch zu anderen Zweken anwenden lassen, und auf welche sich Samuel Rosce Bakewell, Ziegel- und Steingut-Fabrikant zu Whiskin-Street, Pfarre St. James, Clerkenwell, in Folge von Mittheilungen, die ihm zum Theil Freunde machten, am 18. August 1830 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. December 1831, S. 115.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Die Erfindungen des Patent-Trägers lassen sich unter drei Abschnitte bringen. In den ersten gehören die Maschinen zum Mahlen |173| des Thones und anderer zum Ziegelschlagen geeigneter Substanzen; in den zweiten eine Presse, durch welche die zum Theil getrokneten Ziegel zusammengedrükt, und daher fester und dichter als bei der gewöhnlichen Methode werden; und in den dritten ein eigens eingerichteter Handmodel zum Formen der Ziegel. Alle diese Theile und Apparate sind auf der Kupfertafel abgebildet, und hier beschrieben.

Fig. 1 ist ein Durchschnitt und Aufriß, und Fig. 2 ein Grundriß einer Maschine zum Mischen, Mahlen und Umrühren des Thones oder anderer plastischer Substanzen, so daß dieselben zur Verfertigung von Mauer- und Dachziegeln, Karnießen etc. geeignet werden. Dieselbe Maschine läßt sich auch zum Mahlen, Mischen und Umrühren von Sand, Kalk, Kreide, spanischer Soda und zu anderen Zweken anwenden. Man sieht an diesen Figuren nur einen Theil der kreisförmigen Grube. a, b ist der Rand der Grube, welche 30–40 Fuß im Durchmesser und 9–18 Zoll in der Tiefe messen kann. In der Mitte dieser Grube ist eine kreisförmige Platform oder ein solcher Hügel von 12–16 Fuß im Durchmesser gebildet. c, c ist ein Rad, welches 6–9 Fuß im Durchmesser, und am Rande eine Breite von 3–9 Zoll haben kann. Der Rand oder Reif dieses Rades muß mit dem Boden der Grube n, n in Berührung kommen. Das Rad selbst muß so eingerichtet seyn, daß es von a nach b, und von b nach a versezt werden kann. Dieß wird dadurch bewirkt, daß man den Arm d, d in verschiedene, von einer Halbmesserlinie abweichende Stellungen bringt, was auf verschiedene Weise geschehen kann: nämlich, indem man das Getriebe g mittelst seines Griffes oder seiner Kurbel so dreht, daß der gezahnte metallene Bogen i, i, i den mit ihm verbundenen, und auf dem Stifte m beweglichen Arm in eine solche Stellung bringt, wie sie in Fig. 2 durch punktirte Linien dargestellt ist. Ist dieß geschehen, so wird das Getriebe durch einen Zapfen, welcher in eine der Oeffnungen, die in der kreisförmigen Platte o angebracht sind, gestekt wird, und welcher sich gegen den Griff oder die Kurbel des Getriebes g stemmt, an der Bewegung gehindert.

Aendert man die Stellung des Armes d, d von h gegen k, so wird das Rad c, c in entgegengesezter Richtung seine Stelle verändern. e, e und f, f sind Trag- oder Stüzräder, damit sich die Welle d, d nicht krümmt; man kann dieselben jedoch auch entbehren. Der Thon oder die anderen Materialien, die über die ganze kreisförmige Grube ausgebreitet sind, werden durch die wiederholte Wirkung des Rades c, c, welches in spiralförmigem Laufe über dieselben geht, gehörig vermengt und gemahlen werden.

Der Scheitel der Platform oder des Hügels in der Mitte der |174| Grube ist vollkommen eben gemacht, damit das Rad f, f sich auf derselben bewegen könne; nur in ihrer Mitte befindet sich eine vierekige Vertiefung oder Grube, welche zur Aufnahme des Pfostens oder Gestelles j, j, j, welches den Arm d, d trägt, bestimmt ist. m, m sind die Arme des Joches, an welches Pferde oder Ochsen angespannt werden, obwohl sich die Maschine übrigens auch durch Dampf, Wasser oder Wind treiben läßt. An das kürzere Ende des Armes d, d kann man, um demselben Stätigkeit zu geben, auch ein Gegengewicht hängen, welches man in Fig. 1 sieht. Die Spindel p, welche sich am Ende dieses Armes befindet, muß walzenförmig und so lang seyn, daß der Arm an dem Pfosten und Gestelle j, j, je nach der größeren oder geringeren Menge Thones oder sonstiger Materialien, die in der Grube bearbeitet werden sollen, steigen oder fallen kann. Fig. 2* ist eine Endansicht, an welcher die verschiedenen Theile mit denselben Buchstaben bezeichnet sind.

