Titel: Verbesserung an den Baumwoll-Spinnmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. XLIX./Miszelle 22 (S. 232–233)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/mi044049_22
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Verbesserung an den Baumwoll-Spinnmaschinen.

An allen gegenwärtig gebräuchlichen Spinnmaschinen werden die Spindeln auf die Weise getrieben, daß man die Triebkraft nur auf ein Ende oder auf die Mitte eines Cylinders wirken läßt, von welchem aus dann an die einzelnen Spindeln Laufbänder gehen. Hr. Russel Phelps zu Andorer in Massachusetts läßt hingegen die Triebkraft auf beide Enden des Cylinders wirken, und erfand hierzu eine neue Einrichtung, auf welche er sich am 21. December 1830 ein Patent ertheilen ließ. Das Wesentliche dieser Einrichtung beruht kürzlich in Folgendem. An dem hinteren oder Rükentheile des Gestelles wird eine Welle von gehöriger Stärke und von solcher Länge angebracht, daß sie durch die ganze Maschine geht. An jedem Ende dieser Welle wird eine Rolle oder ein Rad befestigt, und an diesem Rade wird ein Band oder ein Riemen angebracht, der, nachdem er über Rollen an dem vorderen Theile der Maschine gegangen, über entsprechende, an beiden Enden des die Spindeln treibenden Cylinders angebrachte Rollen gespannt wird. Dadurch nun, daß von beiden Enden der Welle an beide Enden des Cylinders Bewegung mitgetheilt wird, erhält der Wagen, an dem der Cylinder befestigt ist, und folglich auch die Spindeln, eine vollkommen ruhige Bewegung, wodurch eine bessere und gleichförmigere Arbeit erzielt werden soll. Der große Vortheil dieser Einrichtung besteht, Hrn. Phelps zu Folge darin, daß man, indem die Bewegung der Maschine gleichförmiger und leichter wird, die Zahl der Spindeln nach Belieben vermehren kann. An den in Amerika gewöhnlich gebräuchlichen Spinnmaschinen befinden sich an jedem Gestelle meistens 120 Spindeln; in Folge der Einrichtung des Hrn. Phelps soll eine doppelt so große Zahl mit derselben Leichtigkeit, und ohne daß von Seite des Arbeiters eine größere Geschiklichkeit erforderlich wäre, getrieben werden können. (Aus dem Register of Arts. Februar 1832, S. 23.)

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