Titel: Ostindische Oculir-Methode.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. XCIV./Miszelle 17 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/mi044094_17

Ostindische Oculir-Methode.

In den Transactions of the Agricultural and Horticultural Society of India 1 Vol. beschreibt der Präsident der Gesellschaft eine neue, in den westlichen Gegenden von Bengalen übliche Oculir-Methode auf folgende Weise: „Zu der Jahreszeit, zu welcher sich die Rinde leicht von dem Holze ablöst, wird, nachdem man das unreife Ende eines kleinen Zweiges ungefähr 1/4 Zoll über der Knospe, die man zum Oculiren ausgewählt hat, weggeschnitten, 1/2 Zoll unter dieser Knospe ein ringförmiger Schnitt durch die Rinde gemacht. Ist dieß geschehen, so streift man, indem man ein Tuch in die Hand nimmt, das ringförmige Stük Rinde mit Gewalt von dem Zweige ab, wobei man sich jedoch sorgfältig vor irgend einer Verlezung der Knospe hütet. Wenn man sich auf diese Weise mehrere Knospen gesammelt, und dieselben, um sie frisch zu erhalten, in ein hohles und befeuchtetes Blatt gebracht hat, so schneidet man an der Pflanze, die man oculiren will, die Spizen so weit ab, daß man zu einer Stelle von gehöriger Dike kommt. Dann schält man die Rinde rings um den Zweig in gehöriger Tiefe in kleinen Stüken ab, bis man an eine Stelle kommt, an welche der Ring, den man oculiren will, ganz genau paßt. Ist der Ring auf diese Weise gehörig angebracht, so werden die abgeschälten Rindenstüke wieder daraufgelegt und mit etwas feuchtem Heu so angebunden, daß die oculirte Knospe keinen Druk erleidet.“ Diese Methode soll nicht nur sehr einfach seyn, sondern auch weit sicherer gelingen als die europäische; wenigstens will man dieß in Indien beobachtet haben. (Aus dem Edinburgh New Philosophical Journal 1831 Nr. 21 S. 145.)

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