Fig. 3 zeigt eine andere Methode, nach welcher die Stellung des Armes d, d abgeändert werden kann; hier sind nämlich statt des gezahnten Bogens und des oben beschriebenen Getriebes zwei kleine Haspel g, g, welche man in Fig. 3* sieht, an dem oberen Theile eines metallenen Gestelles angebracht. Um die Körper dieser Haspel werden mittelst einer, an der Achse der Haspel angebrachten Kurbel Strike oder Ketten auf- oder abgewunden. Diese Haspel können durch Zapfen oder Pflöke, welche man in die Löcher, die man in Fig. 3* sieht, und die auf die oben beschriebene Weise angebracht werden, stekt, in der nöthigen Stellung erhalten werden.

Eine dritte Methode, nach welcher das Rad c in Kreisen statt in Spiral-Linien über die ganze Fläche der Grube a, b, laufen kann, sieht man in Fig. 4 im Aufrisse, in Fig. 5 im Grundrisse, und in Fig. 4* vom Ende her. An diesen Figuren sieht man an der oberen Fläche des Armes d, d eine metallene Zahnstange, in die ein Getriebe eingreift, welches an einer Achse aufgezogen ist, die sich in Löchern eines metallenen Rahmens bewegt, welches Gestell sich an dem oberen Ende des aufrechten walzenförmigen Schaftes p befindet. Das Getriebe kann bei jeder Umdrehung des Rades c mittelst einer Kurbel, welche sich an der erwähnten Achse befindet, ein wenig um die Grube herum gedreht werden. Statt der Zahnstange und statt des Getriebes kann man auch zwei Trommeln q, q, die sich an Achsen drehen, anwenden. Die Achsen dieser Trommeln bewegen sich in Löchern in dem oberen Theile des metallenen Rahmens, und sind an ihren Enden vierekig, damit sich eine Kurbel daran anbringen läßt. Um diese Trommeln nun kann man Strike oder Ketten laufen lassen, welche gleichfalls an Zapfen oder Stiften, die in die obere Fläche |175| des Armes d, d eingetrieben werden, befestigt sind, und welche unter zwei losen Trommeln q, q, die sich an einer, in demselben Rahmen aufgezogenen Achse drehen, durchlaufen. Werden nun bei jeder Umdrehung des Rades c die beiden oberen Trommeln ein wenig umgedreht, so werden die Strike oder Ketten dadurch den Arm d, d in dem metallenen Rahmen so bewegen, daß sich das Rad c beständig in neuen Kreisen umdreht. An dem unteren Theile des metallenen Rahmens sind zwei Reibungsrollen angebracht, welche die Bewegung des Armes d, d unterstüzen. Man kann auch, wie man in Fig. 4 sieht, eine Tragrolle anwenden, die auf der ebenen Oberfläche der Platform in der Mitte läuft, und statt eines Rades c kann man deren zwei oder mehrere, und zwar, wenn man es für nöthig hält, an jeder Seite der Platform anwenden.

Fig. 6 zeigt eine andere Einrichtung, durch welche der leztere Zwek erreicht werden kann. Hier befindet sich nämlich in einem hölzernen oder metallenen, an dem Ende der walzenförmigen Spindel p befestigten Kopfe eine Mutterschraube, während an dem Arme d, d eine ihr entsprechende Schraube angebracht ist. Bei jeder Umdrehung des Rades c, c um die Grube kann hier dieser Arm mittelst eines Stiftes oder mittelst eines Hebels, der in eines der Löcher, die durch die Mutterschraube gehen, eingesezt wird, ein wenig umgedreht werden.

