Titel: Neues Ersazmittel für Holzschnitte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. XXX./Miszelle 16 (S. 154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/mi044030_16

Neues Ersazmittel für Holzschnitte.

Ein junger Künstler in England hat jüngst eine Erfindung gemacht, durch welche, wenn sie den Erwartungen und Hoffnungen desselben nur halb entsprechen sollte, die Holzschnitte bald größten Theils verdrängt werden dürsten. Das Verfahren bei dieser neuen Erfindung, welches offenbar vom Stereotypiren hergeleitet zu seyn scheint, ist, so viel bis jezt bekannt geworden, folgendes: Eine glatte und ebene Metallplatte wird in der Dike des vorspringenden Theiles von Buchdrukerlettern mit einer geschmeidigen, die Hize vertragenden Substanz überzogen. Was der Erfinder hierzu anwendet, ist nicht bekannt, doch scheint es, daß manche Arten von Töpferthon diesem Zweke sehr wohl entsprechen dürften. In diese Substanz wird, so lang sie noch weich ist, die Zeichnung mit einem scharfen Instrumente gravirt, und zwar so, daß jeder der Striche bis auf die Metallplatte dringt. Die großen Vortheile hierbei sind, daß der Graveur mit einem Materiale zu thun hat, welches sich viel leichter bearbeiten läßt, als das Buchsholz, daß die Zeichnung, wie beim Kupferstechen, in das Material eingeschnitten wird, und daher nicht erhaben wird; und endlich, daß die Zeichnung nicht umgekehrt gemacht zu werden braucht, was sehr wichtig ist, besonders wenn zugleich Buchstaben oder Schriftzüge gravirt werden sollen. Ist dieß geschehen, so braucht die Platte nur mehr gehärtet zu werden, so daß man eine oder mehrere Platten aus Stereotypmetall von derselben abziehen, und mit diesen auf gewöhnliche Weise eine beliebige Zahl von Abdrüken machen kann. Sollte diese Methode gelingen, und sich tauglich beurkunden, so dürften die Kosten von Abdrüken dieser Art äußerst gering werden. (Aus dem Mechanics Magazine Nr. 443)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: