Titel: Faraday's große Entdekung der Umwandlung des Magnetismus in Elektricität.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. LXXIV./Miszelle 4 (S. 314–315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/mi044074_4

Faraday's große Entdekung der Umwandlung des Magnetismus in Elektricität.

Hr. Faraday gab in der am 17. Februar d. J. gehaltenen Sizung der Royal Institution of Great Britain einen Ueberblik über die beiden ersten Theile feiner neuesten Versuche über die Elektricität, durch welche endlich das Dunkel gehoben werden dürfte, welches bisher über das Verhältniß des Magnetismus zur Elektricität herrschte. Hr. Faraday wird seine Entdekungen, die Epoche machen müssen, und durch welche die Forschungen über Magnetismus, Elektricität und Galvanismus eine ganz andere Richtung erhalten werden, in einem eigenen Werke bekannt machen; wir beeilen uns jedoch unseren Lesern einstweilen folgende Notiz hierüber mitzutheilen, die sich in dem Philosophical Magazine and Annals of Philosophy April 1832 S. 300 befindet. „Wenn man zwei Drähte A und B neben einander legt, jedoch so, daß dieselben einander nicht berühren, und man läßt durch A eine voltaische Strömung gehen, so entsteht in B durch Induction alsogleich eine Strömung nach entgegengesezter Richtung. Wenn in A die Hauptströmung fortwährt, so wird dieselbe von der secundären Strömung in B nicht weiter fort begleitet, sondern diese leztere hört nach dem ersten Augenblike wieder auf; so wie aber die Hauptströmung unterbrochen wird, so entsteht in B eine zweite Strömung, und zwar in einer Richtung, welche jener, die durch die erste Induction hervorgebracht wurde, entgegengesezt ist, oder in derselben Richtung, in welcher die Hauptströmung Statt hätte. Diese inducirten oder hervorgerufenen Strömungen sind so momentan, daß ihre Wirkung auf das Galvanometer kaum bemerklich ist; wenn man dieselben aber durch Spiralwindungen leitet, welche nichtmagnetische stählerne Nadeln enthalten, so verwandeln sie diese in Magnete. Wenn ein, an beiden Enden mit einem Galvanometer in Verbindung gebrachter Draht spiralförmig um einen Magnet gewunden wird, so entsteht keine elektrische Strömung in demselben. Dieser Versuch wurde schon viele hundert Male in der Hoffnung gemacht, auf diese Weise Elektricität aus dem Magnetismus entwikeln zu können; und gab auch zu sehr gegen einander streitenden Schlüssen Anlaß. Wird aber der Magnet aus einer solchen Spiralwindung herausgezogen, oder in eine solche gebracht, so entsteht, während sich der Magnet bewegt, eine elektrische Strömung, welche durch die Abweichung des Galvanometers beurkundet wird. Läßt man einen einzigen Draht durch einen magnetischen Pol gehen, so entsteht eine elektrische Strömung durch denselben, die fühlbar gemacht werden kann. Auf diese Weise ist nun endlich das lang erstrebte Resultat: die Umwandlung des Magnetismus in Elektricität erreicht! So wie sich ein Stük Metall in der Nähe eines Magnetes so bewegt, daß die magnetischen Krümmen durchschnitten werden, so wird nach sehr einfachen Gesezen Elektricität entwikelt. Aehnliche Resultate erhielt man selbst mit dem Erd-Magnetismus; hierüber jedoch, so wie über mehrere andere Versuche und Resultate will Hr. Faraday nächstens einen |315| Vortrag halten.“ In derselben Sizung wurde ein Magnet vorgezeigt, den Hr. Marsh in Woolwich verfertigt hätte, und welcher nach der Erregung mittelst eines unebenen Plattenpaares zwischen 300 und 400 Pfunden trug, obschon er vor der Anwendung der voltaischen Kraft kaum eine Unze zu tragen im Grande war.

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