In Fig. 7 sieht man einen Arm d, d, der an der Spize der Spindel p aufgezogen ist. Diese Spindel hat einen walzenförmigen Schaft und eine Schulter; ihr walzenförmiger Theil geht durch eine Oeffnung, welche zur Aufnahme desselben in der Mitte des Armes d, d angebracht ist. Dieser Arm hat eine rechts und links gewundene Schraube, auf welche entsprechende Mutterschrauben wirken, die in den Scheiden, Naben oder Büchsen der Mittelpunkte der Räder c, c angebracht sind, so daß auf diese Weise die Räder in Spiral-Linien über die ganze Ausdehnung der kreisförmigen Grube laufen müssen. Da es jedoch, um den Arm in entgegengesezter Richtung zu bewegen, nöthig ist, dessen Bewegung umzukehren, so lassen sich auch noch andere Einrichtungen treffen, um eine Seitenbewegung des Rades c, c nach Vorwärts und Rükwärts hervorzubringen. Eine solche ist z.B. die bekannte Roll- oder Mangbewegung, die man erhält, wenn man einen Haspel, eine Trommel oder ein Rad an dem beweglichen Kopfe befestigt, und mittelst einer Kurbel an der Achse dieses Haspels oder der Trommel eine Kette, einen Riemen oder ein Seil daran auf- oder abwinden läßt. Dadurch, daß man, wie in Fig. 7 ersichtlich, an der Spize der Spindel p, oder wie in Fig. 3 an dem unteren Ende der Spindel eine Schraubenmutter aufschraubt, wird verhindert, daß der Arm d zu hoch emporsteigt.

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Zum Formen des Thones und zum Pressen desselben in halbgetroknetem Zustande dienen nun folgende Apparate.

Fig. 8 zeigt eine hiezu bestimmte Maschine im äußeren Aufrisse oder von der Seite gesehen. Fig. 9 und 10 sind zwei innere Ansichten derselben in verschiedenen Stellungen; Fig. 11 zeigt dieselbe im Grundrisse oder von Oben gesehen. An allen diesen Figuren beziehen sich gleiche Buchstaben auch auf gleiche Gegenstände. a, a etc. ist das hölzerne oder gußeiserne Gestell der Maschine; b, b sind die Seiten des Models; c ist der Schwingrahmen, durch welchen der obere Theil des Models niedergehalten oder entfernt wird. Dieser Rahmen ist an der starken Achse d aufgezogen, und diese Achse bewegt sich in Zapfenlagern, die an den unteren Enden des Schwingrahmens c angebracht sind. An den Enden der Zapfen oder Anwellen der Achse d müssen Schraubenmütter angeschraubt werden, damit der Rahmen stillstehend an denselben gehalten wird. e ist der Haupthebel, welcher gut an der Achse d befestigt ist. f, f sind zwei Seitenstüke, durch welche der Haupthebel e mit einem kürzeren Hebel g in Verbindung steht. Dieser Hebel g befindet sich an der Achse oder Welle h, die man in Fig. 11* sieht, und die sich in Zapfenlagern in den Enden des Gestelles dreht.

Das Ende der Achse h ist vierekig, und an diesem vterekigen Stüke ist ein Handhebel j Fig. 8 befestigt, durch welchen der Apparat in Bewegung gesezt wird. k, k sind zwei, an der Achse d befestigte Blätter (webs),45) durch welche diese Achse in den Löchern erhalten wird, die an beiden Seiten der unteren Seitenriegel des Gestelles a zur Aufnahme derselben angebracht sind. l ist ein kurzer, an der Achse d befestigter Hebel, durch welchen der Stiel m des Kolbens oder Stämpels n, der den Boden des Models bildet, gehoben wird. Um den Ziegel in dem Model zusammenzudrüken, wird der Handhebel j in jene Stellung gebracht, die er in Fig. 8 hat, und die man in Fig. 9 durch punktirte Linien angedeutet sieht.

Ist dieß geschehen, so wird der Dekel des Models auf die Seite gestoßen, der Handhebel j in die Stellung gebracht, die in Fig. 10 durch punktirte Linien angedeutet ist, und der Stempel noch weiter gehoben, so daß der Ziegel auf folgende Weise aus dem Model gestoßen wird.

Man sieht in Fig. 10 bei o die Zapfen, deren Enden sich in Zapfenlagern drehen, welche unter den oberen Seitenstangen des Gestelles a angebracht sind; p ist ein Arm oder Hebel, welcher an der Achse o befestigt ist, und mit dessen Ende die zwei Gelenkstüke q, q |177| in Verbindung stehen, die mit dem Stiele m des Kolbens oder Stämpels n im Gelenke verbunden sind. An einem vierekigen Theile am äußeren Ende der Achse o ist der Handhebel r angebracht. Dieser Handhebel r bleibt, so lang sich der Ziegel im Model befindet, in der Stellung, in welcher man denselben in Fig. 8 und 9 sieht; so wie er hingegen in die Stellung gebracht wird, in der man ihn in Fig. 10 durch punktirte Linien dargestellt sieht, hebt derselbe den Stämpel n, und treibt dadurch den Ziegel aus dem Model, so daß er weggenommen werden kann.

