Titel: Menge des Materiales zum Baue eines Dreidekers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. XXX./Miszelle 5 (S. 150)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/mi044030_5

Menge des Materiales zum Baue eines Dreidekers.

Zu Cherbourg wurde am Ende des vorigen Jahres ein Dreideker erbaut, zu welchem beiläufig 113,000 Cub. Fuß Holz nöthig waren, wovon der Fuß 6 Fr. kostete. Dieses Schiff mißt am Kiele 180, von einem Ende zum anderen 220 Fuß; es ist 52 Fuß breit und hat einen Schiffsraum von 25 Fuß. Seine Höhe beträgt 48 Fuß, und es hat 126 Schußlöcher für Kanonen und Caronaden. In der ersten Batterie befinden sich 36 Pfünder, in der zweiten 24, in der dritten 18 und in den Castellen 12 Pfünder. Die gewöhnliche Munition beträgt 60 Kugeln auf eine Kanone. Der große Mast ist 120 Fuß lang und hat 9–10 Fuß im Umfange, er wiegt 40–42,000 Pfunde. Die große Marsstange auf dem großen Maste hat 72 Fuß, und die Bramstange mit dem kleinen Bramsegel 52, was zusammen eine Höhe von 244 Fuß gibt! (Die Thürme von Notre-Dame haben nur 200 Fuß.) Die große oder Haupt-Raa ist 110 Fuß lang, die Fokstange hat 100 Fuß. Das Schiff braucht zur vollen Bemannung 1000 Menschen, kann aber außerdem noch 5–600 Mann Soldaten an Bord nehmen. Die Ankertaue, deren das Schiff 6 hat, haben 25 Zoll im Umfange und wiegen zusammen 54,000 Pfd.; das Strikwerk für das Takelwerk wiegt 240,000 Pfd. Eisen aller Art wurde für das Schiff verbraucht, 138,979 Pfd.; Kupfer in Stangen zu Bolzen und Nägeln 55,525 Pfd.; kupferne Scheiben 454 Pfd.; 5525 Kupferplatten zum Beschlagen im Gewichte von 30,824 Pfd.; kupferne Nägel zum Beschlagen 4960 Pfd., mithin im Ganzen an Kupfer 91,763 Pfd. An mittleren und kleinen eisernen Nägeln zu den Wassergängen wurden verbraucht 770 Pfd., an gewalztem Blei 6290 Pfd.; an fettem Theere 25,180 Pfd.; an troknem Theer oder Schiffspech 13,312 Pfd., an Theer 4730 Pfd. Zu den Segeln waren 31,512 Meter Zeug nöthig, und diese Menge mußte, da das Schiff gewöhnlich 2 vollständige Segelwerke hat, doppelt genommen werden. Zur großen Flagge allein brauchte man 270 Meter Zeug. Als Ballast liegen im Schiffe 700 Tonnen Eisengänse im Kielräume, die beiläufig 2500 Fasern, jedes mit 2000 Pfunden gleichkommen. Wenn das Schiff unter Segel, und mit seinem Ballast, seinen Kanonen, seiner Bemastung, seinem Segelwerke und seinen Lebensmitteln versehen ist, so wiegt es 1000,400,000 Pfd., mithin beinahe so viele Pfunde, als im Jahre 1831 das Budget Frankreichs Franken betrug. (Aus dem Supplément au Temps. August 1831.)

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