Titel: Leder als Nahrungsmittel, und Rath für subalterne Staatsdiener.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. XLIX./Miszelle 34 (S. 237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/mi044049_34

Leder als Nahrungsmittel, und Rath für subalterne Staatsdiener.

Hrn. Roulin begegnete auf seinen wissenschaftlichen Reisen in Amerika der Unfall, daß ihm und seinen Führern und Trägern in einer unbewohnten Gegend Columbiens die Mundvorräthe ausgingen. Von Hunger getrieben waren sie genöthigt 5 Paare Sandalen aus ungegerbtem Leder und eine hirschlederne Deke als Nahrungsmittel zu benuzen. Sie rösteten diese Artikel und kauten sie dann, wobei sie 2 Stunden brauchten, um nur durch den dritten Theil einer Sohle zu gelangen. Sie nährten sich 14 Tage auf diese Weise, blieben dabei gesund, und fanden, daß die Vegetabilien, die sie nebenbei genossen, sie weit weniger nährten, als ein Stük geröstetes Leder. – Wir glauben unsere subalternen Beamten und Functionärs, die bei ihren schlechten Besoldungen kaum sich, viel weniger ihre allenfallsige Familie, auf eine ehrliche Weise ernähren können, auf dieses intensive Nahrungsmittel aufmerksam machen und ihnen den Rath geben zu müssen, bei den höchsten Regierungen bittlich einzukommen, daß ihnen in Zukunft statt des Getreidbezuges ein Bezug an Leder gnädigst ausgeworfen werde.

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