Das Pressen des Ziegels in dem Model geschieht dadurch, daß der Handhebel j in die Stellung gebracht wird, in der man ihn in Fig. 8 und 9 sieht. Dieser Hebel j drükt nämlich dann die Hebel g und e herab, und dadurch den kurzen Hebel l empor; und dieser kurze Hebel wirkt bei dem Theile s des Stämpelstieles auf den Stämpel n und hebt denselben empor. Das untere Ende dieses Stämpelstieles wird durch fünf Schrauben geführt und festgehalten; drei dieser Schrauben gehen durch den starken Querriegel t, und von diesen dreien Schrauben wirkt die eine und auf der einen Seite gegen den Rand des Stieles, während die beiden anderen v, v eine Rükenplatte mit dem entgegengesezten Rande desselben in Berührung bringen. Durch die unteren Seitenriegel des Gestelles gehen zwei andere Schrauben w, w Fig. 11, die gegen die Seite des Stieles wirken.

Damit der Stämpel n während der Abnahme des Ziegels stillstehend erhalten wird, wird der Hebel r zwischen zwei Stifte x, y, die in Scheiden eingelassen und nach Belieben beweglich sind, gebracht. Der untere dieser Stifte x hindert, daß der Stämpel n nicht zu hoch steigt, der obere hingegen erhält denselben stillstehend. In Fig. 8, 9 und 10 zeigt z einen anderen, in die Seite des Gestelles a eingelassenen Stift, durch welchen das Emporsteigen des Stämpels n beschränkt wird, so daß sämmtliche Ziegel eine gleiche Dike erhalten.

Quer über die obere Platte c des Models ist mittelst Schrauben ein starker Querbalken befestigt, in dessen Enden sich Oeffnungen befinden, durch welche die oberen Enden der Seiten des Schwingrahmens c gehen; diese Enden sind, wie man in Fig. 8 sieht, durch angeschraubte Schraubenmütter ober und unter der Querstange befestigt.

Fig. 12 und 13 zeigen den Stämpel n und dessen Stiel m von Vorne. Fig. 14 ist ein Grundriß der Achse d des Hebels e, wovon Fig. 15 eine Seitenansicht gibt. Fig. 16 ist ein Grundriß der Achse h mit seinem Hebel g.

Fig. 17 ist eine andere Presse, an welcher der Stämpel n durch |178| eine metallene Zahnstange gehoben oder herabgelassen wird. Diese Zahnstange ist an dem Stämpelstiele m angebracht, und in dieselbe greift das Getriebe d, an dessen Achse zum Behufe der Umdrehung eine Kurbel befestigt werden kann. An derselben Achse befindet sich auch ein Sperrrad e, in dessen Zähne ein Sperrer oder Fänger f einfällt, um den Stämpel in seiner Stellung zu erhalten. An dem Rüken des Stieles ist eine Reibungsrolle g angebracht, wodurch die Zahnstange c an ihrer Stelle erhalten wird.

In Fig. 18 sieht man gleichfalls eine Ziegelpresse, an der die Bewegungen des Stämpels n in dem Model durch zwei Metallstangen hervorgebracht werden, von denen man die eine in Fig. 18 bei h sieht. Diese Stangen sind oben mit dem Stämpel, und unten mit einem Knopfe oder Stifte i im Gelenke zusammengefügt; und dieser Stift i ist in einem der Arme des Rades j, welches zum Theil mit Zähnen besezt ist, befestigt. In die Zähne dieses Rades greift ein Getriebe d, wenn dasselbe mittelst einer, an dessen Achse angebrachter Kurbel gedreht wird. Auch hier ist ein Sperrrad e mit einem Sperrkegel angebracht, wodurch das Getriebe gestellt wird. Fig. 19 ist ein Grundriß der Presse, welche man in Fig. 17 sieht, und Fig. 20 ist ein zweiter Grundriß der Presse in Fig. 18.

