Titel: Statistische Uebersicht des Marmor-Handels und des Steinmez-Gewerbes im Departement de la Seine im J. 1827.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. XXX./Miszelle 13 (S. 153)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/mi044030_13

Statistische Uebersicht des Marmor-Handels und des Steinmez-Gewerbes im Departement de la Seine im J. 1827.

1. Anstalten und Unternehmer. 110, wovon: 4 Kaufleute, 6 Commissionäre und 100 Steinmeze. Der Mobiliar- und Immobiliar-Werth dieser Anstalten betrug 1,859,000 Fr., wobei für jede Anstalt 14,500 Fr. Miethzins und 2400 Fr. für Strafen, Kosten und Geräthschaften angenommen sind. Das Interesse dieses Capitales zu 6 pCt. beträgt (A) 111,540 Fr.

2. Ausgaben. Es sind 925 Arbeiter beschäftigt, nämlich: 90 Säger, (man zählt zwar 200 Säger, die jedoch nur abwechselnd arbeiten, so daß man nur 90 annehmen kann, welche beständig arbeiten); 40 Bildhauer (ohne jene, welche für die Regierung arbeiten); 300 Steinmeze; 400 Polirer; 95 Magazin-Jungen. Da der mittlere Taglohn der ersten 5 Fr. 50 Cent., jener der zweiten 6 Fr., der dritten 4 Fr., der vierten 3 Fr. 50 C. und der fünften 2 Fr. 50 C. beträgt, so ergibt sich hieraus ein Taglohn von (B) 938,875 Fr.

Die Materialien bestehen aus Marmor, Stein und Granit, der von Cherbourg und Saint-Honorine kommt. Ein Theil des Marmors wird in Paris bearbeitet, und kann roh auf 14,000 Cub. Fuß gerechnet werden: davon kommen 9000 Fuß aus den südlichen Departements und dem Auslande, und 5000 aus dem Norden, aus Belgien und Flandern.

Der in Platten gesägte Marmor wird auf eine Oberfläche von 216,000 Fuß geschäzt, und hiervon kommen 36,000 aus dem südlichen Frankreich und aus dem Auslande, und 180,000 Fuß aus dem Norden. Gin anderer Theil Marmor kommt ganz bearbeitet nach Paris, und gibt 3600 Kamine, 1600 Zoll für Mörser und andere Gegenstände, und Bodenplatten für 4000 Toisen.

Diese beiden Arten von Marmor geben eine Auslage von (C) 1,222,200 Fr.
Was die Steine betrifft, so muß man 4000 Toisen
annehmen, die zu Bodenplatten bestimmt sind und 84,000 Fr.
geben, während man jene, welche zu Kaminen, Grabmählern,
Brunnen etc. bestimmt sind, auf 157,500 Fr. schäzen
kann: in Summa




(D) 241,500 Fr.
An Granit kommen 800 Cub. Meter nach Paris, welche
einen Werth geben von

(E) 146,700 Fr.
Die Kosten bei den Patenten, welche bei jeder Anstalt
500 Fr. betragen, geben eine Ausgabe von

(F) 55,000 Fr.
Rechnet man Alles von A bis F zusammen, so erhält
man eine Gesammtausgabe von

2,715,815 Fr.
3. Einnahmen. Der Werth der Materialien gibt 1,610,400 Fr.
Der Gewinn bei der Bearbeitung 1,595,000 Fr.
––––––––––––––
Summe 3,205,400 Fr.

Der Ueberschuß des Ertrages beträgt mithin 489,585 Fr., woraus sich ergibt:

  • 1) daß der Gewinn in Hinsicht auf den ganzen Betrag der Auslagen 18 pCt.
  • 2) in Hinsicht auf den Gesammtbetrag des Verkaufes 15 pCt.; und
  • 3) für jeden einzelnen Unternehmer im Durchschnitte jährlich 4450 Fr. beträgt. Aus diesem geringen jährlichen Gewinne eines Steinmezes zu Paris läßt sich wohl die für die Hauptstadt geringe Zahl derselben erklären. (Aus dem Recueil industriel. August 1831, S. 69.)
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