Titel: Ueber die Goldgewinnung in Nordamerika.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. XV./Miszelle 2 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/mi044015_2

Ueber die Goldgewinnung in Nordamerika.

Am 1 October 1830 wurden in Nordamerika nicht weniger als drei Patente auf verschiedene Methoden und Vorrichtungen zum Scheiden des Goldes von Erd- und Steinarten genommen, von denen wir hier, wenn auch der Sand unserer Flüsse nicht so reich ist, daß man mit Vortheil Gold aus demselben waschen könnte, nach dem Register of Arts November 1831, S. 250 eine kurze Uebersicht geben wollen. 1. Verbesserungen in der Kunst zu schlämmen, und das Gold mittelst einer Maschine aus dem Erze zu gewinnen; von Henry Jordan, Oglethorpe County, Georgia. Die Erde, die gewaschen werden soll, kommt in ein Drahtsieb, auf welchem die Steine und größeren Massen zurükbleiben, währe ab die kleineren durchfallen, und in eine Art von Wiege (rocker) gelangen, die einen Quadranten eines (Zylinders bildet, und die sich unmittelbar unter dem Siebe befindet. Diese Wiege wird in schwingende Bewegung gesezt, und zugleich ein Wasserstrom auf deren Inhalt geführt, wodurch die leichteren Theile weggeschwemmt werden. Die Schwingung der Wiege wird durch die drehende Bewegung des Siebes bewirkt. 2. Verbesserung in der Art und Weise Gold und andere edle Metalle von den erdigen Substanzen, mit denen sie gewöhnlich verbunden sind, zu trennen; von Roswell King M'Intosh County, Georgia. Ein hölzerner oder metallener Cylinder von 4 Fuß im Durchmesser und 40 Fuß Höhe wird senkrecht gestellt; er hat einen Kolben und Stoßer (dasher) beinahe wie jener an einem Butterfasse, welcher auch auf dieselbe Weise durch eine hinreichende Kraft auf und nieder bewegt wird. Außen an diesem Cylinder ist eine Röhre angebracht, die sich von dessen Scheitel bis zum Grunde erstrekt, und die die Erde, welche gewaschen werden soll, unter den Stoßer in den Cylinder führt; sie ist daher oben offen, und communicirt unten mit dem Inneren des Cylinders. Ist nun Wasser und Erde in den Apparat gebracht, so wird der Stoßer in Bewegung gesezt, wo dann das schlammige Wasser durch Oeffnungen entweichen wird, die in verschiedenen Höhen des Cylinders angebracht sind, während das Gold sich wegen seiner größeren Schwere zu Boden sezt, und daselbst entweder für sich allein, oder in Verbindung mit Queksilber oder mit den schwereren Substanzen gemischt gewonnen werden kann. 3. Verbesserung an der Art und Weise das Gold und andere edle Metalle von den Erden und Steinen zu scheiden, und zwar mittelst sogenannter cylindrischer und kreisförmiger, sich schwingender Tröge; von Roswell King M'Intosh County, Georgia. Diese Maschinerie besteht aus einem Troge, der ein Längendurchschnitt eines Cylinders von beiläufig 10 Fuß Länge und 3 Fuß Durchmesser ist, und aus einem kreisförmigen Troge von beiläufig 5 Fuß Durchmesser und 6 Zoll Tiefe. Der kreisförmige Trog ist gegen das eine Ende etwas geneigt, und durch mehrere Scheidewände, die jedoch zwischen ihren unteren Kanten und dem Troge einen freien Raum lassen, in mehrere Abtheilungen getheilt. Die Erde, welche gewaschen werden soll, wird mit Wasser in die obere Abtheilung gebracht, und dann der Trog in schwingende Bewegung gesezt; oder der Inhalt wird durch eine, über dem Troge angebrachte, Schwingstange, von welcher zwischen jede der Abtheilungen Stößer oder Wäscher herabgehen, in Bewegung gesezt. Auf diese Weise wird die Erde weggewaschen, das Gold hingegen an dem unteren Ende des Troges gesammelt. Zuweilen wird dieser kreisförmige Trog mit dem cylindrischen verbunden, wo dann jene Substanzen, die in lezterem schon zum Theile gewaschen wurden, in ersteren gelangen, und daselbst vollends gereinigt werden. Dieser cylindrische Trog ist horizontal gestellt, und hat in der Mitte eine eiserne Achse; er wird mittelst eines Kniestükes in Bewegung gesezt, und das unnüze Wasser läuft bei einer Oeffnung an dessen Rande aus. – So viel uns scheint, dürfte keine dieser Vorrichtungen vor jenen den Vorzug verdienen, die auf unseren europäischen Hütten- und Amalgamirwerken angewendet werden.

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