In Fig. 17 ist der Scheitel des Models c mit einer, an ihren Rändern schwalbenschwanzförmigen Platte geschlossen, welche Platte sich in entsprechenden, in den Seiten b, b des Models angebrachten Fugen oder Falzen schiebt. Fig. 19 sieht man den Scheitel des Models im Grundrisse; in Fig. 18, 20, 21 und 23 ist derselbe als mit einem Dekel c geschlossen dargestellt, welcher Dekel entweder mit einem Richtmaß-Angelgewinde oder an der einen Seite mit Angeln befestigt ist, in welchem Falle er dann durch einen Sperrer mit oder ohne Feder geschlossen erhalten wird.

Sollen gekrümmte Ziegel in dem Model gepreßt werden, so muß entweder die untere Seite des Dekels des Models ausgehöhlt seyn, oder es müssen, wie man in Fig. 22 und 23 sieht, hohle Blöke in den Model gebracht werden; der Scheitel des Stämpels muß gleichfalls so abgerundet seyn, daß er der Aushöhlung des Blokes entspricht. Oder man kann auch, wie man in Fig. 22 und 23 sieht, einen zweiten abgerundeten Blok in den Model bringen.

In Fig. 24 sieht man einen Sperrfeder-Ziegelmodel, der zum Formen der Ziegel mit der Hand dient, von Oben dargestellt; Fig. 25 zeigt denselben geöffnet. a, a sind die Seiten des Models. An dem einen Winkel des Models ist ein Gelenk ab angebracht. An den oberen und an den unteren Kanten des Endes des beweglichen Theiles des Models sind ekige Kehre angebracht, welche durch entsprechende |179| Oeffnungen in dem Gegentheile des Models gehen, und auf diese Weise die Seiten feststehend erhalten. Das Ende c wird von einem Loche an der inneren Seite des Models aufgenommen, und an der äußeren Seite des Endes des Models ist zwischen den Oehren eine Sperrfeder angeschraubt, welche durch ein vierekiges Loch in der entsprechenden Seite des Models geht, und sich fest einhakt, wenn der Model geschlossen wird, während der Model durch Zurükziehen der Feder leicht wieder geöffnet werden kann.

Der Patent-Träger erklärt schlüßlich, daß er keinen von diesen Theilen, welcher bereits bekannt oder in Anwendung seyn möchte für sich, sondern bloß in Verbindung mit den übrigen; daß er auch nicht das Mahlen oder Mischen des Thones oder anderer Materialien auf Mühlen mit großen, als Räder angewendeten, und immer in demselben Kreise herumlaufenden Steinen, sondern die Einrichtung, durch welche dieselben in Spirallinien oder in Kreisen herumlaufen, die beständig ihren Durchmesser wechseln, bis endlich die auf dem Boden ausgebreiteten Materialien wiederholt davon getroffen wurden, als sein Patent-Recht in Anspruch nimmt. Er sagt ferner, daß er in mehreren Töpfereien von Lancaster Steine von 4–5 Fuß im Durchmesser, welche sich durch die Wirkung schraubenförmiger Wellen in Spirallinien umdrehten, zum Mahlen und Mischen des Thones anwenden sah; allein an diesen ruhte das eine Ende der Wellen auf einem Rade, während das andere Ende von einem Pfosten in der Mitte des Bodens getragen wurde, so daß die Steine in einer Höhe von 2–3 Zoll über dem Boden an der Welle aufgehängt waren. Dieser Boden bestand ferner bloß aus einer ebenen Fläche ohne Ränder, die eine Grube bildeten, und hinderten, daß der Thon oder die übrigen Materialien nicht seitwärts entwichen. Auf diese Thonmühlen oder Steine mit schraubenförmigen Wellen macht der Patent-Träger durchaus keine Ansprüche. Bemerkt muß endlich noch werden, daß die Ziegel oder Thonkugeln, ehe sie in die Presse gebracht werden, halb getroknet, oder in demselben Zustande seyn müssen, in welchem die Ziegel sonst geglättet oder polirt werden, und daß ferner ihre äußere Oberfläche, so wie die Eken und Ränder vorher mit feinem Sande oder Staube (den man in der Nähe der Ziegeleien gewöhnlich in großer Menge antrifft) abgerieben werden müssen, damit sie nicht an den Modeln ankleben. Das Patent bezieht sich endlich nicht auf das Pressen von Mauer- und Dachziegeln, Carnießen etc. im Allgemeinen, sondern bloß auf die hier beschriebenen und abgebildeten Arten von Pressen.

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Diese Blätter sind in den Figuren nicht mit k bezeichnet.

A. d. Ueb.

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