Titel: Mittel um junge Bäume, deren Rinde abgefressen wurde, zu erhalten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. LXXIV./Miszelle 14 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/mi044074_14

Mittel um junge Bäume, deren Rinde abgefressen wurde, zu erhalten.

Ein französischer Oekonom erzählt im Recueil industriel Januar 1832, S. 84 folgende Weise, auf welche er mehrere junge Obstbäume lebend und gesund erhielt, obwohl die Ratten die Rinde derselben unmittelbar über der Erde in einem Umkreise von 4–5 Zollen weggenagt hatten. Er schnitt einige Aeste der Baumchen ab, und schnitt dieselben so weit zu; daß ihre Länge der Breite der Stellen, an welchen die Rinde weggenagt worden, entsprach; dann schnitt er diese Stüke in zwei Theile, und mächte das Holz daran dünner. Mit diesen Stüken bedekte er die von der Rinde entblößten Stellen so, daß die neue Rinde genau anpaßte, worauf er sie in dieser Stellung mit Bindfaden festband, und dann mit Baumwachs verstrich. Die aufgelegten Rindenstüke verbanden sich bald ziemlich vollkommen mit den Rändern der abgenagten Stellen, und die Baumchen wuchsen im Frühjahre fort, als wenn ihnen gar kein Leid geschehen wäre. – Wir zweifeln nicht, daß diese Methode, die einige Aehnlichkeit mit der Rhinoplastik der Chirurgen hat, in vielen Fällen, in welchen Bäume größere Streken der Rinde verloren, sehr gute Dienste leisten wird; nur wird die Verschiedenheit des Alters der aufgelegten und der abgenagten Rinde wahrscheinlich nicht gar zu groß seyn dürfen.

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