Titel: Resultate der Untersuchungen des Comité, welches über die Dampfwagen zu berichten hatte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. CIV./Miszelle 3 (S. 462)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/mi044104_3

Resultate der Untersuchungen des Comité, welches über die Dampfwagen zu berichten hatte.

Das Parliament hatte eine Commission ernannt, welche, um die Klagen der Dampfwagen-Unternehmer über die hohen und oft einem Verbote gleich kommenden Zölle, die den Dampfwagen auferlegt wurden, würdigen zu können, Alles genau zu erwägen hatte, was zu Gunsten oder zum Nachtheile dieser Wagen sprechen möchte. Die Commission hat, nachdem sie die meisten der vorzüglicheren Mechaniker, Dampfwagen-Unternehmer und Straßenbau-Inspektoren vernommen, ihre Arbeiten beendigt, und dem Parliamente einen Bericht vorgelegt, aus welchem sich folgende Hauptresultate ergeben: 1) Wagen können auf gewöhnlichen Straßen mit einer Schnelligkeit von 40 Meilen in der Stunde durch Dampf getrieben werden. 2) Sie können bei dieser Schnelligkeit mehr als 14 Passagiere fahren. 3) Ihr Gewicht kann, mit Einschluß der Maschine, des Brennmateriales, des Wassers und sonstigen Zugehörs unter drei Tonnen betragen. 4) Sie können mit Leichtigkeit über Hügel mit bedeutender Neigung bergauf und bergab fahren. 5) Sie gewähren den Reisenden vollkommene Sicherheit. 6) Sie bringen, wenn sie gehörig eingerichtet sind, dem Publikum durchaus keinen Schaden. 7) Sie bilden ein schnelleres und wohlfeileres Transportmittel, als die Wagen, die von Pferden gezogen werden. 8) Sie bringen den Straßen weniger Schaden, als die von Pferden gezogenen Wagen, weil bei ihnen eine größere Breite der Räder möglich ist, und weil der Einfluß der Huftritte wegfällt. 9) Sie wurden mit Zöllen belegt, die den Gebrauch der Dampfwagen beinahe verbieten. – Auf diesen Bericht gestüzt, brachte Hr. Charles D. O. Jephson Esq. eine Bill ein, nach welcher der Zoll, den die Dampfwagen in Zukunft zahlen sollen, auf folgende Weise regulirt werden soll: Jeder Dampfwagen, der kein Miethwagen ist, oder der, wenn er lohnweise fährt, nicht mehr als 6 Passagiere zählt, zahlt so viel als ein vierräderiger, zweispänniger Wagen; enthält er mehr als 6 Personen, so zahlt er so viel als ein vierspänniger vierräderiger Wagen. Haben die Räder eines solchen Wagens weniger als 3 1/2 Zoll Breite, oder eine Convexität von mehr als einem halben Zolle, so zahlt der Wagen den doppelten Zoll. Wird ein mit Dampf getriebener Wagen als Lastwagen oder Karren benuzt, und beträgt seine Last nicht über eine Tonne von 2000 Pfunden, so zahlt er so viel, als ein gewöhnlicher, einspänniger Karren, und für jede Erhöhung dieser Last wird der Zoll in demselben Verhältnisse erhöht, wie bei den gewöhnlichen Karren. Ist der Maschinenwagen von dem ersten Wagen, auf welchem sich die Reisenden oder die Frachtstüke befinden, getrennt, so soll von beiden Wagen nur ein Zoll erhoben werden. Sind dem Maschinenwagen mehrere Wagen angehängt, so zahlen die folgenden Wagen nur die Hälfte des Zolles, welchen der erste Wagen bezahlt. – Man verspricht sich unendliche Vortheile, wenn diese weisen Befreiungen der Dampfwagen von den großen darauf lastenden Abgaben ins Leben treten sollten. (Aus dem Repertory of Patent-Inventions März 1831 S. 163 und Mechanics' Magazine, worin man in N. 447–451 den ganzen Bericht der Commission findet.)

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