Titel: Ziegel aus Schlaken und Glasschaum.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. XXX./Miszelle 12 (S. 152–153)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/mi044030_12

Ziegel aus Schlaken und Glasschaum.

Da, so viel wir wissen, bei uns die Schlaken der Hochöfen und Glashütten noch nirgendwo anders, als höchstens zum Straßenbaue benuzt werden, so wollen wir unsere Landsleute darauf aufmerksam machen, daß in Schweden und England schon seit langer Zeit sehr gute Ziegel aus diesen Schlaken verfertigt werden. Die große Brüchigkeit, dieser einzige Einwurf, der sich bisher gegen die Benuzung der Schlaken als Baumaterial machen ließ, läßt sich nämlich sehr leicht durch einige Versuche vermeiden, da diese Brüchigkeit theils von einem zu geringen Gehalte an Kieselerde, theils und meistens aber von der zu schnellen Abkühlung herrührt. Wir wollen uns hier nicht bei den Bestandtheilen der Schlaken aufhalten, sondern bloß kurz bemerken, daß dieselben meistens aus Kieselerde, Thonerde, Kalkerde, Schwererde, Kohlenstoff, Metalloxyden, Schwefel oder Phosphor bestehen, je nach der Natur des geschmolzenen Erzes und des angewendeten Zuschlages oder Flußmittels. Die Methode, nach welcher man in Schweden aus den Schlaken sowohl Ziegel, als gröbere Gefäße verfertigt, wird von Hrn. Monneuse im Journal des connaiss. usuelles, und aus diesem im Bullet. des Scienc. technol. Junius 1831, S. 87 auf folgende Weise beschrieben. In der Nähe der Oeffnung, bei welcher die Schlaken ausfließen, wird ein kleiner, gut ziehender Krummofen mit einem Blasbalge angebracht, dessen innerer Raum von Vorn nach Hinten erhöht ist, und einen Tiegel bildet. An der Seite dieses Ofens befindet sich eine Oeffnung, durch welche ein Arbeiter mit einem Stabe die Schlaken umrühren kann, die durch eine Communicationsrinne in denselben gelangen. Ein zweiter Arbeiter nimmt dann die umgerührte Masse mit einem Löffel und gießt sie in Model von gehöriger Form, die auf heißen Sand gestellt werden müssen. Ein dritter Gehülfe rührt die Schlaken mit einer Eisenstange so lang |153| in den Modeln um, bis sie beinahe erkaltet sind. Die Ziegel ziehen sich etwas zusammen, und können noch ein Mal gehörig gebrannt werden, wodurch sie sehr fest, wenig brüchig und erst zum Verkaufe recht geeignet werden. Sollten die Ziegel ungeachtet dieser Vorsichtsmaßregeln doch brüchig werden, so müßte man Kohlenpulver, ausgelaugte Asche, Glasscherben, Fayence-Trümmer oder weißen oder gelben Flußsand in die Schlake werfen, und den Blasbalg spielen lassen. Diese Substanzen bilden nämlich, ohne zu schmelzen, einen Teig und geben vortreffliche Resultate. Ein Versuch dieser Art ist gar nicht kostspielig; man kann nämlich zuerst einen Probeziegel mit den Schlaken allein machen, aus dem man sehen wird, woran man sich zu halten hat.

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