Titel: Wie Gewohnheit und Vorurtheil oft Verbesserungen und Fortschritte hemmen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. XLIX./Miszelle 32 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/mi044049_32

Wie Gewohnheit und Vorurtheil oft Verbesserungen und Fortschritte hemmen.

Alle englischen Oelmühlen verfertigen schon seit langer Zeit Oelkuchen von gewisser Form und Größe, die sehr beliebt sind, und sehr guten Absaz haben. |237| Es hat sich nun aber gezeigt, daß diese Form für den Fabrikanten sehr unvortheilhaft ist, und daß man, wenn man den Behältern, in welchen die gemahlenen Samen durch eine hydraulische Presse ausgepreßt werden, eine andere Form gäbe, mit nicht unbedeutend größerem Vortheile arbeiten könnte. Und doch wagt es Niemand, die alte und beliebte Form abzuändern, aus Furcht dem Absaze zu schaden! So wie es mit den Oehlkuchen geht, geht es leider mit 100 anderen Dingen. Vom Kesselfliker an bis zum Minister will Niemand Hand an eingewurzelte Vorurtheile legen, wenn deren Nachtheile auch noch so offen in die Augen springen. Die Welt will und muß zu ihrem Besten gezwungen werden. (Aus dem Mechanics' Magazine Nr. 445.)

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