Titel: Mittel gegen den Mehlthau.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. LXXIV./Miszelle 13 (S. 319–320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/mi044074_13
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Mittel gegen den Mehlthau.

In einem großen Obstgarten des Lord Doneraile waren die Pfirsich- und Nectarinen-Bäume, ungeachtet aller bekannten und empfohlenen Mittel, die angewendet wurden, durch 4–5 Jahre beständig und so sehr mit Mehlthau überzogen, daß sie beinahe gar keine Früchte brachten, und daß man schon im Begriffe war, sie ganz auszurotten, und durch andere junge Bäume zu ersezen. Hr. Haycroft wollte jedoch, da deren Wurzeln ganz gesund waren, und auch im Boden kein Fehler war, noch einen lezten Versuch machen. Er zog daher im Januar die Nägel aus den Spalierwänden, machte die Bäume von diesen los, und schnitt die jungen Aeste bis auf ein oder zwei Augen zurük. Dann wusch er alle Bäume auf das Sorgfältigste mit einem Schwamme mit der unten angegebenen Composition; die Spalten, in die er mit dem Schwamme nicht eindringen konnte, wurden mit einem Mahlerpinsel ausgepinselt. Hierauf wurden die alten Löcher der Mauern verworfen, die Mauern gereinigt und sämmtliche Bäume wieder angebunden. Der Erfolg dieser Behandlung war, daß an allen Bäumen den nächsten Sommer keine Spur von Mehlthau zu finden war, daß ihr Holz vollkommen gesund blieb, daß sie nach allen Seiten vortrefflich austrieben, und für das nächste Jahr reichliche Früchte versprachen. Die Mischung, deren sich Hr. Haycroft bediente, war auf folgende Weise zusammengesezt: er sezte zu 4 Gallons (beiläufig 13 Wiener Maßen) Regen- oder Fluß-Wasser 2 Pfund weiche Seife, 1 Pfund Schwefelblumen, 1 Pfund Stangentabak, ein Quart frisch gelöschten Kalk und eine Pinte (beiläufig 0,4 Wiener Maß) Terpenthingeist, mischte das Ganze gut unter einander, und kochte die Mischung eine halbe Stunde lang. (Aus dem Gardener's Magazine im Repertory of Patent-Inventions. April 1832, S. 215).

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