Titel: Gray, Apparat zum Wärmen und Lüften von Betten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. LVIII. (S. 270–271)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/ar044058

LVIII. Neuer Apparat zum Wärmen und Lüften von Betten, von der Erfindung des Hrn. Samuel Gray, chirurgischem Instrumentenmacher zu London, Princes Street, Leicester Square.

Aus dem London Journal of Arts. Februar 1832, S. 264.

Mit einer Abbildung auf Tab. IV.

Hr. Gray hat vor Kurzem einen neuen Apparat zum Wärmen und Lüften von Betten erfunden, welcher sich auch zur Erzeugung eines Schwizbades bei Rheumatismen und anderen Krankheiten anwenden läßt, und dem er den Namen Thermidryum beilegte. Dieser Apparat soll den Zwek eines Dampf- oder heißen Luft-Bades vollkommen erfüllen, und muß daher als solcher die Aufmerksamkeit der Aerzte und des Publicums im Allgemeinen sehr in Anspruch nehmen, und zwar um so mehr, da er sich wegen seiner Einfachheit sehr leicht und wohlfeil anwenden läßt.

Fig. 21 stellt diesen Apparat dar; a ist eine Weingeistlampe mit einem Rauchfange aus Drahtgitter b, auf dessen Scheitel sich mehrere Lagen Asbest oder Drahtgitter c befinden, um die Hize der |271| Flamme der Lampe zu zerstreuen. dd ist ein äußeres Gehäuse oder ein Schild, gleichfalls aus Drahtgitter verfertigt, der vielleicht besser eine kuppelförmige Gestalt hätte, damit der Bettzeug nicht mit dem Rauchfange der Lampe in zu genaue Berührung kommt, und dadurch versengt wird. Der Rauchfang befindet sich auf einer Platte e, die auf das obere Ende der Lampe aufgeschraubt wird. Auf dieser Platte sind auch die drahtenen Stüzen ff 56) des Dekels oder Schildes befestigt; das Ganze kann, damit die Lampe angezündet werden kann, weggenommen werden. Wenn der Weingeist angezündet worden, so wird der Rauchfang und der Schild wieder an seine Stelle gebracht, und der ganze Apparat dann unter die Bettdeken gestellt. Auf diese Weise läßt sich die Luft unter den Bettdeken auf jeden beliebigen Grad von Temperatur erwärmen, so daß ein heißes Luftbad erzeugt wird. Es versteht sich, daß man den Apparat so stellen kann, daß er auf diesen oder jenen besonderen Theil des Körpers des Patienten wirkt.

Das London Journal meint, daß der Scheitel des äußeren Schildes zum Abnehmen gerichtet werden soll, damit man irgend eine Flüssigkeit in einem offenen Gefäße über den Rauchfang stellen könne, so daß man auf diese Weise ein beliebiges Dampfbad oder irgend eine Räucherung erhielte. Diese geringe Abänderung dürfte, wie uns scheint, mancherlei große Vortheile gewähren.

|271|

ff und c sind im Originale in der Zeichnung nicht bemerkt.

A. d. Ueb.

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